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CLAAS wächst weiter profitabel

Der Umsatz der CLAAS-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2006 um 8,1 % auf 2.351 Mio. €. Alle drei Geschäftsfelder – Landtechnik, Fertigungstechnik und Industrietechnik – trugen zu dem Wachstum bei. Die Umsatzentwicklung in der Landtechnik zeigte jedoch regionale Unterschiede. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz in diesem Segment um 8,3 % auf 2.164,2 Mio. €. In der Fertigungstechnik wurde der Anstieg vornehmlich in den Bereichen Maschinenbau und Luftfahrt erzielt. Der Umsatz verbesserte sich um 3,5 % auf 153,3 Mio. €. In der Industrietechnik erhöhte sich der Außenumsatz deutlich um 14,9 % auf 33,5 Mio. €.

Im Geschäftsfeld Landtechnik realisierte CLAAS in den Regionen West-, Zentral- und Osteuropa sowie in den außereuropäischen Ländern zum Teil signifikante Umsatzsteigerungen. Die Marktposition konnte in den meisten Regionen und Produktgruppen ausgebaut werden.

In Westeuropa, dem für CLAAS wichtigsten Landtechnikmarkt, stieg der Umsatz um 1,6 % auf 1.504,5 Mio. €. Der Anstieg wurde getragen durch ein Plus im Erntemaschinengeschäft. CLAAS hat sich gut behauptet und die Stellung insgesamt gefestigt. Im Traktorenbereich konnte CLAAS bei rückläufigem Gesamtmarkt das Umsatzniveau halten und somit seinen Marktanteil ausbauen. In Deutschland steigerte CLAAS den Landtechnikumsatz um 5,6 % und knüpfte damit nahtlos an die gute Entwicklung des Vorjahrs an. Das Wachstum resultierte in erster Linie aus dem Mähdrescher- und Futtererntemaschinengeschäft, aber auch die Traktorensparte erhöhte den Umsatz. In dem für CLAAS größten europäischen Landtechnikmarkt Frankreich bildete sich das hohe Umsatzniveau des Vorjahrs leicht zurück. Den schwierigen Marktbedingungen, besonders im Traktorengeschäft, konnte sich auch CLAAS nicht vollständig entziehen, wobei die Marktposition leicht verbessert wurde. Demgegenüber blieb das Erntemaschinengeschäft auf Vorjahresniveau. In Großbritannien zeigte das Erntemaschinengeschäft leichte, das Traktorengeschäft stärkere Zuwächse. CLAAS baute die führende Marktposition in Großbritannien weiter aus. Auf der Iberischen Halbinsel führten ungünstige Wetterbedingungen zu Umsatzrückgängen, wenngleich in einem geringeren Ausmaß als im Vorjahr. Dagegen setzte sich in Skandinavien die positive Entwicklung fort. Besonders Dänemark und Schweden verzeichneten einen deutlichen Anstieg.

Die in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnenen Landtechnikmärkte Zentraleuropas erreichten nicht ganz das hohe Vorjahresniveau. Einbußen in Polen standen Erhöhungen in Rumänien und Ungarn, u.a. bedingt durch staatliche Förderprogramme, gegenüber. In den osteuropäischen Märkten erzielte CLAAS – wie schon im Vorjahr – höhere Umsätze; die Dynamik hat sich noch beschleunigt. Noch besser war die Entwicklung in der Russischen Föderation sowie in der Ukraine und in Weißrussland, wo CLAAS von dem enormen Marktwachstum profitierte.

