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Amazone stellt Einzelkornsämaschine EDX eSeed mit elektrischen Leistungsantrieben vor

Auf der Agritechnica 2011 stellt Amazone die Einzelkornsämaschine EDX eSeed vor, bei der hydraulische durch elektrische Antriebe ersetzt wurden. Die elektrischen Leistungsantriebe der Amazone EDX eSeed werden von der Hochvoltanlage („High Voltage“) des Schleppers versorgt. Über TIM (Traktor Implement Management) wird die auf dem Schlepper befindliche Regelelektronik angesteuert. Das Gerät steuert sich durch die eigene Intelligenz und nutzt die zwei aktuellsten und modernsten Technologien im Umfeld des ISOBUS zur weiteren Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Maschine.

Im Unterschied zur herkömmlichen EDX wurden bei der EDX eSeed die Antriebe für Lüfter und Dosierungen durch Hochvoltmotoren (400 V bzw. 230 V) ersetzt, die über die auf dem Traktor befindlichen Wechselrichter angesteuert werden. Die Dosierantriebe wurden durch leistungsfähige Servoantriebe mit einer deutlich verbesserten Dynamik ersetzt.

Bei großen pneumatischen Sämaschinen werden insbesondere die Lüfter auf den Maschinen hydraulisch angetrieben, was zwar hohe Flexibilität in der Anordnung bringt, aber bedingt durch schlechte Wirkungsgrade zu hohen Kraftstoffverbräuchen führt. Immer mehr Komfortfunktionen führen dazu, dass die elektrischen 12 V-Anlagen herkömmlicher Traktoren oft an ihre Grenzen stoßen.

Die Hydraulik des neuen Systems wird nur noch für die Betätigung von hydraulischen Zylindern benötigt, z.B. für das Klappen. Als weiteren großen Vorteil des Systems nennt Amazone die Unabhängigkeit von der Motordrehzahl des Traktors, so dass es einfach möglich ist, den Traktor im Verbrauchsoptimum zu betreiben. Der Wirkungsgrad des Gesamtsystems ist laut Amazone durch die elektrischen Antriebe (inkl. Versorgung) deutlich verbessert: Bei hydrostatischen Antrieben, im wesentlichen bestehend aus Pumpe, Motor und deren Verbindungsleitungen, kann mit einem mechanischen Wirkungsgrad von 60 % gerechnet werden. Beim elektrischen System werden heute bereits über 85 % erreicht. 20 kW abgenommene mechanische Leistung vom Verbraucher erfordern ca. 33,3 kW Antriebsleistung im hydraulischen System, während im elektrischen Antriebsstrang nur etwa 23,5 kW notwendig sind. Alleine dadurch sind laut Amazone Kraftstoffeinsparungen von bis zu 50 l Diesel am Tag möglich.

Weitere Einsparungen (von ca. 10 %) werden laut Amazone möglich, indem die Sämaschine dem Traktor über das Tractor-Implement-Management (TIM) die Vorgaben für die jeweiligen Betriebsparameter übermittelt. Das Gerät steuert den Traktor und verschmilzt mit ihm, so Amazone, zum modularen Selbstfahrer. So können beispielsweise die Lüfterantriebe in Vorgewendestellung selbsttätig vom Gerät in ihrer Drehzahl reduziert werden, was neben zusätzlicher Kraftersparnis zu einer deutlichen Verringerung der Lärmemission führt.

Als weitere Vorteile der elektrischen Leistungsantriebe bei der Einzelkornsämaschine EDX eSeed nennt Amazone unter anderem die bessere Ablagequalität durch die höhere Dynamik von elektrischen Leistungsantrieben bei wechselnden Betriebszuständen (Beschleunigen, Abbremsen), die deutlich höhere Dynamik und Regelqualität für drehende Antriebe an der Maschine sowie die Möglichkeit über geräteseitig definierte Grenzwerte die Maschine vor Schäden durch Überlast schützen zu können. Zudem sind durch die elektrischen Antriebe hochdynamische Abschaltfunktionen zum Schutz von Mensch und Umwelt an den Anbaugeräten möglich, wenn kritische Zustände erkannt werden. So können Antriebe aktiv gebremst werden, so dass im Notfall deutlich schneller ein sicherer Zustand erreicht werden kann. Hinzu kommt der Wegfall aufwändiger hydraulischer Komponenten (Steuerblöcke, Ventile, Ölkühler, etc.) und eine Reduzierung der thermischen Belastung des Ölhaushaltes im Schlepper durch den Verzicht auf einen permanent umlaufenden Ölkreislauf. Nicht zuletzt verbessert sich der Komfort bei der Kupplung des Gerätes, da weniger hydraulische Anschlüsse notwendig sind.

Amazone kombiniert mit der EDX eSeed drei hochaktuelle Themenbereiche („High Voltage“, TIM und ISOBUS) auf einer Einzelkornsämaschine und leistet nach eigenen Angaben auf dem Gebiet (Elektrifizierung und TIM) ständig Entwicklungsarbeiten, da man von der Zukunft dieser Technologien überzeugt ist. Ein Markterfolg ist, so Amazone, aber nur dann möglich, wenn verschiedene Partner ebenfalls Produkte mit dieser Antriebstechnik anbieten; Das gelte für die Traktor- und die Geräteseite. Für die Zukunft muss, so Amazone, eine weitere Abstimmung erfolgen, damit keine proprietären Syteme entstehen sondern allgemeingültige auf Basis des ISOBUS. Die AEF hat hierzu bereits die zwei Arbeitsgruppen „High Voltage“ und „TIM“ gegründet (siehe Artikel „AEF gründet Projektgruppe Nr. 7 „Elektrische Antriebe“ “).

Auf der Agritechnica 2011 zeigt Amazone die Einzelkornsämaschine EDX eSeed und weitere Neuheiten in Halle 14, Stand A20.

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Rubrik:
Bestellung und Pflege

Artikel eingestellt am:
20.10.2011, 7:37

Quelle:
Amazonen Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG
www.amazone.de

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