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| Donnerstag, 24. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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John Deere stellt auf der Agritechnica 2009 sein neues Flaggschiff unter den Feldhäckslern, den 7950i mit 812 PS (Herstellerangabe), vor. Diese Hochleistungsmaschine erntet laut John Deere durchschnittlich 300 Tonnen Mais pro Stunde und kann so einen 40 Kubikmeter-Anhänger in weniger als 2 Minuten und 30 Sekunden befüllen. Auf diese Weise sollen bis zu 26 Wagenladungen pro Stunde im Silo eingelagert werden können.
Weil John Deere mit dem 7950i in einen neuen Leistungsbereich vorstößt, sind im Vergleich zu den Modellen unter 700 PS Leistung eine Reihe von konstruktiven Änderungen in die Maschine eingeflossen. Um diese Änderungen und die Neuerungen an der Häckselstrommel verwirklichen zu können, wurde der Fahrwerksrahmen verlängert und der Häcksler mit einer stärkeren Hinterachse für den Allradantrieb ausgerüstet. Ebenso werden neu entwickelte Endantriebe eingesetzt und die Hubleistung der Hydraulik wurde nach Herstellerangaben um 23 % gesteigert. Auch wurden die Antriebe der Einzugs- und Vielmessertrommel der Leistungssteigerung entsprechend verändert. Die Auslegung des Antriebsstrangs am 7950i soll die Kraftstoffeffizienz der Maschine verbessern, so dass der Häcksler laut John Deere lediglich 0,5 Liter Diesel pro geernteter Tonne Mais verbraucht. Weitere Änderungen betreffen das automatische Schnittlängengetriebe (IVLOC), das den gesteigerten Durchsätzen angepasst wurde. Um bei derartig großen Erntemengen alle Körner zuverlässig anzuschlagen, verfügt der Körnerprozessor über ein 4-fach Powerband. Durch die Kombination der DuraDrum Häckseltrommel und des Schnittlängengetriebes erzielt der Häcksler, so John Deere eine ausgezeichnete Silagequalität.
Angesichts der großen Erntegutmengen, die die Maschine bei voller Auslastung passieren, bietet John Deere neue „Aufrüstungsbündel“ für den Erntegutkanal an, die im Vergleich zu Standardteilen über eine wesentlich höhere Lebensdauer verfügen sollen. Diese sind ab sofort für alle Maschinen erhältlich.
Das neue Motor- und Getriebemanagement beim 7950i erhöht laut John Deere die Effizienz der Maschine und ermöglicht erstmalig den wirtschaftlichen Einsatz großer Motoren im Teillastbereich. Die Maschine erkennt selbständig die Arbeitssituation und reagiert unmittelbar darauf. Der Modus „Straßenfahrt“ sorgt zwischen 1.250 und 2.100 Motorumdrehungen für zusätzliches Drehmoment auf der Straße, wenn dies erforderlich wird. Falls nicht, wird die Motordrehzahl in der gewünschten Geschwindigkeit automatisch auf das niedrigste notwendige Niveau herunter geregelt. Damit sollen sich bis zu 8 % Kraftstoff einsparen und das Drehmoment an Steigungen um bis 27 % erhöhen lassen. Zum kraftstoffsparen am Vorgewende gibt es den so genannten „Feldmodus 1“: Beim Anhalten oder beim Drehen am Vorgewende regelt das System die Motordrehzahl in dem Augenblick herunter, in dem kein Erntegut mehr von der Maschine aufgenommen wird. Die Drehzahl steigt erst wieder, wenn die Maschine die Ernte wieder aufnimmt. Mit diesem Modus lassen sich laut John Deere weitere 10 % Kraftstoff einsparen. Im „Feldmodus 2“ wird die Vorschubgeschwindigkeit der Maschine so geregelt, dass sie immer mit dem niedrigsten Kraftstoffverbrauch arbeiten soll. Damit soll der Kunde bis zu weitere 5 % Kraftstoff pro Hektar einsparen können.
Die exklusive AutoLOC Schnittlängenregelung kombiniert beim John Deere Feldhäcksler 7950i das automatische Schnittlängentriebe (IVLOC) mit dem Feuchtigkeitsmesssystem HarvestLab und soll dadurch eine besonders gute Silagequalität ermöglichen. Dabei misst HarvestLab über einen Nah-Infrarot (NIR)-Sensor die Feuchtegehalt des Erntegutes und berechnet über den Trockensubstanzgehalt die optimale Schnittlänge. Außerdem ermöglicht John Deere mit Hilfe der Dokumentationssoftware HarvestDoc die komplette Rückverfolgbarkeit bei der Gewinnung von Gas- und Maissilage. Mit dieser Software lassen sich Menge und Trockensubstanzgehalt des Erntegutes von der Ernte bis zur Lieferung an die Biogasanlage oder den Stall lückenlos dokumentieren.
Ab dem Modelljahr 2010 wird John Deere für seine Feldhäcksler in der Erntezeit 7 Tage die Woche Erntedienst anbieten. Gleichzeitig erhalten die Kunden im ersten Jahr eine besondere Maschinenbetreuung, bei der sie vom Knowhow der Fabrik, der Servicetechniker im Feld und dem Wissen der Vertriebspartner profitieren können, und zwar vom Vertragsabschluss bis zur „Überwinterung“ der Maschine. Außerdem bietet John Deere in Deutschland für seine Feldhäcksler die dreistufige PowerGard-Garantieverlängerung an.
