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SIVAL 2018 in Angers: Technik für Sonderkulturen im Fokus

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Artikel eingestellt am:
19.2.2018, 7:28

Quelle:
ltm-ME
www.sival-angers.com

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Vom 16. bis 18. Januar 2018 öffnete die SIVAL 2018 in Angers, Frankreich, zum 32. Mal ihre Pforten und begrüßte mehr als 620 Aussteller und 24.000 Besucher. Die jährlich stattfindende SIVAL beschäftigt sich mit allen Aspekten des spezialisierten Pflanzenbaus: Vom Weinbau über den Obst- und Gemüseanbau, über Heil- und Aromapflanzen bis zur Pilzzucht.

Die SIVAL präsentiert auf mittlerweile 16.700 m² fast alles für Anbau, Weiterverarbeitung sowie Verkauf von Obst und Gemüse. Die Gesamtfläche ist sicherlich kleiner als bei anderen Messen, allerdings wissen die Veranstalter, dass ihre Messe im Januar stattfindet und verzichten auf Freiflächen, deren Sinnhaftigkeit in Wintermonaten stark bezweifelt werden muss. Neben den ausstellenden Unternehmen beinhaltet die Messe die zwei internationalen Branchentreffpunkte VIBE (VEGEPOLYS INTERNATIONAL BUISNESS EVENT) und FRUIT 2050, sowie zahlreiche Vorträge und Konferenzen zur Realität und Zukunft des Pflanzenbaus. Das SIVAL-2018-Konferenzprogramm wartete mit mehr als 120 Referenten auf und konnte 1.500 Konferenzteilnehmer begeistern – die Foren verzeichneten 1.139 Teilnehmer. Die neue FRUIT 2050 wurde übrigens in Zusammenarbeit mit Interfel, Vegepolys, GIS Obst und CTIFL organisiert und umfasste das Végépolys Symposiums GIS FRUIT, eine Bürgerdebatte über den ökologischen Wandel des Obst- und Gemüsesektors sowie das Fruit Production Forum, bei dem Fachleute über die Zukunft des Obstsektors und die Erwartungen des Marktes debattierten. Wettbewerbe für technische Innovationen sowie herausragende Öko-Startups runden das Messeprogramm ab. Auf der SIVAL werden insgesamt kleinere Maschinen gezeigt, da die Strukturen in Frankreich andere sind als in Deutschland. Unabhängige Landwirte schließen sich öfter zu Kooperativen zusammen, wodurch auch kleinere Betriebe wettbewerbsfähig bleiben.

Der Innovationswettbewerb kürt Neuheiten in insgesamt sieben Kategorien:

  • Sortenneuheit (Saatgut und Vermehrungsmaterial)
  • Maschinen und Automatisierung
  • Zusätze (Pflanzenschutz, Düngung, etc.)
  • Fertigungslösungen (Medien, Verbrauchsmaterialien, kleine Maschinen und Anlagen usw.)
  • Präsentation, Marketing (Verpackung, Etikettierung, Präsentation, etc.)
  • Dienstleistungen, Software (Schulung, technische Unterstützung, Software zur Entscheidungsunterstützung, andere Dienstleistungen usw.)
  • Kollektives Vorgehen, Zusammenarbeit für den Sektor (Information, Weiterentwicklung, Zertifizierung, Bündelung von Wissen, etc.)

In der Kategorie „Maschinen und Automatisierung“ wurde die SIVAL-2018-Goldmedaille an das Unternehmen La Canne Vale (www.lacannevale.fr) verliehen, die mit dem ECLAIRVALE 2500 eine mechanische Lösung entwickelte, um Obstbäume von der Blüte bis zur jungen Frucht auszudünnen.Das System besteht aus einer vertikal rotierenden Bürste (Höhe: 2,5 m, Durchmesser: 3 m), die durch Obstplantagen gezogen wird, und so schwache Blüten und Früchte aus den Obstbäumen streicht; der Baum selbst wird nicht geschüttelt. Nach Herstellerangaben belegen Studien des CTIL die Wirksamkeit des Systems. Für den Straßentransport wird die Maschine geklappt, so dass die Transportbreite unter 2,10 m bleibt. Für verschiedene Früchte bietet La Canne Vale drei verschiedene Bürstentypen an, die für Aprikosen/Pflaumen, Pfirsiche/Nektarinen oder Äpfel/Birnen konzipiert wurden.
Die SIVAL-2018-Silbermedaille erhielt die COMIN INDUSTRIE für ROLL'N'SEM, eine Mehrzweckwalze zur Unkrautregulierung zwischen den Pflanzenreihen ohne Chemie bei gleichzeitig leichter Bodenbearbeitung. ROLL'N'SEM besteht aus voneinander unabhängigen, gusseisernen Zahnrädern, die Unkraut regulieren, Kluten aufbrechen und den Boden rückverfestigen. Die schweren, unabhängigen Zahnräder wurden für eine bessere Bodenanpassung gewählt. Die Idee hinter der Entwicklung besteht darin, die Stiele der Unkräuter zu zerquetschen und damit den Wuchs zu verlangsamen, ohne den Bewuchs jedoch komplett zu zerhacken. Die Unkrautpflanzen verbleiben so als Bodendecker auf dem Feld und können so dazu beitragen Erosionen zu mindern, ohne den Nutzpflanzen übermäßig Nährstoffe abzuziehen. ROLL'N'SEM kann zusätzlich mit einer Sämaschine für kleine Samen ausgestattet werden. Angeboten wird ROLL'N'SEM in Arbeitsbreiten von 0,5 bis 1,8 m. Aktuell arbeitet COMIN an einer 12-reihigen Variante, die in etwa zwei Jahren in Serie gehen soll. ROLL'N'SEM eignet sich auch für Reihenkulturen wie Mais.
Eine der drei SIVAL-2018-Bronzemedaillen erhielt ROBOCROP, eine Zusammenarbeit der Unternehmen GARFORD (www.garford.com) und NOVAXI (www.novaxi.fr). ROBOCROP ist eine gezogene, kameragestützte automatische Hochgeschwindigkeits-Hacke für Jungpflanzen, die in einem Reihenabstand von 7 cm mit speziellen 4,5 cm breiten Klingen und einer gesteuerten Arbeitstiefe mit einer Genauigkeit von 2 cm das Unkraut zwischen Jungpflanzen entfernt. Das verwendete Bildanalysesystem analysiert 30 Bilder pro Sekunde und ermöglicht so nach Herstellerangaben präzises Hacken bis zu 12 km/h.
Mit einer weiteren SIVAL-2018-Bronzemedaille wurde der KLINER Rollen-Sortiertisch für Trauben des Unternehmens PERA-PELLENC gekürt. Das Walzensystem des Sortiertisches ermögliche eine hervorragende Sortierqualität, indem ein sehr großer Teil der verbleibenden Pflanzenreste (Stammreste, Blattstiele usw.) entfernt werde. Eine automatische Anpassung in Echtzeit reagiert auf verschiedene Erntequalitäten. Der KLINER-Sortiertisch erreicht nach Firmenangaben Durchsätze von bis zu 70 t/h.
Über die dritte SIVAL-2018-Bronzemedaille in der Kategorie „Maschinen und Automatisierung“ darf sich das Unternehmen CESBRON (www.cesbron.com) freuen, das mit EXPECLIMAT LUMI ENERGIE eine Klimasteuerung für die urbane Landwirtschaft in geschlossenen Räumen entwickelt hat, mit der auf die Bedürfnisse verschiedener Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen eingegangenen werden kann. Mit dem System lassen sich Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität, Bewässerung und Dünger messen und regeln, um den Ertrag zu optimieren; für die Beleuchtung sind Tag und Nachtzyklen vorgesehenen.

