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| Samstag, 11. Februar 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Bis Anfang September wurden beim Agritechnica-Veranstalter, der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) 331 Neuheiten angemeldet. Eine von der DLG eingesetzte, neutrale Expertenkommission hat aus diesen Neuheiten nach strengen Kriterien insgesamt sieben Neuheiten mit Goldmedaillen (siehe Artikel „Agritechnica 2007: Siebenmal Gold für innovative Neuheiten“) und 33 Neuheiten mit Silbermedaillen ausgezeichnet. 22 der 33 Silbermedaillen-Gewinner haben wir Ihnen schon in den Artikeln „Agritechnica 2007: 33mal Silber für innovative Neuheiten (Teil 1)“ und „Agritechnica 2007: 33mal Silber für innovative Neuheiten (Teil 2)“ vorgestellt, die restlichen elf stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor:
Bernard Krone GmbH Maschinenfabrik, D-Spelle, Halle 4, Stand A11 „SafeCut“ Mähscheibensicherung:
Mähwerksscheiben sind durch Hohlspannstifte gegen Überlastung, z. B. bei Fremdkörperkontakt, auf der Antriebswelle gesichert. Schert der Hohlspannstift ab, kollidiert die nicht mehr angetriebene Mähscheibe häufig mit den Nachbarscheiben, wodurch es zu gravierenden Schäden kommen kann und aufwändige Reparaturen notwendig sind. Durch die neu entwickelte Mähscheibensicherung „SafeCut“ wird bei einem abgedrehten Hohlspannstift die weiter rotierende Scheibe auf einem Hubgewinde nach oben gedreht und gelangt damit aus dem gefährdeten Drehbereich der Nachbarscheiben. Zudem wird im Normalbetrieb der Hohlspannstift nicht belastet und bekommt kein Spiel. Die Spannmutter auf der Antriebswelle ist mit zwei Schrauben mit dem Scheibenmodul fest verbunden. Das festgelegte Anzugdrehmoment reicht für die Belastungen im Normalbetrieb aus. Erst bei Überlastung wird das Drehmoment überschritten, und der Hohlspannstift bricht als Sicherung. Eine dauerhaft gleich bleibende Sicherung ist damit gegeben. (siehe Artikel „Mit SafeCut jetzt noch sicherer abschneiden“)
CLAAS Vertriebsgesellschaft mbH Deutschland, D-Harsewinkel, Halle 4, Stand C22 „Jaguar Feldhäcksler – Gesamtkonzept“:
Eine höhere Schlagkraft bei Feldhäckslern wird vorrangig durch eine vergrößerte Arbeitsbreite und eine erhöhte Motorleistung erzielt, wobei die Maschinen auch schwerer werden. In dem neuen Gesamtkonzept ist unter anderem durch Neupositionierung von Motor, Achsen und Aggregaten eine deutliche Gewichtsreduzierung von etwa 6 % möglich geworden, so dass auch mit klappbaren Vorsatzgeräten von bis zu 7,5 m Arbeitsbreite die gesetzlichen Vorgaben nach StVZO eingehalten werden. Zusammen mit der integrierten Reifendruckregelanlage ist das ein wichtiger Beitrag zur Bodenschonung. Zudem wird der Kraftstoffverbrauch gesenkt, und da weniger Kraft für den Fahrantrieb benötigt wird, steht mehr für die Häckselarbeit zur Verfügung. Die neue Schaufelmessertrommel hat ein günstiges Schneid-, Wurf- und Strömungsverhalten, so dass auch hier der Kraftbedarf gesenkt wird mit positiver Auswirkung auf den