Biogas-Fachgespräch diskutiert effektive Maßnahmen zum Fortbestand von Biogasanlagen

Mit der Neuausrichtung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2014 liegt der Schwerpunkt im Biogasbereich heute weniger auf dem Bau von neuen Anlagen als vielmehr auf der Frage, wie der Fortbestand vorhandener Biogasanlagen in Zukunft sinnvoll abgesichert werden kann. Beim Biogas-Fachgespräch am 23. Februar 2016 in Nossen wird unter dem Titel „Zukunft für Biogasbestandsanlagen – ein Widerspruch?“ diskutiert, wie die Wertigkeit des erzeugten Biogas erkannt und richtig dargestellt werden kann.

Die Mehrzahl des aktuellen Biogasanlagenbestands hat die Hälfte der ehemals zugesicherten Vergütungsdauer von 20 Jahren bereits heute erreicht bzw. überschritten. Um die bestehenden Anlagen für die Zukunft fit zu machen, gilt es für die Betriebe, ihre Anlage zu ertüchtigen, sie entsprechenden Repoweringmaßnahmen zu unterziehen oder sinnvolle Alternativen zu entwickeln. Das kann heißen, den Ausbau des Wärmenetzes vorzunehmen, durch geeignete Maßnahmen Methanemissionen zu verringern, im Rahmen der Flexibilisierung ein weiteres BHKW zuzubauen oder ein BHKW mit höherem Wirkungsgrad zu ersetzen und ggf. den Gasspeicher zu erweitern. In diesem Zusammenhang sind jedoch immer auch ökonomisch tragfähige Konzepte gefragt. So können größere Investitionserfordernisse, wie beispielsweise ein zusätzliches Gärproduktlager, insbesondere bei Anlagen mit kurzen Restlaufzeiten, im Einzelfall auch die Entscheidung einer vorfristigen Anlagenstilllegung beeinflussen.

Im Rahmen des Biogas-Fachgespräches wird Frau Dr. Claudia Brückner (LfULG) zunächst Kurzinformationen zum Förderprogramm „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau“ vom 6. Oktober 2015 präsentieren. Im Anschluss erläutert Dipl.-Volkswirt Martin Lohrmann (Coach für Energie- und Umweltprojekte) den Nutzen der Biogasanlagen für die Energiewende. Unter dem Titel „Flexibilisierung – jetzt oder nie?“ wirft Martin Dotzauer vom Deutschen Biomasseforschungszentrum in seinem Vortrag die Frage auf, in welchem Zeitfenster eine Flexibilisierung von Biogasanlagen (noch) sinnvoll umsetzbar ist. Nach einer Pause spricht Torsten Reinelt vom DBFZ zum Thema „Methanemissionen aus Bestandsbiogasanlagen – Minderung und Betriebsoptimierung“, den Abschluss bildet ein Exkurs in die Finanzierung von landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Frau Lore Schöffel, Prokuristin der Volksbank Pirna eG und Dr. Danilo Stephan, Abt.-Direktor Strukturierte Finanzierungen Agrarwirtschaft der DZ Bank AG Leipzig, stellen anhand verschiedener Beispiele konkrete Handlungsmöglichkeiten dar und zeigen auf, wie die Bank in der jetzigen Situation ein wichtiger Partner sein kann. Im Anschluss an die Vorträge bietet sich die Möglichkeit für einen gemeinsamen Austausch sowie Diskussion der Ergebnisse. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Frau Dr. Claudia Brückner (LfULG).

Das Biogas-Fachgespräch findet statt am 23. Februar 2016 von 13:00 bis 16:00 Uhr im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Landwirtschafts- und Umweltzentrum Nossen (LUZ), Waldheimer Straße 219 / Haus 3, Julius-Kühn-Haus, 01683 Nossen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Imbiss und Getränke können bei Bedarf kostenpflichtig in der Kantine des LfULG erworben werden. Eine Anmeldung ist per E-Mail über eveline.zschoche[at]smul.sachsen[punkt]de oder per Fax: + 49 (0)351 451 2610 009 möglich. Weitere Informationen sind zudem unter www.dbfz.de/fachgespraeche abrufbar.

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Rubrik:
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Artikel eingestellt am:
06.2.2016, 7:32

Quelle:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
www.dbfz.de


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