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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1970 steht die INTERFORST für forsttechnische Innovationen. Das wird auch zur 11. Veranstaltung wieder so sein. Die INTERFORST zeichnet aus, dass sie sich immer als eine Messe versteht, die sowohl die forsttechnische „Hardware“ als auch die zugehörige „Software“ wie Verfahrenstechnik, Arbeitsorganisation und Technikmanagement präsentiert. Dies war und ist auch die zentrale Aufgabe des INTERFORST-Kongresses und der INTERFORST-Foren. Diese sind in Verbindung mit der Messe und zusammen mit den Sonderschauen unverwechselbare Markenzeichen der INTERFORST seit ihrem Bestehen.
Seit 2002 gibt es als weiteren Innovationstreiber den Neuheitenwettbewerb des KWF, der fester Bestandteil der INTERFORST ist. Die INTERFORST beziehungsweise die dort abgebildete Forsttechnikgeschichte lässt sich in 5 wesentliche Phasen einteilen.
Im ersten Jahrzehnt von 1970 bis 1980 stand die Entwicklung der Rücketechnik mit zahlreichen für den Forsteinsatz umgerüsteten landwirtschaftlichen Schleppern mit Frontpolterschild und Tragbergstütze sowie vor allem mit Doppeltrommel-Funkseilwinde und dann vor allem als deutsche Neuentwicklung die sehr geländegängigen so genannten Forstspezialschlepper mit Knicklenkung und ebenfalls Funkwinden im Mittelpunkt. Eine weitere Errungenschaft dieses Zeitabschnitts ist die Entwicklung und Perfektionierung mobiler Langholz-Entrindungsmaschinen und die Mechanisierung der Schwachholzernte auf halbstationären und stationären Aufarbeitungsplätzen. Die Rundholztechnik mit Entrinden, Vermessen und Einteilen mit EDV-gestützter Einteiloptimierung findet sich bis heute auf den wenigen verbliebenen forsteigenen Holzhöfen und den Rundholzplätzen der Sägeindustrie. Der Einsatz von Forstfunk ermöglichte erstmals in Katastrophenfällen die Einsatzkoordination von Maschinen und Unternehmern.
Das zweite Jahrzehnt von 1980 bis 1990 ist geprägt durch den Beginn der mechanisierten Schwachholzernte mit Fällmaschinen und Prozessoraufarbeitung und brachte die erste größere Mechanisierungswelle, die zwar später durch die Kranvollernter-Technologie abgelöst wurde, aber mit dazu beitrug, die Sturmkatastrophe 1990 und auch die folgende von 1999 in kürzester Zeit zu bewältigen. Von wesentlicher Bedeutung war auch die Perfektionierung der Mobilseilkrantechnik unter anderem mit Funksteuerung für die Holzbringung in Steilhängen und die Entwicklung der ersten Harvester für Fällung und Aufarbeitung.
Die politischen Ereignisse von 1990 bis 2000, wie die deutsche Wiedervereinigung und die Öffnung nach Osteuropa haben nicht nur die Gesellschaft geprägt, sondern auch die Forsttechnik. Die neuen Bundesländer wurden in die aktuelle Forsttechnik eingebunden. Zeitgleich entwickelte sich die Philosophie der naturnahen Waldwirtschaft mit angepasster, besonders boden- und bestandschonender Forsttechnik. Außerdem gewann Deutschland den Anschluss an das forsttechnisch führende Skandinavien mit der Entwicklung eigener Harvester und Forwarder sowie durch Anpassung und Vertrieb skandinavischer Produkte auf dem mitteleuropäischen Markt. Und schließlich ist der „Siegeszug“ der Kranvollernter und Forwarder zu nennen – heute Standard in befahrbaren Lagen.
Seit 2002 erlebte der Rohstoff Holz eine Renaissance unter anderem als Folge der hohen Holzvorräte, die die Bundeswaldinventur nachwies. Die Forstwirtschaft reagierte mit der verstärkten Beschäftigung mit Themen wie Holzmobilisierung, Prozessorientierung und der Optimierung der Logistikkette vom Wald zum Werk mit den entsprechenden Werkzeugen (EDV, Navigation). Gleichzeitig begann die Umwandlung der Staatsforstbetriebe in Unternehmen, wie zum Beispiel in die Gründung der Bayerischen Staatsforsten. Die weitere Perfektionierung der Kranharvestertechnologie erlaubt seitdem den Einsatz auch im schwierigeren Gelände, im stärkeren Nadelholz und auch im Laubholz durch Kettenfahrwerke und Sicherung durch Synchronseilwinde.
Die Interforst 2010 läutet das fünfte Jahrzehnt mit Chancen und Herausforderungen ein. Eine wesentliche Chance liegt sicherlich darin, dass Holz als Multitalent mittlerweile unbestritten anerkannt ist, da es nachhaltig, zukunftsfähig, innovativ ist. Herausforderungen verbergen sich hinter den Stichworten Klimawandel, Umbau der Wälder und Katastrophenholzanfall. Auf der INTERFORST 2010 geben Aussteller, Kongress, Foren und Sonderschauen einen umfassenden Ausblick auf die Zukunft der Forsttechnik.