Kraftstoffbedarf. Einstell- und Servicearbeiten an der Messertrommel sind verringert. Die Messer werden nur mit zwei Schrauben befestigt. Nach dem einmaligen Einstellen werden die Messer bis an die Verschleißgrenze gefahren. Durch die besondere Form der Messer ist das sonst erforderliche Nachstellen bei ca. 50 % Abnutzung nicht mehr nötig, ebenso entfällt der Messerwechsel für unterschiedliche Erntegüter. Es gibt nur einen Messertyp. Die Wurfleistung des Beschleunigers kann von der Kabine aus an wechselnde Erntebedingungen und Schnittlängen durch Verstellung des Spalts zur Rückwand angepasst werden. Der Fahrer wird zusätzlich durch eine automatische Parallelführung der Auswurfkrümmerklappe (Krümmerpilot) entlastet. (siehe Artikel „Neue CLAAS JAGUAR 900er-Baureihe – Feldhäcksler mit noch mehr Power“)
Lothar Wellenbrock Getreidetechnik, D-Wittenförden, Halle 17, Stand A24, Mitentwickler: Maasergemins KG, D-Rostock, Symeo GmbH, D-München „Navi Kornknecht“:
Der Kornknecht ist ein an sich bekanntes Produkt, das weiterentwickelt wurde und somit wesentliche Verbesserungen in der Funktion und im Verfahren erwarten lässt. Der Kornknecht besteht aus zwei jeweils vertikal im Getreide arbeitenden Schnecken, die das Getreide, wie von Schneckenmischern bekannt, durchmischen. Bisher konnte der Kornknecht nicht ohne Aufsicht arbeiten. Die weiterentwickelte Ausführung besitzt eine automatische Navigation und Ansteuerung durch Funksignalortung. Auf dem Kornknecht befindet sich eine Positionierungs-Basisstation, welche aus den Funksignalen die aktuelle Position bestimmt. Diese wird zusammen mit weiteren Daten an den Steuerrechner gefunkt. Der Steuerrechner ermittelt aus der Position die erforderlichen Schaltvorgänge für die Wegsteuerung und funkt sie zum Kornknecht. Während der Arbeit des Kornknechts werden Messwerte, wie z.B. die Korntemperatur, aufgenommen. Die Messwerte werden kartiert und können zur Steuerung von Trocknungsmaßnahmen und zum Nachweis der Qualitätssicherung benutzt werden. Damit wird ein großer Beitrag zur Qualitätskontrolle und -erhaltung geleistet. Gefahren durch Selbsterwärmung und Qualitätseinbußen durch Verderb (Schimmel und extrem schädliche Toxine) werden auf diese Weise weitestgehend ausgeschlossen. Der Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik ist sehr hoch.
HGV Tolsma, D-Bad Fallingbostel, Halle 2, Stand C19 „Wetter in Control“:
Für die Klimatisierung des Kartoffellagers werden von den Prozessoren unterschiedliche Regelgrößen in Echtzeit genutzt. Mit der Einbeziehung einer internetbasierten, regelmäßig aktualisierten Wetterprognose in den Entscheidungsprozess ist ein aktives und vorausschauendes Belüftungsregime möglich. Erwartete Warmphasen lassen sich so z. B. durch eine vorherige stärkere Abkühlung der Kartoffeln mit geringeren Temperaturschwankungen oder dem reduzierten Einsatz maschineller Kühlleistung überstehen. Dies trägt sowohl zu verminderten Energiekosten als auch zu einer gleichmäßigeren Lagertemperatur und damit besseren Produktqualitäten bei.