Im außereuropäischen Ausland zog der Landtechnikumsatz ebenfalls mit über 25 % kräftig an. In den USA lag die Nachfrage nach CLAAS Landmaschinen über dem Niveau des Vorjahrs. Die in den USA ansässigen Gesellschaften CLAAS of America und CLAAS Omaha erzielten abermals einen deutlich höheren Umsatz. Vor allem der höhere Absatz von Feldhäckslern leistete hierzu einen wesentlichen Beitrag. In Argentinien entwickelte sich das Geschäft – trotz angespannter Marktbedingungen – positiv und führte zu einer Stärkung der Position im Mähdreschermarkt. Auch in dem für die Gruppe zunehmend wichtigen Markt Indien verbuchte CLAAS nennenswerte Umsatzzuwächse.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2006 um 63,1 Mio. € auf 619,9 Mio. € (+11,3 %). Dieser Anstieg resultiert in erster Linie aus dem Umsatzzuwachs von 175,7 Mio. €. Gleichzeitig verbesserte CLAAS die Bruttoergebnismarge um nahezu einen Prozentpunkt auf 26,4 % (Vorjahr: 25,6 %). Vor allem das höhere Absatzvolumen im Bereich der Erntetechnik trug zu der überproportionalen Steigerung des Bruttoergebnisses bei. Das betriebliche Ergebnis der CLAAS-Gruppe stieg erneut substanziell um 41,6 Mio. € auf 146,5 Mio. €. Die Betriebsergebnismarge verbesserte sich von 4,8 % auf 6,2 %. Dieser weit überproportionale Anstieg um 39,6 % beruhte maßgeblich auf den Verbesserungen der Aufwandsstrukturen als Ausdruck fortgesetzter Effizienzsteigerungen in den Funktionsbereichen Produktion sowie Vertrieb und Verwaltung. Zur Erfüllung des anspruchsvollen Entwicklungsprogramms hat CLAAS die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr weit überproportional um 26,0 % auf rund 100 Mio. € erhöht.

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Mio. € auf -15,8 Mio. € (Vorjahr: -18,5 Mio. €) verbessert. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete erneut das Beteiligungsergebnis. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war in erster Linie der Ergebnisbeitrag der at Equity bewerteten Absatzfinanzierungsgesellschaft CLAAS Financial Services S.A.S. Insgesamt stieg das Beteiligungsergebnis um 1,3 Mio. € auf 4,9 Mio. €. Das Zins- und Wertpapierergebnis sowie das übrige Finanzergebnis verbesserten sich in Summe ebenfalls, und zwar um 1,4 Mio. €. In Summe führten die Verbesserungen im betrieblichen Ergebnis und im Finanzergebnis zu einer signifikanten Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern um 44,3 Mio. € auf 130,7 Mio. € – ein Anstieg von 51,2 %. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg von 54,7 Mio. € auf 80,9 Mio. €. Die Steuerquote beträgt 38,1 % nach 36,7% in 2005.

Das gesamte Investitionsvolumen im Berichtsjahr 2006 betrug 91,3 Mio. € (Vorjahr: 86,1 Mio. €). Die Sachinvestitionen lagen mit 84,3 Mio. € ebenfalls über dem Vorjahreswert (70,7 Mio. €) und überstiegen wie schon in den Vorjahren die entsprechenden Abschreibungen deutlich. Die größte Einzelinvestition des Geschäftsjahrs 2006 stellt die Übernahme von weiteren Anteilen der RENAULT Agriculture dar. Mit dem Erwerb der zweiten Tranche hat sich der Anteil am größten französischen Traktorhersteller von 51 % auf 80 % erhöht. Neben den im Rahmen der Kaufpreisallokation aktivierten Vermögenswerten beruht der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte vor allem auf den aktivierten Entwicklungskosten. Im Hinblick auf die Entwicklungsaktivitäten stand im Berichtsjahr speziell die Überarbeitung des Produktangebots in den Bereichen Traktoren und Mähdrescher im Vordergrund. Des Weiteren zielten die Investitionen vorrangig auf die Modernisierung und Neustrukturierung des weltweiten Produktionsnetzwerks ab. Die bereits im Geschäftsjahr 2005 begonnenen Projekte zur Erweiterung sowie strukturellen Optimierung der Produktionsstätten sind planmäßig komplettiert und auf entsprechend hohem Niveau vorangetrieben worden. Alle Produkte wurden weiterentwickelt mit besonderem Fokus auf Traktoren und Mähdrescher. Erhebliche Mittel sind dabei in typengebundene Werkzeuge geflossen. Die Investitionsmaßnahmen konzentrierten sich des Weiteren darauf, den Anlagenbestand technologisch auf dem neuesten Stand zu halten. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit standen die Werke an den Standorten Harsewinkel, Le Mans und Paderborn.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung vor Aktivierung von Entwicklungskosten und Abschreibungen sind im Berichtsjahr von 78,9 Mio. € auf 99,4 Mio. € gestiegen; das entspricht einem Zuwachs von 26,0 % (Vorjahr: 8,5 %). Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben machen etwa 4,2 % des Umsatzes aus. Insgesamt führten im Geschäftsjahr die F&E-Aktivitäten zu einer Steigerung der weltweiten Patentanmeldungen um 18,0 %.

