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VDMA Landtechnik: Vernetzung im Kuhstall kommt mit großen Schritten voran

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Artikel eingestellt am:
13.4.2018, 18:23

Quelle:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. Fachverband Landtechnik
www.vdma.org

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In der Milchviehwirtschaft herrscht, so der VDMA Landtechnik, Aufbruchstimmung: Das weltweite Nachfragehoch des Vorjahres wirkt sich auf die Milcherzeuger in Deutschland und Europa anhaltend positiv aus. Entsprechend hoch ist die Investitionsneigung in der Branche. In den zurückliegenden 12 Monaten lagen die Auftragseingänge der Hersteller von Melk-, Kühl-, Fütterungs- und Futtererntetechnik durchgehend zweistellig im Plus.

„Die Vernetzung im Kuhstall kommt mit großen Schritten voran. Denn die Milchviehhalter setzen auf Effizienz und Tierwohl“, sagte Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA Landtechnik, im Rahmen des VDMA-Milchforums 2018. „Digitalisierung zu verstehen, heißt für uns in erster Linie Prozesse zu verstehen“, erläuterte Scherer. Insofern reiche es nicht aus, „eine möglichst beeindruckende Zahl an smarten Tools auf den Markt zu bringen“. Im Kern gelte dasselbe wie für Maschinen aus Eisen und Stahl: „Der Nutzen entscheidet. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Industrie und Landwirtschaft eine tragfähige Digitalstrategie entwickeln.“

Bäuerliche Familienbetriebe profitieren davon ebenso wie die Großflächenlandwirtschaft. Ganz besonders gefordert ist die Milchviehwirtschaft, die für rund 40 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswertes in Deutschland steht. „Die Wachstumsschwelle liegt heute bei 50 Kühen. Ab dieser Bestandsgröße lohnt es sich zu automatisieren“, sagte Dr. Bernhard Haidn, Koordinator des Fachgebiets Tierhaltung und Automatisierung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Eine aktuelle Studie der LfL macht deutlich, dass automatische Melksysteme den Arbeitsaufwand im Vergleich zu konventioneller Technik um 20 Prozent reduzieren.

„Der beträchtliche Zeitvorteil ergibt zugleich einen enormen Effizienz- und Komfortgewinn, der sich für die Betriebe auszahlt“, betonte Haidn. In Bayern produziert bereits ein Drittel der Landwirte mit automatischen Melksystemen.

Im Trend liegen aber auch Assistenz- und Automatisierungslösungen für die Tierfütterung. „Wer in der Lage ist, die Futterration jeder einzelnen Bestandskuh genau zu bestimmen, profitiert von einer deutlich höheren Milchleistung“, sagte Haidn. Mittels Nahinfrarotspektroskopie lässt sich das Grundfutter bereits während der Siloentnahme auf seinen Trockenmassegehalt prüfen. Der Futtermischwagen steuert auf Basis der Messergebnisse in Echtzeit nach, um eine optimale Futterration zu generieren. Aufwendige Stichproben gehören damit der Vergangenheit an. „Die Tiergesundheit steigt, die Kosten sinken“, resümierte Haidn.

Digitalanwendungen wie diese etablieren sich zunehmend in der betrieblichen Praxis, andere befinden sich noch im Erprobungsstadium: „Digitale Experimentierfelder und -betriebe, die momentan in allen Bundesländern entstehen, sollen dazu beitragen, bestehende Wissens- und Anwendungslücken kurzfristig zu schließen. Der VDMA forciert diesen Prozess an prominenter Stelle“, sagte Bernd Scherer. So sei es ganz wesentlich der Initiative des VDMA zu verdanken, das Zukunftsprojekt Landwirtschaft 4.0 nicht nur in der Agrarwelt, sondern auch in der Politik nachhaltig zu verankern.

Am Anfang aller Bemühungen müsse jedoch eine leistungsfähige digitale Netzinfrastruktur stehen. „In Sachen Breitbandausbau gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf. Die Karten liegen längst auf dem Tisch, die Anforderungen sind definiert“, betonte Scherer. Die Zeit der Ankündigungen müsse vorbei sein. „Die Große Koalition muss jetzt endlich liefern.“



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