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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Claas wird im Norden von Indien, im Bundesstaat Punjab, ein neues Mähdrescher-Werk bauen. Cathrina Claas legte dazu in einer offiziellen Feierstunde im Beisein des deutschen Botschafters in Morinda den Grundstein für den neuen Claas Standort. In dem neuen Werk werden Mähdrescher hergestellt, die speziell für die Getreideernte in Indien entwickelt wurden. Mitte 2008 soll die Produktion beginnen. Das Investitionsvolumen für das neun Hektar große Werksgelände beläuft sich anfangs auf etwa 11 Millionen Euro und wird in einer zweiten Phase auf 19 Millionen Euro aufgestockt. Während im ersten Schritt etwa 300 Mitarbeiter am neuen Standort beschäftigt sein werden, wird die Mitarbeiterzahl mittelfristig auf ca. 500 anwachsen.
Das neue Werk in Morinda ist bereits das zweite Mähdrescher-Werk von Claas in Indien. Seit 1992 ist Claas mit einer Produktionsstätte im Süden von Delhi, in Faridabad, vertreten. Dort werden vornehmlich Mähdrescher für die Reisernte entwickelt und produziert. „Mit dem neuen Mähdrescher-Werk unterstreichen wir unser langfristiges Engagement in Indien. Wir glauben an Indien und seine erfolgreiche Zukunft“, so Cathrina Claas, stellvertretende Vorsitzende des Gesellschafter-Ausschusses.
Claas ist der erste westliche Hersteller, der in Indien mit einem Werk für Mähdrescher vor Ort ist und dort Maschinen fertigt, die auf die lokalen Erntebedingungen zugeschnitten sind. „Wir möchten die Bedürfnisse unserer Kunden noch besser erfüllen und den Markt mit lokalen Produkten bedienen,“ sagt Lothar Kriszun, Geschäftsführer Claas Global Sales. „Während sich der in Faridabad gefertigte CROP TIGER 30 bereits durchgesetzt hat, wollen wir mit dem neuen CROP TIGER 60 aus Morinda eine neue Leistungsklasse in Indien definieren.“
Der neue Mähdrescher CROP TIGER 60 wurde im Claas Werk in Faridabad entwickelt und im Praxiseinsatz während der letzten Ernten getestet. Jan-Hendrik Mohr, Geschäftsführer des Geschäftfeldes Getreideernte: „Mit dem CROP TIGER 60 erschließen wir uns zusätzliche Absatzchancen. Durch das neue Werk in Morinda schaffen wir Arbeitsplätze bei Claas und auch bei den Zulieferern in Indien. Zudem tragen wir mit unserem Know-how zur Weiterentwicklung der indischen Landwirtschaft bei.“
Morinda liegt im Herzen Nordindiens. Die Region um Punjab und Haryana gilt als Kornkammer und als ein industrielles Zentrum Indiens. Hier befindet sich das größte geschlossene Bewässerungsgebiet der Erde, das mit einer Bewässerungsfläche von 102.000 Quadratkilometer fast das Vierfache der Bewässerungsfläche des Nils erreicht. Durch die ganzjährige Bewässerung können mehrere Ernten im Jahr erzielt werden.
Indien ist auch heute noch ein Agrarstaat. Mit einem Anteil von einem Fünftel am Bruttoinlandsprodukt zählt die Landwirtschaft zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen. 60 Prozent der Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Auf gut der Hälfte der rund 184 Millionen Hektar landwirtschaftlichen Nutzfläche wird Getreide, in erster Linie Reis (45 Mio. ha) und Weizen (27 Mio. ha), angebaut. Bis heute bestellen die Landwirte ihre Felder größtenteils noch ohne Maschinen; der Mechanisierungsgrad liegt erst bei 10 Prozent. Bei guten Wetterbedingungen erlauben die Temperaturen den ganzjährigen Anbau mit zwei oder teilweise auch drei Ernten.
Morinda liegt 28 Kilometer westlich von Chandigarh, der Hauptstadt der Bundesstaaten Punjab und Haryana. Im indischen Sprachgebrauch wird sie als „die Schöne Stadt“ bezeichnet. In den 50er Jahren vom französischen Architekten Le Corbusier am Reißbrett entworfen, zieht die Stadt heute durch ihren Wohlstand Menschen aus dem ganzen Land an. So ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahren auf etwa eine Million Einwohner angestiegen. Ganz in der Nähe hat die Punjab Agricultural Universität (PAU) in Ludhiana ihren Sitz. Ein hohes Potential an Fachkräften sichert die Fakultät für Ingenieurwesen und Technologie. Viele erstklassige Absolventen von PAU haben ihren Berufsweg bei Claas begonnen.