Zum 30.09.2006 beschäftigte CLAAS insgesamt 8.191 Mitarbeiter und damit 0,7 % mehr als zum Bilanzstichtag des Vorjahrs (8.134). Ausbildung hat bei CLAAS einen hohen Stellenwert. So liegt die Ausbildungsquote in den deutschen Gesellschaften mit 7,2 % weit über dem Branchendurchschnitt. Im Berichtsjahr hat CLAAS insgesamt 330 junge Menschen ausgebildet. Sofern sie sich nicht für eine weiterführende Ausbildung entschieden haben, sind sie jetzt bei CLAAS in einem Beschäftigungsverhältnis.

Die globalen Getreidevorräte befinden sich auf dem tiefsten Stand seit 25 Jahren. Diese Knappheit schlägt sich weltweit in steigenden Getreidepreisen nieder. Deshalb geht CLAAS auch für das Geschäftsjahr 2007 insgesamt von einem stabilen Welt-Landtechnikmarkt aus, wobei sich einzelne Märkte unterschiedlich entwickeln werden. Die Märkte in Westeuropa schätzt CLAAS als stabil ein. Die hohen Vorjahresniveaus einiger regionaler Produktmärkte werden 2007 nicht ganz gehalten werden können, doch dürften sich die von der Dürre in 2005 betroffenen Regionen Südeuropas leicht erholen. Die teils unterdurchschnittlichen Ernteerträge sind durch die positive Preisentwicklung mindestens kompensiert worden, so dass das Einkommen der Landwirte überwiegend auf einem stabilen Niveau geblieben ist. Auch in den EU-Beitrittsländern Zentraleuropas sollten die guten Erzeugerpreise die Investitionen in westeuropäische Landtechnik auf hohem Niveau halten. Der fortschreitende Strukturwandel und die damit einhergehende Modernisierung der Landwirtschaft werden die Investitionsbereitschaft weiter erhöhen. Allerdings ist auch die zentraleuropäische Landwirtschaft in hohem Maß von steigenden Betriebsmittelpreisen bei Dünger und Treibstoff sowie von steigenden Löhnen betroffen, die das Investitionsverhalten dämpfen könnten. Die Märkte in Osteuropa dürften 2007 ihre positive Entwicklung fortsetzen und der Anteil westlicher Technik, deren Fertigung zunehmend vor Ort erfolgen wird, sollte voraussichtlich weiter steigen. Die weltweite Nachfrage nach ackerbaulichen Erzeugnissen und das Preisniveau ergeben für Osteuropa erhöhte Exportchancen. Risiken für die westliche Landtechnikindustrie liegen möglicherweise in einem zunehmenden Protektionismus in den Märkten. Nach der Abschwächung des nordamerikanischen Landtechnikmarkts im Jahr 2006 dürfte sich der Markt im kommenden Jahr wieder stabilisieren. Der Aufschwung der Bio-Ethanolindustrie in den USA, die mittlerweile Verarbeitungskapazitäten für mehr als 20 % der US-Maisernte bereitstellt, treibt die aktuellen Entwicklungen an den Warenterminmärkten für Agrarrohstoffe maßgeblich an. Der positiven Preisentwicklung stehen allerdings auch in Nordamerika steigende Preise für Betriebsmittel gegenüber. Die rückläufige Entwicklung des südamerikanischen Marktes dürfte beendet sein, für 2007 werden erste Wachstumsimpulse erwartet. Neben der Verschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe wird die Entwicklung der Wechselkurse einen wesentlichen Einfluss auf den Export von Agrargütern haben. Der indische Landmaschinenmarkt wird die Rekordmarken des Jahrs 2006 - besonders bei Traktoren - 2007 vermutlich nicht ganz erreichen. Dennoch erwartet CLAAS für 2007 aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen einen Markt auf hohem Niveau. Insgesamt geht CLAAS für das Geschäftsjahr 2007 von einer Fortsetzung der stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus.

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Rubrik:
Landtechnik allgemein

Artikel eingestellt am:
03.1.2007, 10:29

Quelle:
CLAAS KGaA mbH / red. bearbeitet
www.claas.com
infoclaas [at] claas.com


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