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Fendt setzt auf regenerative Energie aus der Region

Fendt heizt seit September sein Werk in Marktoberdorf vollständig mit Fernwärme der neu errichteten Futtertrocknungsanlage bei Ruderatshofen. Der Standort ist nur rund drei Kilometer vom Fendt-Werk entfernt. Zur Erzeugung der Fernwärme verbrennt die Futtertrocknungsanlage Biomasse und Hackschnitzel von Landwirten und Zulieferern aus der Region. Die Futtertrocknungsgenossenschaft beliefert Fendt mit einer Heizleistung von zehn Megawatt, das Warmwasser erreicht das Fendt-Heizhaus mit einer Temperatur von 105 Grad Celsius.

„Wir tun hier nicht nur Gutes für die Umwelt, die Umstellung auf die Fernwärme bedeutet für uns auch einen wirtschaftlichen Vorteil“, erläutert Michael Hahner, Leiter Instandhaltung, Umwelt bei Fendt. Bei Energiekosten von rund 800.000 Euro pro Jahr ist eine wirtschaftliche und kostensparende Lösung zur Energieversorgung für Fendt von großer Bedeutung. Die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Region zur Energieproduktion sorgt für mehr Unabhängigkeit vom Rohölpreis und den damit verbundenen Preisschwankungen und -erhöhungen. Der CO2-Ausstoß von rund 4.100 Tonnen jährlich wird durch die Nutzung der Fernwärme komplett vermieden. Das Holz, das zur Hackschnitzel-Erzeugung verwendet wird, wird aus der Umgebung bezogen. „Eine Aufforstung ist nicht notwendig, das Holz ist vorhanden. So können wir hier ganzheitlich umweltschonend Energie produzieren“, erklärt Uwe Lüpke, Projektleiter und Ingenieur Objektüberwachung bei Gammel Engineering.

In der kombinierten Futtertrocknungsanlage werden zur Heutrocknung sowie der Erzeugung von Fernwärme und Strom jährlich 44.000 Tonnen Hackschnitzel verbrannt. Dies entspricht etwa sechs bis acht LKW-Ladungen am Tag, die die Futtertrocknungsgenossenschaft Ruderatshofen eG von den Land- und Forstwirten und den Zulieferern aus dem näheren Umfeld bezieht. „Für uns ist das ein positiver Nebeneffekt, da wir mit der Umstellung auf die Fernwärme auch einen Beitrag zur Entwicklung unserer Region leisten können“, freut sich Hahner.

Durch die 2.800 Meter langen Rohrleitungen fließen 275 m³ heißes Wasser zum Fendt-Werk. „Wir benötigen die hohe Wassertemperatur von 105 Grad Celsius für unsere Lackiererei und die Waschanlagen“, erläutert Hahner. Der große Vorteil für die Energiepartner aus Ruderatshofen und Marktoberdorf ist die geringe Distanz zwischen der Trocknungsanlage und dem Fendt-Werk, da nur geringe Temperaturverluste auf dem Weg zu erwarten sind. Mit rund 70 Grad Celsius leitet Fendt das Wasser zurück in den Kreislauf.

Im Juni 2007 entstand die Idee seitens der Futtertrocknungsgenossenschaft Ruderatshofen eG, Fendt als Großabnehmer mit der ökologischen Fernwärme zu beliefern. Nach ersten Gesprächen und der Prüfung der technischen Voraussetzungen stellte sich schnell heraus, dass einer Einigung nichts im Wege stehen sollte. „Mit Fendt haben wir einen sicheren Partner gefunden, und so kam der Stein ins Rollen, das Projekt in die Tat umzusetzen“, berichtet Karl Engert, Geschäftsführer der Futtertrocknungsgenossenschaft Ruderatshofen eG. Die Trasse mit Rohrleitungen von der Futtertrocknungsanlage zu Fendt konnte für insgesamt 1,7 Millionen Euro gebaut werden, Fendt investierte 150.000 Euro in den erforderlichen Umbau des Heizhauses zur Nutzung der Fernwärme. „Für uns war es wichtig, unser Rohrleitungssystem in zwei Kreisläufe zu splitten, so dass wir im Notfall mit Gas oder Heizöl heizen könnten. Den Umbau mussten wir während der Betriebsferien in nur drei Wochen umsetzen – eine große Herausforderung, aber es hat geklappt“, so Hahner.

Die Fernwärme der Futtertrocknungsanlage wird im September erstmalig geliefert. Am 31. August feierten Fendt und die Futtertrocknungsgenossenschaft die Eröffnung des Fernwärme-Netz. Peter J. Paffen, Geschäftsführer Fendt Vertrieb und Marketing EAME und Franz Otto Eberle, Vorstandsvorsitzender Futtertrocknung Ruderatshofen ließen es sich nicht nehmen, mit beschwingten Reden die Eröffnung zu würdigen. Ebenso begeistert von der umweltschonenden Energieversorgung äußerten sich nach Firmenangaben Josef Miller, Bayerischer Landwirtschaftsminister, Landrat Johann Fleschhut sowie Angelika Schorer, Stellvertretende Landrätin Ostallgäu und Landtagsabgeordnete in ihren Ansprachen.

Die Futtertrocknung ist seit Mai, die Stromerzeugung seit August diesen Jahres in Betrieb. Mit dem Fernwärme-Netz zu Fendt sei der Startschuss für eine ökologische Energieversorgung in der Region gefallen.

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Rubrik:
NawaRo und erneuerbare Energie

Artikel eingestellt am:
30.9.2008, 17:50

Quelle:
AGCO GmbH, Fendt-Marketing
www.fendt.com
info [at] xfendt.com

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