Trioliet Mullos B.V., NL-Oldenzaal, Halle 6, Stand A39 „TRIOTRAC“ - Selbstfahrender Futtermischwagen mit Schneid-Ladesystem:
Hochleistungskühe benötigen Mischrationen mit relativ hohem Kraftfutteranteil. Damit Stoffwechselkrankheiten, wie z.B. Azidose, wirksam vorgebeugt werden kann, ist eine möglichst schonende Behandlung der Strukturkomponenten des Futters von großer Bedeutung. Im selbstfahrenden Futtermischwagen TRIOTRAC von Trioliet ist dies konsequent umgesetzt, indem bekannte Elemente optimal verbunden werden. Er schneidet das Futter mit einem U-Schneidrahmen sauber vom Futterstock ab. Die im Schneidrahmen integrierte Förderrolle wirft das Futter auf das 2 m breite Schrägförderband. Der Schrägförderer mit stufenloser Geschwindigkeitsregelung erlaubt eine schonende und trotzdem leistungsfähige Förderung des Futters in den Mischbehälter. Die zwei hydrostatisch angetriebenen Vertikalschnecken mischen das Futter in kurzer Zeit. (siehe Artikel „Neuer selbstfahrender Futtermischwagen TRIOTRAC von Trioliet“)
Spearhead A/S, DK-Kolding, Halle 8, Stand B20 „Star Cut Messersystem für Rotormäher“:
Das Messersystem ist speziell für das Nachzerkleinern von Stoppeln aus dem Mähdrusch-Hochschnitt-Verfahren entwickelt. Ungünstige Rahmenbedingungen, wie grünes Stroh, am Halmgrund taufeuchtes Stroh bzw. niedrige Fallzahlen durch späte Ernte erzwingen oft eine Leistungssteigerung der Mähdrescher durch Hochschnitt. Die oberen geraden Messer sind 25 mm länger und schneiden die Stoppel zuerst. Die unteren kürzeren Messer mit Windflügeln schneiden die Stoppeln nach und verwirbeln das Stroh im Gehäuse, was ein zusätzliches Zerkleinern und Spleißen bewirkt und damit die Verrottung beschleunigt. Mit großer Arbeitsbreite (> 8 m) und hoher Fahrgeschwindigkeit (> 15 km/h) ist es sinnvoll, diesen Arbeitsgang überbetrieblich durchzuführen. Denn die Kosten dürfen nicht höher liegen als die Einsparungen beim Mähdrusch.
Spearhead A/S, DK-Kolding, Halle 8, Stand B20 Twinga Auslegerhäcksler:
Ein doppeltes Drehgelenk mit 180° Grad-Schwimmstellungs-Radius ermöglicht es erstmals, dass der Schlegelkopf in einem Bereich von 240° Grad in allen Positionen arbeiten kann. Dadurch ist das Mähen von Gräben einer Straßenseite durch Hin- und Rückfahrt möglich, so dass Leerfahrten entfallen, und Hindernisse (Bäume, Verkehrsschilder) können von beiden Seiten problemlos ummäht werden. Zusätzlich kann die Mähhöhe hydraulisch aus der Kabine eingestellt werden, um sich an unterschiedliche Bodenbedingungen anzupassen. Auch ermöglicht das doppelte Drehgelenk eine sichere Astpflege rund um den Baum herum.
Motec GmbH, D-Hadamar-Steinbach, Halle 8, Stand D20 „MVR6000, Funksystem der neuesten Generation zur kabellosen Bildübertragung in Verbindung mit einem Motec Kamerasystem“:
Zur effizienten Zusammenarbeit zwischen Traktor- und Erntemaschinenfahrern wurde ein Funksystem der neuesten Generation zur kabellosen Bildübertragung bei der Ernte entwickelt. Dabei haben alle Fahrer gleichzeitig den Blick von der Erntemaschine in den Laderaum, so dass der Traktorfahrer durch Verändern der Fahrgeschwindigkeit eine gleichmäßige Beladung erzielen kann. Andere Traktorfahrer in der Logistikkette können durch das Kamerabild für einen reibungslosen Ablauf – „fliegenden Wechsel“ - beim Abtransport des Erntegutes sorgen, so dass teure Standzeiten der Erntemaschine ebenso vermieden werden wie unnötig langes Hinterherfahren des Wechselfahrzeugs. Technologisch wird ein Funksystem der neuesten Generation zur kabellosen Bildübertragung verwendet, bei der das Kamerabild von der Erntemaschine auf die Monitore aller Fahrzeuge übertragen wird. Die Sendereichweite von über 100 m, die Robustheit der Übertragungsqualität sowie die selbsterklärende Bedienoberfläche führen zu einer deutlichen Fahrerunterstützung und reduzieren gleichzeitig Kosten und Umweltbelastungen. (siehe Artikel „DLG prämiert: Neues Funkvideosystem MVR6000 von Motec“)
