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Testen von Technik eine Kernaufgabe der DLG

„Das Testen von Landtechnik sowie von Betriebsmitteln gehört zu den Kernaufgaben der DLG seit ihrer Gründung im Jahr 1885. Die Entwicklung und Anwendung von modernen, wissenschaftsbasierten und praxisorientierten Messtechniken ist daher einer unserer wesentlichen Grundaufträge. Dieser Auftrag ist für uns aktueller denn je, weil wir unsere Testaufgabe in einer Welt mit immer komplexer werdender Landtechnik als wichtige Unterstützung für die Landwirte, aber auch für die Anbieter von Technik ansehen“. Dies erklärte der Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) Dr. Reinhard Grandke am 19. Mai 2010 vor der Presse in Groß-Umstadt.

Wie der DLG-Hauptgeschäftsführer weiterhin ausführte, leite sich aus den Anforderungen der Landwirte, der Hersteller und der Gesellschaft die Bedeutung dieses wichtigen Zukunftsfeldes für die DLG ab. Dazu wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen und Investitionen vorgenommen. Ein erster Schritt war die Konzentration der Testaktivitäten der DLG in Groß-Umstadt mit der Schaffung eines Kompetenzzentrums für das Testen von Technik und Betriebsmittel gewesen. Damit konnte das Know-how der DLG mit seinen haupt- und ehrenamtlichen Experten und Netzwerkern in einer Ideenschmiede zusammengebracht werden. In einem weiteren Schritt wurde in modernste Prüfstände und Messtechnik investiert sowie die Gebäude in Groß-Umstadt zukunftsfähig gestaltet. „Hierfür haben wir insgesamt rund fünf Millionen Euro in den letzten drei Jahren aufgewendet“,erklärte Dr. Grandke. Damit seien gute Voraussetzungen geschaffen, die DLG im Bereich der landtechnischen Tests als das führende Testzentrum weiter zu etablieren.

In diesem Zusammenhang sei auch die Einrichtung einer Max Eyth-Stiftungsprofessur für Mess- und Prüftechnik an der Universität in Hohenheim zu sehen. In der Kooperation mit der Universität und dieser Professur sollen neue und innovative Testverfahren entwickelt und somit eine breite Basis für das zukünftige Testen gelegt werden. Das sieht die DLG auch als Signal für den Forschungsstandort Deutschland. Nur eine innovative und angewandte Forschung im Bereich der Agrarwissenschaften und insbesondere in der Landtechnik sichere die führende Stellung Deutschlands als Innovationsmotor in der internationalen Agrarwirtschaft.

Gerade in Zeiten schneller werdender Informationen ist es nach Auffassung von Dr. Grandke wichtig, dass eine neutrale und unabhängige Organisation qualitativ hochwertige Testverfahren entwickelt und anbietet. Dabei sei die Praxisrelevanz für viele Tests ein entscheidendes Merkmal. „Wichtig für uns als DLG war und ist die Bereitstellung von neutralen und unabhängigen Tests. Zur Sicherstellung dieses Anspruches haben wir uns in den verschiedenen Gebieten akkreditieren und notifizieren lassen, um so weltweit anerkannt zu sein“, betonte der DLG-Hauptgeschäftsführer.

Das DLG-Testzentrum besitzt neun verschiedene Akkreditierungen und ist als einziges Testinstitut für Gebrauchswertprüfungen an Landtechnik nach EN ISO 17025 international akkreditiert. Die DLG habe auf die unterschiedlichen Einflüsse und Anforderungen von Landwirten und Herstellern ihr Produktfolio ausgerichtet. Im Einzelnen sind dies: der Signum Test und der Fokus Test, die aus den Anforderungen der Praxis entwickelt und mit einem Prüfzeichen abgeschlossen werden, einzelne spezielle Tests, wie zum Thema ISOBUS oder der DLG-Power Mix, als Informationen für spezielle Testbereiche, die Sicherheitsprüfungen und die Zertifizierungsprüfungen, die die DLG als akkreditiertes Prüfzentrum erbringt, Gütezeichen für Betriebsmittel sowie vertrauliche Prüfungen im Entwicklungs- oder Vorserienstadium zur Beurteilung von Neuentwicklungen und Prototypen.

