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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Nach zwei Jahren der Konsolidierung sieht Lemken wieder Licht am Umsatzhimmel. Für das abgelaufene Geschäftsjahr weist der Landtechnikspezialist mit 5,4 % zwar nochmals einen Rückgang aus, der angesichts eines schwierigen Umfelds aber moderat ausfällt. Seit dem Boomjahr 2008 ist das Geschäftsvolumen damit nach Firmenangaben von 257 Mio. auf nun 203 Mio. Euro zurückgegangen. Für 2011 erwartet Lemken bereits wieder einen Anstieg.
„Die Aussichten sind deutlich besser geworden“, so Lemken Geschäftsführer Dr. Franz-Georg von Busse. Dennoch plane man für das kommende Jahr mit einem kleinen Plus vorsichtig, da nach wie vor wirtschaftliche Unsicherheiten bestünden.
2010 haben, so Lemken, vor allem die deutschen Landwirte ihre Investitionen in neue Landmaschinen reduziert, während in Osteuropa die Finanzierungskrise nach zwei sehr schwachen Jahren zunehmend überwunden wird. Vor allem auf dem russischen Markt zeige sich eine Erholung des Geschäfts. Deutlich besser als geplant habe sich der Absatz in Großbritannien entwickelt. In anderen wichtigen Auslandsmärkten Westeuropas wie Frankreich oder Dänemark führten laut Lemken dagegen niedrige Getreidepreise zu Rückgängen. Der Exportanteil stieg nach Unternehmensangaben insgesamt um 2 Punkte auf 65,3 %.
Zum Jahresende beschäftigte Lemken nach eigenen Angaben weltweit 878 Mitarbeiter; die Stammbelegschaft wurde damit gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.
Das Lemken Feldspritzenprogramm hat sich nach Firmenangaben erfolgreich etabliert – auch deshalb hat Lemken 2 Mio. Euro in eine moderne größere Produktionsstätte für Feldspritzen in Föhren nahe dem bisherigen Hetzerath bei Trier investiert. Bereits zum Jahresanfang 2011 werden dort die ersten Anbaufeldspritzen gebaut. Der Hauptstandort in Alpen profitiert, so Lemken, bereits von den Rekordinvestitionen von über 25 Mio. Euro, vor allem in die neue KTL-Lackieranlage. Um die Weichen für weiteres Wachstum zu stellen, investiert das niederrheinische Familienunternehmen nach eigenen Angaben gleichermaßen in den Auslandsmärkten. Zu den wichtigen Projekten zählt dabei die neue Pflugfabrik im indischen Nagpur, die mit einer Kapazität von zunächst 1.000 vornehmlich kleineren Pflügen Ende 2011 fertig gestellt sein soll. Vielversprechend sei die Nachfrage nach moderner Landtechnik ebenfalls in China. So will Lemken nahe Peking bereits im kommenden Jahr mit der Montage von Geräten für den lokalen Bedarf starten. Bislang brachte eine Fertigungskooperation mit einem der großen heimischen Traktorenhersteller erste Erfahrungen auf diesem Markt.
Bereits zum Jahresende 2010 ist der Aufschwung, so Lemken, auch in der Landtechnikbranche angekommen: Das Vertrauen der Landwirte und Lohnunternehmer in eine stabilere allgemeine Wirtschaft, verbunden mit wieder steigenden Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse lassen höhere Investitionen in professionelle Landtechnik erwarten. Es bestehen aber auch Unsicherheitsfaktoren, da die Finanzkrise noch nicht gänzlich überwunden ist und wichtige Märkte Osteuropas aufgrund staatlicher Eingriffe schwer einschätzbar bleiben. Lemken geht daher von einem moderaten Anstieg für 2011 aus. Vor allem die flexible Arbeitsorganisation sowie zeitweilig erhöhte Bestände an Geräten und Ersatzteilen haben sich als Maßnahmen bewährt, kurzfristig auf schwankende Nachfrage reagieren können.
Insgesamt blickt das nun 230 Jahre alte Traditionsunternehmen optimistisch in die Zukunft. Es sieht sich mit seinem Schwerpunkt auf die professionellen Anwender gut gerüstet, um die langfristig wachsende Nachfrage nach innovativen und zuverlässigen Maschinen für die Bodenbearbeitung, Aussaat und den Pflanzenschutz erfolgreich zu nutzen.