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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Das Thema Gasaufbereitung und -einspeisung war bislang nur größeren Biogasanlagen im Megawattbereich vorbehalten. Mit dem „Zevener Modell“ beschreitet der Biogasspezialist MT-Energie jetzt einen neuen Weg: Die Aufbereitung von 250 Nm³ Rohbiogas. Dieses intelligente Konzept ermöglicht, so MT-Energie, eine rentable Aufbereitung bei Biogasanlagen mit einer Leistung von deutlich weniger als 1,0 MWel.
Hinter dem „Zevener Modell“ verbirgt sich eine Kombianlage, in der ein BHKW mit ca. 400 kW elektrischer Leistung ausreichend Hochtemperatur-Wärme abgibt, um eine Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von rund 250 Nm³ Rohgas pro Stunde zu versorgen. Als Aufbereitungstechnik kommt dabei die drucklose Aminwäsche zum Einsatz, die einen entsprechenden Wärmebedarf hat. Damit hat man die Verbrauchskosten der Aufbereitung, die im Wesentlichen aus dem Wärmebedarf bestehen, auf Dauer unter Kontrolle – und ist von Preisschwankungen am Strommarkt unabhängig. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber physikalischen Aufbereitungstechniken, die als Prozessenergie Strom benötigen. Darüber hinaus wird die Motorabwärme für die Aufrechterhaltung der Gärtemperatur in den Fermentern der Biogasanlage genutzt, so dass auch hier eine eigene Wärmequelle zur Verfügung steht. Dank der intelligenten Verschaltung von Rohgasanlage, BHKW, Wärmeauskopplung und Aufbereitungsanlage lässt sich das BHKW nach Herstellerangaben ganzjährig mit einer Wärmenutzung von weit über 70 Prozent betreiben.
Erhebliches Einsparpotenzial ergibt sich zudem bei der Einspeisung: Auf Grund der geringen Rohgasmenge kann man das produzierte Biomethan in das lokale Mitteldruck-Versorgungsnetz einspeisen. Gegenüber einer Anbindung an ein Hochdrucknetz ist der Aufwand für eine Verdichtung des Gases weitaus geringer. Die Kosten der Einspeisetechnik reduzieren sich laut MT-Energie somit unter Einbehaltung des DVGW-Regelwerkes auf rund 100.000 €. Damit verbunden sind erhebliche Kosteneinsparungen für den Netzbetreiber.
Zwar ist in kleinen Anlagen der spezifische Wert der Aufbereitungskosten höher als bei größeren Anlagen. Dem erhöhten Wert von 0,6 bis 0,7 Cent je kWh Brennwert (Hs,n) stehen jedoch die Einsparungen der Transport- und Bilanzierungskosten gegenüber, so dass bei der Einspeisung in Verbrauchsnetze schnell der Nachteil der höheren spezifischen Kosten einer Kleinanlage kompensiert werden soll. So ist die Wirtschaftlichkeit dieser Art von Gasaufbereitung laut Hersteller mit der von großen Aufbereitungsanlagen ab 700 Nm³ Rohgas pro Stunde zu vergleichen, so dass auch Landwirte mit Anlagengrößen ab 800 kWel nachhaltig wirtschaftlich Biomethan erzeugen können.
Auf der EuroTier 2010 präsentiert MT-Energie das „Zevener Modell“ in Halle 26, Stand K25.