Neben dem Angebot, vorgeschriebene Tests, wie zum Beispiel für das GS-Zeichen, die OECD-Tests bei Schleppern, Kabinentests bei Traktoren und Baumaschinen, durchzuführen, biete die DLG ein breites Portfolio an freiwilligen Prüfungen an. Diese geben, so Dr. Grandke, den Herstellern ein fundiertes und neutrales Prüfergebnis, das auch im Prozess der Produktentwicklung genutzt werden kann und dann zu Verbesserungen führt. Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungstests würden zum Beispiel Prototypen von den DLG-Prüfingenieuren begutachtet. Aktuelle Beispiele für Tests mit hoher Praxisrelevanz seien die Entwicklung des DLG-Power Mix oder auch die Entwicklung zur Messung der Ammoniakbeständigkeit von Photovoltaikanlagen. Neben dem technischen Nutzen sieht der DLG-Hauptgeschäftsführer auch Marktvorteile für die Hersteller. Mit den DLG-Tests könnten die Hersteller nachweisen und bei ihren Kunden dokumentieren, dass ihre Produkte einer neutralen und unabhängigen Prüfung standhalten. Zudem bestünde die Möglichkeit, über die Prüfzeichen „DLG Signum Test“ und „DLG Fokus Test“ zu zeigen, dass die entsprechenden Maschinen den hohen Anforderungen im Praxiseinsatz Stand halten. Über 400 verschiedene Hersteller arbeiten mittlerweile ständig mit dem DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel zusammen.

Unternehmerlandwirte bedienen sich nach Auffassung des DLG-Hauptgeschäftsführers vor Investitionen eines Informationsmix. Dazu würden zum Beispiel eigene Erfahrungen, Ausstellungen, der Austausch mit Berufskollegen und Beratern sowie die Information über Medien dienen. Ein wesentlicher Baustein dabei sei aber auch die Information über die neutralen und unabhängigen Tests der DLG. Wie eine Umfrage bei DLG-Landwirten zeigt, kennen 96 Prozent der Befragten die DLG-Test- und Prüfberichte, bei 65 Prozent sind die DLG-Prüfzeichen und Prüfberichte eine Hilfe bei der konkreten Investitionsentscheidung. 55 Prozent sehen dabei die DLG-Prüfung als eine praxisrelevante Bewertung von Produkten an, und 91 Prozent der Befragten sind mit den Prüfberichten der DLG in der Darstellung und mit den Informationen zufrieden. „Wir wissen, dass die Investitionsentscheidung nicht alleine von der Bewertung der DLG abhängt, aber die Landwirte schätzen die neutrale und unabhängige Information als wichtige Grundlage“, so der DLG-Hauptgeschäftsführer. Charakteristisch für die Tests sei, dass nicht bewertet werde, sondern wir versuchen mit neuesten Testmethoden, realistische, vergleichbare Daten zu erzeugen. Die Entscheidung über die Investition treffe der Landwirt dann selbst. Über 1.500 Testberichte stünden den Landwirten in der DLG-Datenbank zur Verfügung. Dass sie dieses Angebot gerne nutzen, zeigten die Prüfberichte mit rund einer Million Abrufe von den entsprechenden Seiten im Internet. „Aus der Sicht der Landwirte und unserer Mitglieder sind wir sicher, dass der Bedarf an Testergebnissen weiter steigen wird. Gerade die zunehmenden Investitionsvolumina und die Komplexität neuer Techniken machen neutrale und unabhängige Testergebnisse zu einem wesentlichen Baustein für Investitionsentscheidungen“, davon zeigte sich Dr. Grandke überzeugt.

Die DLG werde in Zukunft noch intensiver mit Testinstitutionen in Deutschland und in Europa zusammenarbeiten. Diesen Schritt hält Dr. Grandke für wesentlich. Gleichzeitig zeigte er sich davon überzeugt, dass es in einer sich globalisierenden Welt der Landtechnik „nicht viele gleich kompetente Testzentren über alle Gebiete“ geben könne. „Mit unseren Investitionen in neueste Prüfstände und Messtechniken sowie dem Know-how unserer Prüfingenieure sind wir sehr gut für die Zukunft aufgestellt.“

Die DLG-Prüfingenieure seien bei Herstellern und Landwirten gefragte Partner. Sie würden oft aus der landwirtschaftlichen Praxis kommen und dieses Wissen mit dem fachlichen Know-how in hervorragender Weise verbinden. Damit seien sie prädestiniert, in einem ausgeklügelten System mit ehrenamtlichen Gremien, in denen der Sachverstand aus Wissenschaft, Ministerien, Industrie, Praxis und Beratung vereint ist, neue und innovative Testtechnologien mit besonderem Bezug zur Praxis zu entwickeln. „Damit verfügt die DLG über ein einzigartiges Netzwerk, um die landtechnischen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu meistern.“

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Rubrik:
DLG Testberichte

Artikel eingestellt am:
08.6.2010, 9:55

Quelle:
DLG e.V.
www.dlg.org


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