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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Der weltweite Markt für Landtechnik verzeichnete nach dem Rekordjahr 2008 teils spürbare Rückgänge. Der VDMA bezifferte den Umsatzrückgang der Branche in 2009 mit 25 %. Hohe Volatilitäten der Märkte für Agrarprodukte sowie die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise führten zu Verunsicherung und Zurückhaltung der Landwirte. Vor diesem Hintergrund ging der Umsatz der Claas Gruppe nach Unternehmensangaben um 10,4 % auf 2,9 Mrd. € zurück, das Ergebnis vor Steuern betrug 112,3 Mio. €. Es lag zwar 54,7 % unter dem Vorjahr, stellt aber, so Claas, innerhalb der Branche einen respektablen Wert dar. Zudem konnte Claas die Marktposition in wichtigen Märkten nach eigenen Angaben halten oder sogar ausbauen.
Nach sehr guter Umsatzentwicklung zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres brachen besonders die osteuropäischen Märkte massiv ein. Zuwächse in der Landtechnik in Deutschland und anderen Märkten wurden durch diese Rückgänge überkompensiert. In dem für Claas bedeutendsten Landtechnikmarkt Westeuropa blieb der Umsatz entgegen dem Markttrend nach Firmenangaben mit fast 2 Mrd. € auf hohem Niveau. Der Umsatz in den Landtechnikmärkten Zentraleuropas blieb in fast allen Regionen unter den Vorjahreswerten. Die osteuropäischen Märkte zeigten nach Jahren fortgesetzten Umsatzwachstums im abgelaufenen Geschäftsjahr erhebliche Umsatzrückgänge. Besonders betroffen war die Russische Föderation, deren Nachfrage nach westlicher Landtechnik sehr deutlich abnahm. Im außereuropäischen Ausland reduzierte sich der Landtechnikumsatz insgesamt. Diese Entwicklung verlief in den einzelnen Regionen unterschiedlich: Während in den zentralasiatischen Ländern Umsatzeinbußen zu verzeichnen waren, legte der Umsatz in den USA noch deutlich zu.
Das Segment Fertigungstechnik verzeichnete im Berichtsjahr nach Unternehmensangaben einen deutlichen Umsatzrückgang um 17,9 % auf 132,4 Mio. €. Die Claas Fertigungstechnik ist Lieferant der internationalen Luftfahrt- und Automobilindustrie. Beide Branchen befinden sich gegenwärtig in tief greifenden Umbruchphasen und sind von Unsicherheiten geprägt. Die Claas Industrietechnik, der Systemlieferant für Antriebstechnik, Hydraulik und Elektronik konnte sich ebenfalls den schwierigen Rahmenbedingungen nicht entziehen und verzeichnete nach Firmenangaben einen Umsatzrückgang um 11,2 Mio. € auf 31,6 Mio. €.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhten sich im Geschäftsjahr 2009 laut Claas um 11,0 Mio. € auf insgesamt 124,8 Mio. €. Damit stieg der Anteil der F&E Kosten am Umsatz auf 4,3 % (Vorjahr: 3,5 %). Die nochmalige Aufstockung der Entwicklungsaufwendungen unterstreiche den hohen Stellenwert zukunftsorientierter Ausgaben in der Claas Gruppe auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten. Schwerpunkte der F&E Aktivitäten 2009 waren unter anderem die Erweiterung des Traktorenprogramms mit dem für Europa geeigneten 4 x 4 Großtraktor XERION 5000/4500 für das Profisegment. Zahlreiche weitere, in zwei Fällen mit Goldmedaillen der DLG ausgezeichnete Neuerungen aus allen Bereichen belegen, so Claas, darüber hinaus die hohe Innovationskraft des Unternehmens.
Zum Stichtag 30.09.2009 zählte die Claas Gruppe nach eigenen Angaben 9.467 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.100), über 40 % davon außerhalb Deutschlands. Trotz gestiegener Mitarbeiterzahl konnte der Personalaufwand auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden. Wesentliche Gründe hierfür seien der Kapazitätsaufbau in Wachstumsmärkten, verstärkte Investitionen in Ausbildung, die Wirkung variabler Vergütungssysteme sowie die Nutzung von Kurzarbeit. Die Personalpolitik bei Claas bleibt nach Firmenangaben auch unter konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin auf Kontinuität und Zukunftssicherung ausgerichtet.
Im schwierigen Marktumfeld des Geschäftsjahres 2009 erzielte der Claas Konzern nach Unternehmensangaben ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 112,3 Mio. € (-54,7%). Damit wurde eine Umsatzrentabilität von 3,9 % erreicht (Vorjahr: 7,7%). Der Ergebnisrückgang sei maßgeblich von der Landtechnik geprägt. Erschwerte Finanzierungsbedingungen sowie das allgemein unsichere Investitionsklima infolge der Finanzkrise haben diese Industrie im abgelaufenen Jahr zunehmend beeinflusst. Die Cash Earnings betrugen nach Firmenangaben zum Bilanzstichtag 156,9 Mio. € (Vorjahr: 285,9 Mio. €). Der Rückgang um 129,0 Mio. € resultierte laut Claas im Wesentlichen aus der verschlechterten Ergebnissituation. Die Liquiditätsposition, die sich aus den liquiden Mitteln und den Wertpapieren des Kurzfristvermögens zusammensetzt, ging nach Unternehmensangaben im Geschäftsjahr 2009 – trotz der Begebung eines Schuldscheindarlehens im Juni 2009 in Höhe von 250 Mio. € – vor allem auf Grund der hohen Mittelbindung im Working Capital auf 677,2 Mio. € zurück. Damit liege die Liquidität zwar unter dem sehr guten Vorjahreswert von 716,2 Mio. €, doch weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Eigenkapital konnte laut Claas ergebnisbedingt auf 775,5 Mio. € erhöht werden. Durch den im Verhältnis zur Bilanzsumme unterproportionalen Anstieg des Jahresüberschusses ging die Eigenkapitalquote im Berichtszeitraum leicht zurück und liegt bei nach wie vor stabilen 35,1 %.
Die 2009 zu beobachtende rückläufige Marktentwicklung wird, so Claas, im Jahr 2010 noch nicht überwunden sein. Nach Einschätzung des Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer ist im Bereich Landtechnik mit einem weiteren Marktrückgang von mindestens 10 % zu rechnen. Dennoch seien erste Anzeichen der Stabilisierung zu erkennen. Das gelte für Rohstoffpreise ebenso wie für die Entwicklung des Zinsniveaus und der Wechselkurse. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind von der noch immer andauernden Finanzmarktkrise geprägt. Auf diese Situation stellt sich Claas nach eigenen Angaben mit einer eher zurückhaltenden Produktions- und Absatzplanung ein. Den möglichen negativen Tendenzen will das Unternehmen zudem mit einem umfassenden Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm begegnen. Im Rahmen dieses Projekts „Fitness 2010“ werden alle Geschäftsprozesse und operativen Kostenbereiche auf den Prüfstand gestellt. Die langfristig positiven Trends für die Landtechnik haben, so Claas, nach wie vor Bestand: Bevölkerungswachstum und steigende Ernährungsansprüche der Weltbevölkerung, Verknappung des Faktors Boden und die zunehmende Nutzung der Äcker für nachwachsende Rohstoffe werden sich langfristig positiv auf die Nachfrage nach modernster Landtechnik auswirken.