Agri-Con GmbH, D-Jahna, Halle 16, Stand E12 Mitentwickler: proPlant Gesellschaft für Agrar- und Umweltinformatik mbH, Halle 17, Stand H09 „PF-Box“:
Die PF-Box ist eine Softwareplattform für die Steuerung von teilschlagbezogenen Anwendungen auf Traktoren und Selbstfahrern. Die Software läuft auf allen gängigen Universal-Betriebssystemen und kann Hersteller unabhängig vom Ausbringungsgerät bzw. dessen Steuerungscontroller eingesetzt werden. Unterstützt werden die derzeit wichtigen agronomischen Handlungskonzepte, wie die N-Düngung verschiedener Kulturen, der Einsatz von Wachstumsreglern im Wintergetreide, die Grunddüngung sowie die Krautabtötung bei Kartoffeln. Freie Anwendungen sind kalibrierbar. Die PF-Box bietet drei Anwendungsmodi. Neben dem Online-Ansatz, der Echtzeit-Messungen in agronomische Anwendungen umsetzt, werden erstellte Streu- und Spritzkarten abgearbeitet. Beim Overlay-Ansatz werden Informationen eines Sensors mit hinterlegten Karten verschnitten. Die Kompatibilität zu vielen Applikationsgeräten macht die Softwareplattform für die Praxis interessant.
Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, D-Damme, Halle 2, Stand C29 „Visual-Protect“:
Das visuelle CAN-Bus-gesteuerte Überwachungssystem senkt Risiken und optimiert den Ernteprozess. Die Bedienung der immer komplexer werdenden Erntemaschinen erfordert weitere Maßnahmen zur Fahrerunterstützung sowie zur Lösung potentieller Probleme. Hierzu wird erstmals ein neuartiges visuelles CAN-Bus-gesteuertes Überwachungssystem vorgestellt. Visual Protect koppelt die CAN-basierten Fehlermeldungen mit dem Videokamera-Multiplexer, so dass für den Fahrer unverzüglich ein Kamerabild des Problembereichs eingeblendet wird. Hierdurch erhält der Fahrer einen schnellen visuellen Überblick und kann gegebenenfalls präventiv reagieren. Der Einsatz des Systems bietet Potenzial zur Reduzierung von Schäden an der Maschine und am Erntegut, zur Reduzierung von Stillstandszeiten und zur Erhöhung der Arbeitssicherheit bei gleichzeitiger Entlastung des Fahrers. (siehe Artikel „Grimme: Erfolgsmodell SE 150-60 weiter verbessert“)
AGROCOM GmbH & Co. Agrarsysteme KG, D-Bielefeld, Halle 16, Stand A10, Mitentwickler: Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, D-Damme, Halle 2, Stand C29 „Optiplan Profi“ - Synchronisation der Farm-Management-Software mit intelligenten Bedienterminals zur Verwaltung von Stamm- und Auftragsdaten:
Optiplan Profi synchronisiert Stammdaten, die von intelligenten Bedienterminals, beispielsweise von Zuckerrüben- und Kartoffelrodern, auf dem Feld erhoben werden. mit den auf dem PC verwalteten Stammdatensätzen. Die Stammdatenpflege kann so während der Kampagne auch durch das Maschinenpersonal erfolgen, wobei sie hier, für die Identifizierung der Datensätze, auf ein Minimum beschränkt werden kann. Intelligente Algorithmen führen die verschiedenen Datensätze auf Basis der ISO-Norm 11783 Teil 10 nach der Kampagne zu einem gemeinsamen Datenbestand ohne Dopplungen zusammen. Die Synchronisation der Datensätze erlaubt den Einsatz der Programme ohne zeitaufwändige und oft auch lückenhafte Voraberfassung. Die Verwaltung von Stamm- und Auftragsdaten wird in der überbetrieblichen Arbeit erheblich erleichtert. Effektivere Arbeitsabläufe sorgen darüber hinaus für eine bessere Dokumentation.