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| Freitag, 10. September 2010 - Online-News aus der Agrartechnik | |||
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landtechnikmagazin.de-Leser David Gebauer aus Olching bei München, ist eingefleischter Landwirtschafts- und Landtechnikfan. Klar, dass er seinen Urlaub nicht wie andere auf Südseeinseln bei 30° C im Schatten verbringt, sondern lieber im kühleren und etwas regnerischeren Spornitz in Mecklenburg-Vorpommern. Schließlich kann man dort auf den riesigen Feldern Maschinen erleben, die man in Oberbayern nicht zu Gesicht bekommt. Lesen Sie hier sein Erntetagebuch, dass er während seines Aufenthaltes in und um Spornitz vom 5. bis 10. August 2006 für das landtechnikmagazin.de verfasst hat:
1.Tag: Anreise, Ankunft und die erste Überraschung
Meine Abfahrt von München-Pasing war um 9:05 Uhr. Mit einer Geschwindigkeit von 255 km/h ging es im ICE zunächst nach Hamburg. In Hamburg angekommen hatte ich eine Stunde Zeit bis der Regionalzug nach Ludwigslust abfuhr. Ein Schienenbus brachte mich von dort nach Spornitz, wo mich die erste Überraschung erwartete: Auf einem Acker sah ich drei Claas V900 Schneidwerke und ein Claas C750 Schneidwerk stehen - aber leider ohne Mähdrescher. Jetzt begann es zu regnen, so dass am nächsten Tag vermutlich keine Möglichkeit bestehen würde, den Weizen zu dreschen. Nach dem Abendessen hatte es aufgehört zu regnen und ich machte noch einen Spaziergang. Gegen 21.00 Uhr stieß ich vor dem Betriebsgelände der Agrar-Produkte eG Spornitz auf einen Lemken Gigant 800, der, wie sich herausstellte, von einer Claas Challenger 55 Raupe gezogen wurde.
2.Tag: Die Agrar-Produkte eG Spornitz
An diesem Sonntag wachte ich um 8.00 Uhr auf und als ich sah, dass es draußen regnete, wollte ich schon gar nicht aufstehen. Doch dann fiel mir ein, dass ich vielleicht auf dem Betriebsgelände der Agrar-Produkte eG Spornitz die Maschinen besichtigen könnte. Nach dem Frühstück lieh ich mir ein Fahrrad aus und fuhr zu dem Betrieb. Ein Mitarbeiter erlaubte mir, mich dort umzusehen. Es dauerte über drei Stunden, bis ich alles angeschaut hatte. Ich entdeckte Unmengen an Maschinen von alt bis neu. Hier ist eine Liste der für mich beeindruckendsten Anbaugeräte und Fahrzeuge:
Claas Lexion 600 mit V900 Schneidwerk (2006 schon die 2. Saison im Einsatz)
All diese Maschinen sind Eigentum des Betriebs.
3.Tag: Die unnötige Fahrradtour nach Klinken
Mein Wecker klingelte um 8.30 Uhr und die Sonne schien. Nach dem Frühstück lieh ich mir wieder ein Fahrrad und fuhr in das 18-20 km entfernte Partnerunternehmen der Agrar-Produkte eG Spornitz nach Klinken. Doch das war ein Reinfall, denn ich konnte mir dort keine Maschinen ansehen und so musste ich unverrichteter Dinge wieder nach Spornitz zurück fahren. Auf dem Rückweg sah ich noch einen Case MX 285 beim Grubbern, den ich über zwei Stunden beobachtete. Dabei erfuhr ich von einem Mitarbeiter, dass vielleicht heute noch der Weizen gemäht wird. Doch die Enttäuschung war groß, da die Mähdrescher erst am nächsten Tag wieder auf den Feldern zu finden sein würden. Also freute ich mich auf meinen 4. Tag in Spornitz und auf die Drescher.
4.Tag: Lexion 600 & Co
Als ich aufwachte schien die Sonne und es waren wohl die besten Vorraussetzungen auf einigen Feldern der ca. 6500 ha großen Flächen zu dreschen. Ich lieh mir wie immer nach dem Frühstück ein Fahrrad und fuhr zunächst in das Naturschutzgebiet der Lewitz, weil dort ein Claas Challenger 55 mit einem Lemken Gigant 800 grubbern sollte. Doch ich konnte ihn nicht finden. Zurück in Spornitz wurden gerade die Mähdrescher aufgetankt und auf einen langen Arbeitstag vorbereitet. Um 12:00 Uhr fingen sie an zu dreschen und keine 20 Minuten später saß ich schon in dem Claas Lexion 580 von Roger Drefahl mit einem V900 Schneidwerk. Ich fuhr von 12:20-21:35 Uhr bei ihm im Drescher mit. Er erzählte mir viele neue Dinge über die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem ca. 90 ha großen Acker waren vier Lexion Mähdrescher im Einsatz, ein Hawe Überladewagen und fünf IFA L60 Lkw mit 3-Achs-Anhängern. Um ca. 21:00 Uhr fing es plötzlich an zu regnen, aber weil sie mit der Ernte nicht länger warten konnten, da sie durch die lange Hitze ohnehin schon große Ernteverluste hatten, fuhren alle weiter. Um 21:35 Uhr waren sie endlich mit dem 2. Feld fertig, welches das letzte für dieses Jahr war. Eine Fortschritt Presse, die von einem Case gezogen wurde, ging leider im Laufe des Tages kaputt, also war es mit dem Strohpressen für heute vorbei. An diesem Tag stand bis auf zwei mal immer ein Lkw zum Abtransport des Getreides bereit. Bei gutem Wetter sollte am nächsten Tag beim Partnerunternehmen in Klinken weiter gedroschen werden.
5.Tag: Der letzte Tag
Mein letzter Tag in Mecklenburg-Vorpommern sollte noch einmal relativ aufregend werden. Ich lieh mir ein Fahrrad aus und radelte nochmals in das Naturschutzgebiet der Lewitz, um vielleicht doch noch die Claas Challenger 55 Raupe mit dem Gigant 800 zu sehen. Nachdem ich nicht einmal fünf Minuten am Feld stand, nahm mich Klaus Naumann in seiner Challenger Raupe mit. Nach ca. einer Stunde machte er Mittagspause und fuhr mit der Raupe zum Auftanken in den Betrieb. Die vier Drescher waren tatsächlich bereits auf dem Weg nach Klinken, um dort den letzten Weizen zu dreschen. Durch Zufall kam ich an das 18-20 km entfernte Feld und konnte ein paar schöne Bilder machen, als die Mähdrescher in einer Art Convoy hintereinander versetzt auf 34,50 m Breite mähten. Am Abend um 21:30 Uhr hörte ich ein unglaublich lautes Motorengeräusch in der Nähe des Hotels. Ich brauchte nicht lange zu suchen, bis ich den Acker fand, auf dem ein Xerion 3300 mit einer Claas-Quaderpresse mit Tandemachse (ganz neu und noch ohne Typenbezeichnung) ganz locker seine Bahnen fuhr.
6.Tag: Die Abreise
Vor meiner Abfahrt in Spornitz mit dem Schienenbus um 11:00 Uhr hatte ich noch Gelegenheit beim Aufladen der Quaderballen zuzusehen. Auf der Fahrt, nach ca. einem Kilometer, fotografierte ich noch einen Kirovets und einen Case International 7120 beim Pflügen mit einem Överum Aufsattel-Beetpflug mit nachlaufendem Packer. Eines steht für mich jetzt schon fest: Nächstes Jahr geht’s wieder auf nach Mecklenburg-Vorpommern!