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Im Fokus der INTERFORST 2010: Vibrationsbelastungen in Großmaschinen

Auf der INTERFORST 2010 führt das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) in einer Sonderschau Vibrationsmessungen an einem Harvester vor und zeigt aktuelle Forschungs- und Arbeitsergebnisse. Bediener von forstlichen Großmaschinen sind während ihrer Arbeit ständigen Vibrationen ausgesetzt. Starke Vibrationsbelastungen können zu gesundheitlichen Problemen führen. Das Verringern der Vibrationen bei der Arbeit ist daher ein wichtiges Thema zur Verbesserung der Ergonomie von Bedienerplätzen.

Die ständigen Vibrationsbelastungen, denen ein Forstmaschinenführer während seiner Arbeitszeit ausgesetzt ist, führen zum früheren Ermüden und die Konzentration lässt nach. Die Produktivität sinkt, die Fehlerrate steigt und damit auch die Unfallgefahr. Auch gesundheitliche Probleme können auftreten. Diese machen sich besonders im unteren Rückenbereich, aber auch im Bereich der Schultern und des Nackens bemerkbar.

Arbeitgebern schreibt die Arbeitsschutzverordnung für Arbeitsplätze daher eine Gefährdungsbeurteilung der Vibrationen vor. Hersteller von Maschinen müssen laut Maschinenrichtlinie Vibrationen so gering wie möglich halten und den Schwingungsgesamtwert in der Betriebsanleitung angeben. Daher ist diese Messung auch ein entscheidender Teil der KWF-Gebrauchswertprüfung. Das Erfassen der so genannten Ganzkörperschwingungen (GKS) erfolgt im Rahmen der KWF-Prüfung praxisnah. Die Vibrationen werden im Wald beim Arbeitseinsatz der Maschine aufgenommen. Außerhalb der Forstwirtschaft werden Sitz-Vibrationen oft bei Fahrbewegungen über normierte Rüttelstrecken gemessen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Für forstliche Großmaschinen gibt es allerdings noch keine normierten Testverfahren. Die reine Fahrbewegung der Forstmaschinen spielt aber, zumindest für Harvester und Forwarder, eine eher untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt des Arbeitsalltags liegt deutlich auf den Kranarbeiten bei stehender Maschine oder in Verbindung mit einer meist sehr langsamen Fahrbewegung. Selbst bei Seilschleppern ist der Zeitanteil, den die Maschine auf der Rückegasse bzw. dem Maschinenweg fährt, nicht übermäßig groß.

Die Vibrationen werden über zwei Sensoren gemessen. Ein Sensor ist mittels Magneten am Kabinenboden befestigt. Ein weiterer, wichtigerer Sensor ist in ein flaches Sitzkissen integriert. Er erfasst, auf den Sitz gelegt, diejenigen Schwingungen, die unmittelbar auf den Bediener der Maschine einwirken. Dabei werden Schwingungen in den drei Raumachsen getrennt aufgenommen. Die gemessenen Sitzschwingungen werden automatisch auf einen Achtstundentag hochgerechnet.

Überschreitet der ermittelte Wert für eine Tagesschicht den unteren Grenzwert, ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Beschäftigten auf die Gefahren hinzuweisen. Er hat jährliche arbeitsmedizinische Untersuchungen anzubieten und nach Möglichkeit Maßnahmen zur Reduktion der Belastung einzuleiten. Bei Überschreiten des oberen Grenzwertes sind die Arbeiten einzustellen. Neu in den Richtlinien zur Arbeitsplatzbeurteilung ist auch, dass die Tagesexposition eines Fahrers durch den Arbeitgeber in einer Risikoanalyse beurteilt werden muss.

Eine individuelle und aufwändige Messung eines jeden Arbeitsplatzes ist in der Richtlinie ausdrücklich nicht gefordert. Es reicht, wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitsplatz auf Basis von ihm zur Verfügung stehenden Vergleichswerten beurteilt. Hierzu bieten die im Rahmen der KWF-Prüfung ermittelten Ganzkörperschwingungswerte der geprüften Maschinentypen eine hervorragende Grundlage.

Das praktische Messen und Auswerten der Werte am Beispiel eines Kranvollernters ist vom 14. bis 18. Juli 2010 auf der INTERFORST in München zu sehen.

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Rubrik:
Messen und Veranstaltungen

Artikel eingestellt am:
03.3.2010, 17:16

Quelle:
Messe München GmbH
www.interforst.de
info [at] interforst.de


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