Um die Investition in den Feldhäcksler rund um das Jahr optimal nutzen zu können, lassen sich die John Deere Feldhäcksler künftig mit vier verschiedenen Erntevorsätzen betreiben: Die neuen leistungsstarken Pickups der Baureihe 600C für die Grasernte lassen sich laut John Deere leicht an- und abbauen. Sie verfügen über eine robuste Zinkentrommel, die wegen ihres kleinen Durchmessers auch größte Schwade problemlos aufnehmen soll. Die neue wahlweise erhältliche Seitenpendelung der 630C soll für ein sauber abgeräumtes Feld sorgen und die mechanische Beanspruchung der Pickup verringert, selbst bei sehr unebenen Feldern. Die mechanisch schwenkbaren Tasträder sind über eine Schnellverstellung zehnfach höhenverstellbar und werden in Transportposition automatisch verriegelt. Auf Wunsch ist die Schwenkeinrichtung hydraulisch aus der Kabine heraus zu betätigen. Um diese Pickups der höheren Motorleistung anzupassen, wurde der Antrieb mit einer robusten Zweifachkette und einer neuen Sicherheitskupplung für die Einzugsschnecke ausgerüstet.
Nachdem die Ernte von Ganzpflanzensilage für Biogasanlagen an Bedeutung gewonnen hat, können John Deere Feldhäcksler jetzt mit dem neuen Zürn Quickcut-Erntevorsatz ausgerüstet werden. Dieser sorgt für einen direkten und kurzen Schnitt und ist auf den problemlosen Anbau an den John-Deere-Häcksler abgestimmt. Der Zürn Quickcut arbeitet mit einem leistungsfähigen Messerbalken mit rotierenden Messern, der laut John Deere bis zu 26 % weniger Kraftstoff pro Tonne Erntegut verbraucht als ein vergleichbares Wettbewerbsprodukt. Durch den direkten Antrieb mit Hilfe des Schnittlängengetriebes (LOC) und die integrierte Rutschkupplung des Antriebsstranges ist dieser Erntevorsatz mit der Frontplatte des Häckslers voll kompatibel. Um ein sauber abgeräumtes Feld, einen tiefen Schnitt, hohe Flächenerträge und eine geringe mechanische Beanspruchung der Einzugsorgane zu erzielen, wurde in den Zürn Quickcut-Erntevorsatz zudem ein Pendelrahmen integriert. Anbau und Demontage für den Transport können, so der Hersteller, von einer Person vorgenommen werden, außerdem steht ein Schneidwerkswagen zur Verfügung.
Um die Leistungsreserven der Häckslermodelle 7750 und 7950 voll auslasten zu können, steht mit dem Kemper 390plus Erntevorsatz der erste Vorsatz der nächsten Generation von Erntevorsätzen mit kleinen Trommeln zur Verfügung. Der 390plus ist ein 12-reihiger Vorsatz mit 9 m Arbeitsbreite, der laut John Deere problemlos sowohl für die Maisernte als auch für die Ernte von Ganzpflanzensilage eingesetzt werden kann. Zusätzliche, aktive Förderelemente im Vorsatz sollen den Gutfluss auch unter schwierigen Bedingungen verbessern. Aufgrund der völlig neuartigen Konstruktion des Einzugsbereichs sind diese Vorsätze für Feldhäckslerkanalbreiten von bis zu 100 cm geeignet. Somit lässt sich der 7950i problemlos an die Leistungsgrenze heranführen. Für die Arbeit in Lagermais wurden die äußeren Teilerspitzen völlig neu konzipiert. Zusammengeklappt auf 3,3 m Transportbreite, ist der Kemper 390plus Erntevorsatz für eine Fahrgeschwindigkeit von 40 km/h auf der Straße zugelassen und mit einem Zusatzfahrwerk ausgerüstet, das eine geringere Ballastierung am Heck und vor allem die Einhaltung der gesetzlich maximal zulässigen Vorderachslast erlaubt.
Um John Deere Feldhäcksler auch im Winter nutzbar zu machen, lassen sich die Maschinen mit einem CRL Holzerntevorsatz für die Ernte von nachwachsenden Rohstoffen für die Biomasse-Verwertung ausrüsten. Dieser Erntevorsatz erfordert für den eigenen Antrieb extra Ölpumpe, -kühler und -tank sowie Unterflur-Schutzplatten für den Häcksler. Er ist auf den Einzug der John-Deere-Häcksler voll abgestimmt. Eine große Abweisertrommel an der Vorderseite dieses Erntevorsatzes soll die Kabine auch bei der Ernte schnell wachsender Weiden mit einem Stammdurchmesser von bis zu 10 cm schützen. Eine Hochgeschwindigkeits-Schneideinrichtung sorgt beim CRL Holzerntevorsatz für die rasche und behinderungsfreie Zuführung des Holzes zu den Einzugswalzen und der Häckseltrommel.
Auf der Agritechnica 2009 zeigt John Deere seine Neuheiten – darunter auch den neuen Feldhäcksler 7950i und die neuen Erntevorsätze – in Halle 09, Stand H36L und Halle 13, Stand A43.