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| Sonntag, 05. Februar 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Angesichts eines wirtschaftlich schwierigen Umfelds hat sich Lemken im Geschäftsjahr 2009 nach eigenen Angaben gut behauptet und mit 215 Mio. Euro Umsatz sogar den zweithöchsten Wert in seiner Unternehmensgeschichte erreicht. Der Rückgang von 16 % beendete allerdings eine fünfjährige Wachstumsphase, in der der Landtechnikspezialist sein Geschäftsvolumen mehr als verdreifachen konnte.
Im ersten Halbjahr 2009 verlief die Umsatzentwicklung dank eines guten Auftragsbestands sogar noch auf Vorjahresniveau. Danach waren der reduzierte Auftragseingang sowie etliche Stornierungen eine größere Herausforderung für die Produktionsplanung. Für Lemken Geschäftsführer Dr. Franz-Georg von Busse hat sich die flexible Arbeitsorganisation gerade in dieser Geschäftslage bewährt. „Vor allem durch den Verzicht auf die über 150 Zeitarbeitskräfte, mit denen wir die Boomjahre bewältigt hatten, konnten wir den Umsatzrückgang auffangen. Hohe Arbeitszeitkonten und eine gleichermaßen hohe Flexibilität und Qualifikation der Stammbelegschaft trugen dazu bei, dass wir Kapazitäten und Bestände kurzfristig zurückführen konnten.“ Zum Ende des Jahres beschäftigte Lemken nach eigenen Angaben weltweit insgesamt 866 Mitarbeiter; die Stammbelegschaft wurde damit gegenüber 2008 sogar geringfügig erhöht.
Die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzierungskrise zeigten sich insbesondere auf den Märkten in Russland und einigen MOE-Staaten. Nach dem Ausnahmejahr 2008 brach die Nachfrage hier infolge schwacher Währungen sowie protektionistischer Maßnahmen bis zu 80 % ein. Demgegenüber entwickelten sich die meisten westeuropäischen Absatzgebiete stabil. Mit einem erneut deutlichen Umsatzzuwachs auf über 30 Mio. Euro stieg dabei Nachbarland Frankreich zum größten Auslandsmarkt für Lemken auf. Der Umsatz im Heimatmarkt Deutschland konnte nahezu auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden. Die Exportquote reduzierte sich um 4 Punkte auf 64 %.
Über die letzten drei Jahre hat Lemken nach eigenen Angaben eine Rekordsumme von über 25 Mio. Euro allein in neue Produktions- und Logistikflächen an den deutschen Standorten Alpen, Hetzerath und Meppen investiert. „Wir planen und bauen langfristig“, kommentiert Geschäftsführer von Busse die Strategie des Familienunternehmens. „Trotz des derzeitigen Abschwungs zahlen sich diese Investitionen in Qualität und Lieferfähigkeit unserer Produkte bereits jetzt aus.“ Die neue Lackieranlage, die dank modernem KTL-Verfahren eine deutlich verbesserte Optik und Korrosionsbeständigkeit garantiert, wurde Mitte 2009 erfolgreich in Betrieb genommen.
Die nach wie vor gute Ertragslage sowie die praktisch komplett im Unternehmen reinvestierten Gewinne gewährleisten laut Lemken eine solide Finanzkraft. Entsprechend setzt Lemken auch die wichtigen Auslandsinvestitionen fort, um an den erwarteten langfristigen Nachfragezuwächsen in den weltweiten Agrarmärkten teilzuhaben. So wird das Vertriebs- und Servicezentrum nahe Kaluga südwestlich von Moskau 2010 planmäßig fertig gestellt sein. Dort sollen auch Geräte montiert werden, die mit Arbeitsbreiten bis zu 12 Meter speziell für die russischen Anforderungen entwickelt wurden. Weitere Gelder fließen in eine eigene Pflugfabrik in Indien. Dort will Lemken ab 2012 Pflüge für Traktoren bis 60 PS für den lokalen Bedarf produzieren.
Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr 2010 bleiben die Rahmenbedingungen, so Lemken, weiterhin schwierig: Ein hoher Preisdruck und damit niedrige Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie die anhaltende Wirtschaftskrise führen zu einer zurückhaltenden Investitionsplanung der Landwirte und Lohnunternehmer. Deshalb erwartet Lemken für 2010 einen erneuten Umsatzrückgang, wenn auch der befriedigende Auftragseingang zu Jahresbeginn bereits für eine kontinuierliche Produktionsauslastung in den ersten Monaten gesorgt habe.
Insgesamt blickt das nun 230 Jahre alte Traditionsunternehmen optimistisch in die Zukunft. Es sieht sich mit seinem Schwerpunkt auf die professionellen Anwender gut gerüstet, um die langfristig weiter wachsende Nachfrage nach innovativen und zuverlässigen Maschinen für die Bodenbearbeitung, Aussaat und den Pflanzenschutz erfolgreich zu nutzen.