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Sonne, Ätna und Zitrusfrüchte – Pfanzelt Forstmaschinen auf Sizilien

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Artikel eingestellt am:
10.12.2011, 11:38

Quelle:
Pfanzelt Maschinenbau GmbH
www.pfanzelt-maschinenbau.de

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Sizilien ist die größte Insel im Mittelmeer und man verbindet mit ihr eigentlich eher Sonne, Ätna und Zitrusfrüchte als Wald. Ursprünglich war die Insel komplett von Wald bedeckt, der im Lauf der Jahrhunderte jedoch gerodet wurde, um Holz für den Schiffsbau beziehungsweise neues Nutzland zu gewinnen. Größere, zusammenhängende Waldgebiete finden sich heute vor allem in den Monti Madonie und den Monti Nebrodi. Und genau in dieser Region laufen seit einigen Monaten zehn neue Pfanzelt Forstmaschinen.

Die eingesetzten Maschinen, zu denen neben speziell aufgebauten Seilwinden und Rückeanhängern der Firma Pfanzelt auch ein Pm Trac mit Pfanzelt Energieholzfällgreifer gehört, arbeiten für das erste Biomassekraftwerk auf Sizilien. Mehrheitseigentümer des Kraftwerkes ist die RWE Innogy Italia, eine Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE. Das Unternehmen besitzt gemeinsam mit seinem Joint Venture Partner Fri-El Green Power 90 Prozent der Anteile am Projekt. Die restlichen zehn Prozent gehören dem römischen Unternehmen Infrastruktur e Gestioni S.p.A. Die Anlage in Enna ist auf eine Leistung von 18,7 Megawatt ausgelegt und soll damit pro Jahr rund 128.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Diese Menge reicht aus um ca. 30.000 Haushalte in der Region ganzjährig und rund um die Uhr mit Strom zu versorgen.

Das Konzept des Biomassekraftwerkes wurde nach Herstellerangaben den spezifischen Standortbedingungen angepasst und sieht den Einsatz lokaler Biomasse ebenso vor, wie eine enge Zusammenarbeit mit den italienischen Partnern vor Ort. Für den Betrieb des Kraftwerkes werden so rund 180.000 Tonnen Holz pro Jahr benötigt. Hört man diese Planzahlen, so stellt man sich zurecht die Frage, wo diese Mengen an Holz für die Stromproduktion herkommen sollen.

Die Antwort ist allerdings recht simpel. So wurden bereits Langzeitverträge über die Holzlieferung aus den über 20.000 Hektar großen regionalen Eukalyptus-Plantagen abgeschlossen. Diese wurden seiner Zeit angepflanzt, um die Papierindustrie anzusiedeln. Nachdem sich dieses Vorhaben nicht realisieren ließ, wird die Biomasse nun für die CO2-neutrale Stromerzeugung genutzt. Zudem bieten nahegelegene Waldgebiete sowie landwirtschaftlich ungenutzte Flächen verschiedene Optionen zur Biomassegewinnung.

Unterstützung beim wirtschaftlichen und planerischen Konzept für den Transport des Eukalyptusholzes aus den Plantagen kam dabei von der Firma Pfanzelt Maschinenbau aus dem Allgäu. Für den Beginn der Arbeiten wurden insgesamt zehn Forstmaschinen für das Rücken des Eukalyptusholzes eingeplant, allesamt Maschinen aus dem Pfanzelt Produktprogramm. Im Einzelnen bedeutet das: Fünf Traktoren mit friktionsangetriebenen Pfanzelt Rückeanhängern mit 15 Tonnen Nutzlast, Vier Traktoren mit Pfanzelt Doppeltrommelseilwinden mit 2-mal 6 Tonnen Zugkraft und ein Pm Trac 2360 mit Pfanzelt Energieholzfällgreifer.

Bei allen Maschinen handelt es sich dabei um Serienmaschinen, die nach Herstellerangaben speziell an die Bedürfnisse vor Ort angepasst wurden.
Die Vorgaben an die Maschinen und deren Bediener sind sehr anspruchsvoll. Hauptsächlich deshalb, weil die gesamte Liefermenge wegen regionaler Auflagen und Waldbrandgefahr in nur acht Monaten im Jahr eingeschlagen und abtransportiert werden muss. Die Anpassung der Pfanzelt Serienmaschinen wurde sowohl bei den Seilwinden als auch bei den Rückeanhängern vorgenommen, um die Maschinen für den Einsatz vor Ort ideal auszustatten.

In der Folge werden die Rückeanhänger mit einer verlängerten Ladelänge von 7 Meter und einer Bodenwanne aus Stahl geliefert, die es den Bedienern ermöglicht sowohl die teilweise nur einmal in der Mitte ab gelängten Stämme als auch das voluminöses Kronenmaterial zu fahren. Bestandsteile des Konzepts zur effektive Lade- und Rückearbeit sind dabei viele Komponenten aus dem umfangreichen Zubehörprogramm für Pfanzelt Profi Rückeanhänger. Hierzu zählen unter Anderem die aufgebauten Ladekrane mit zehn Metern Reichweite mit einem großen Brutto-Hubmoment von 6 m/to, die vergrößerte Ladefläche, die mit einer Bodenwanne ausgerüstet ist und die Bedienung des Ladekranes, die wahlweise über den Drehsitz aus der Traktorkabine oder vom Bedienerstand auf der Deichsel des Rückeanhängers aus erfolgen kann.

Die Seilwinden, allesamt Doppeltrommelgetriebeseilwinden, aus dem Pfanzelt Profi-Getriebeseilwindenprogramm, wurden so ausgerüstet, dass diese nach dem „Goldberger Verfahren“ genutzt werden können. D.h. eine Seilwinde wird gleichzeitig mit zwei separaten Funkanlagen von zwei Bedienern bedient. Diese können dadurch schneller und vor allem effizienter arbeiten. Da teilweise in schwierigen Hanglagen gearbeitet werden muss und die Arbeitssicherheit höchste Priorität hat, wurden die KWF-geprüften Seilwinden zusätzlich mit einem Antikippsystem ausgerüstet.

Die Ergänzung zum motormanuellen Einschlag ist der Systemschlepper PM Trac, der mit einem Energieholzfällgreifer ausgestattet ist. Der selbst entwickelte und bei Pfanzelt hergestellte Fällgreifer ist die optimale Lösung für die Arbeit mit den Eukalyptusbäumen. Erreicht wird diese Lösung dadurch, dass der Fällgreifer nicht nur Bäume fällen, sondern gleichzeitig auch als vollwertiger Greifer für Ladearbeiten und zum Vorsortieren genutzt werden kann. Dies ermöglicht die über einen patentrechtlich geschützten Halbmond schwenkbare Sägeeinheit. So kann sowohl das Stammholz schnell vorsortiert als auch das Kronenmaterial transportoptimiert abgelegt werden. Letzteres wird dann direkt im Wald gehackt.

Durch die Vielseitigkeit kann der Pm Trac je nach Arbeitsanfall auch zum Rücken oder als Transportmaschine mit 40 km/h auf italienischen Straßen eingesetzt werden. Das schnelle und kostensparende Wechseln der zum Teil weit auseinanderliegenden Einsatzorte ist dank der Straßenzulassung und der 40 km/h Höchstgeschwindigkeit auch ohne LKW möglich.



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