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| Freitag, 25. Mai 2012 - unabhängige Online-News aus der Agrartechnik | |||
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Zum ökonomischen Betrieb einer Biogasanlage gehört unter anderem auch die Optimierung des Gärprozesses. Dazu bedarf es neuartiger Dosiereinrichtungen, die robust, langlebig und hochwertig in der technischen Ausführung sind. Das gilt besonders für landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagen, die schwer handhabbare Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) wie Gras-, Ganzpflanzensilage (GPS) und Festmist gut gemischt und genau dosiert dem Gärbehälter zuführen müssen. Denn nur hochwertiges, gut gemischtes und genau dosiertes Gärsubstrat hält den Gärprozess stabil. Außerdem gilt es Umweltaspekte zu beachten: Vor allem dürfen keine Sickersäfte aus dem Gärsubstrat den Boden belasten. Das verlangt eine besonders gestaltete Technik. Diese hat die Fliegl Agrartechnik GmbH, Töging, nach eigenen Angaben mit dem Biogas-Abschiebe-Container der Baureihe „BAC x30 Plus“ entwickelt. Das Unternehmen liefert dem entsprechend Abschiebe-Container, die zwischen 27 und 54 Kubikmeter fassen, für die gängigsten Größen von Biogasanlage. Die Baureihe besteht aus den Typen BAC 480 Plus mit 27 m3, BAC 530 Plus mit 30 m3, BAC 630 Plus mit 36 m3, BAC 730 Plus mit 42 m3, BAC 830 Plus mit 48 m3 sowie dem BAC 930 Plus mit 54 m3. Alle BACs basieren auf dem Abschiebesystem des originalen Fliegl-Abschiebewagens.
Als wesentliche Kostenvorteile im laufenden Betrieb der Biogasanlage nennt der Hersteller die innovative besonders wartungsarme Technik, die zudem nur einen sehr geringen Kraftbedarf benötigt, um die NawaRo mit dem Schiebeschlitten im Vorratsbehälter zur Dosiereinrichtung zu fördern. Der Kraftbedarf wird mit lediglich 0,13 kW pro Kubikmeter Gärsubstrat angegeben. Als vorteilhaft nennt Fliegl zudem die neuartige Konstruktion des bruchsicheren schwarzen Kunststoffcontainers, der UV-Strahlen-, säure- und laugenbeständig ist. Selbst Temperaturen zwischen minus 85 Grad Celsius und plus 90 Grad Celsius können ihm nichts anhaben. Der Boden und die Seitenwände aus Polyethylen (PE) sind mittels einer speziellen Schweißtechnik undurchlässig verbunden; wahlweise ist der Container auch in Stahlversion lieferbar. Das stabile äußere Stahlrahmengestell mit robusten Abstellfüßen trägt ebenfalls zur Langlebigkeit und damit zur Kostendegression des Systems bei. Außerdem kommen keine Ketten oder aufwendige Lager mit Pflanzensaft und dessen aggressiven Futtersäuren in Berührung. Ökonomisches Kernstück der Baureihe BAC ist laut Hersteller die energiesparende zweigeteilte Abschiebevorrichtung. Sie besteht zum einen aus einer Schiebewand mit wechselbarer seitlicher und unterer PU-Abdichtung, zum anderen aus einem Schiebeboden mit Kunststoffführung, diese ebenfalls in wechselbar Ausführung. Als weiterer Pluspunkt wird die Erweiterungsfähigkeit genannt: Biogasanlagen lassen sich nachrüsten mit einem zweiten Abschiebcontainer, welcher das Volumen des einzuspeisenden Gärsubstrats bis auf 108 Kubikmeter verdoppelt. Mit den beiden gegenüberliegend montierten Containern sei zudem eine noch kostengünstigere, gemeinsame Beschickung der mittig liegenden Dosiereinrichtung möglich.
Die optional erhältliche wartungsfreie Dosier- und Zerkleinerungseinrichtung Duplex ist ausgestattet mit sechs vertikal angeordneten Dosierschnecken und einer horizontal liegenden Trogschnecke. Jede Dosierschnecke wird nach Herstellerangaben Strom sparend von einem Elektromotor mit 3,0 kW angetrieben. Die geringe Leistungsaufnahme reiche völlig aus, selbst verklumpte schwer handhabbare NawaRo und Festmist optimal zu zerkleinern und zu mischen. Das zerkleinerte, gut vermischte Substrat wird mittels einer speziellen, laut Fliegl wiederum energiesparenden, Förderschnecke in den Fermenter (Hoch- oder Tiefbehälter) eingeschleust. Auch eine Dosierung über einen zwischengeschalteten Fremdkörperabscheider oder direkt in Flüssigkeitspumpen ist möglich. Der große Durchmesser der Förderschnecke von 380 mm garantiere hohe Förderleistungen bei störungsfreier Funktion. Selbst strohiger Festmist werde problemlos gefördert.
Eine eigens von Fliegl entwickelte SPS-Steuerung mit Wiegeeinrichtung, die sich einfach in die Gesamtanlage integrieren lässt, überwacht den Biogas-Abschiebe-Container und sorgt für eine gleichmäßige, gewichtsabhängige Portionierung des Gärsubstrats. Sie soll sicherstellen, dass auch bei unterschiedlicher Beladung die Dosiereinrichtung mit der eingestellten Förderleistung arbeitet, die Förderschnecken nicht verstopfen und die Motoren nicht überlastet werden.
Den Grundpreis für den Biogas-Abschiebe-Container mit kompaktem Hydraulikaggregat bezeichnet Fliegl im Vergleich zu den Gesamtkosten einer Biogasanlage als eher gering: Ab etwa 42.600 Euro liefert Fliegl den rund 54 Kubikmeter fassenden BAC 930 Plus.