Neben den prämierten Produkten wurden auf der SIVAL 2018 selbstredend viele weitere Produkte gezeigt – mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem ökologischen Pflanzenbau. So präsentierten sich neben den großen Marken Unternehmen mit sehr spezieller Ausrichtung, wie beispielsweise die Firma NAÏO TECHNOLOGIES (www.naio-technolgies.com), die Roboter wie DINO entwickeln, die autonom die verschiedensten Pflegemaßnahmen durchführen. Das Unternehmen SABI AGRI (www.sabi-agri.com) zeigte mit ALPO einen elektrischen Geräteträger und JAULENT (www.jaulent.com) verschiedene Maschinen für das Recycling von Agrarfolien und alten Bewässerungsschläuchen. Als Kontrast zu diesen hochkomplexen Maschinen präsentierten sich auf einem Stand Races mulassieres du Poitou (www.racesmulassieresdupoitou.com) mit einem Pferd, Equidés & Formation (www.equides-formation.fr) mit einem Maultier und Vitimeca (www.vitimeca.com) mit verschiedenen Bodenbearbeitungsgeräten, die von Tieren gezogen werden können. Für den Einsatz von Zugtieren werden spezielle Rassen benötigt und die Tiere müssen professionell geschult werden. Gerade bei empfindlichen Böden und bei der Forstarbeit stellen Zugtiere durchaus eine Alternative dar, da die Tiere naturgemäß weit weniger Bodendruck als Maschinen verursachen.

Der Standort der SIVAL ist übrigens nicht zufällig gewählt, sondern zollt der Tatsache Rechnung, dass Westfrankreich und die Region an der Loire das meiste Gemüse in Frankreich produziert, das zweitgrößte Obstanbaugebiet Frankreichs bietet, das drittgrößte Weinanbaugebiet beheimatet und zusätzlich ein führende Stellung im Gartenbau einnimmt. Etwa 4.000 Firmen, etwa 25.500 Landwirte und etwa 50.000 Arbeitsplätze sind in dieser Region am spezialisierten Pflanzenbau beteiligt. Wie wichtig die Region für die französische Landwirtschaft ist, lässt sich auch daran erkennen, dass ein Gebiet von 510 ha kürzlich vom französischen Staat zur geschützten landwirtschaftlichen Zone erklärt wurde, was bedeutet, dass diese Fläche keinem anderen Verwendungszweck zur Verfügung steht. Weitere 500 ha wurden zum Überflutungsgebiet deklariert, was meint, dass diese Flächen mehrmals im Jahr unter Wasser stehen dürfen. Vielleicht wären Projekte wie dieses auch in Deutschland eine Möglichkeit, dem unkontrollierten Flächenfraß Einhalt zu gebieten?

Vom 15. bis 17. Januar 2019 findet die SIVAL 2019 statt. Wer sich für Technik für Sonderkulturbetriebe interessiert, insbesondere auch für ökologische Anbauverfahren und an den technischen Entwicklungen unserer Nachbarn interessiert ist, für den lohnt sich die Reise auf jeden Fall. Wer einen Besuch der SIVAL plant, sollte sich unbedingt auch etwas Zeit nehmen, Angers und seine Umgebung zu erkunden – die Region hat Interessantes zu bieten und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, ansässige Betriebe zu besuchen und sich mit Kollegen auszutauschen.

Autorin: Magdalena Esterer

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