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Klimaschutz bei Fahrzeugantrieben: Die Landtechnik hat noch großes Potenzial

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Artikel eingestellt am:
13.5.2018, 18:25

Quelle:
VDI Kölner Bezirksverein e.V.
www.vdi.koeln

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Landmaschinen können noch viel zum Klimaschutz beitragen. Dass sich in diesem Bereich einiges tut, zeigte die mit 200 Teilnehmern gut besuchte Podiumsdiskussion an der Technischen Hochschule Köln, zu der die Max-Eyth-Gesellschaft im Fachnetzwerk des Kölner VDI-Bezirksvereins eingeladen hatte. So bringen sowohl elektrisch als auch mit Biomethan betriebene Motoren große Vorteile, auch im Hinblick auf das Konzept der Autarken Farm. Geschäftsmodelle mit Elektromotoren seien aber noch nicht durchgängig rentabel.

Außer den Weltmarktführern John Deere, CNH Industrial und AGCO war auch die Wissenschaft vertreten: Prof. Dr. Alfred Ulrich vom Institut für Bau- und Landmaschinentechnik an der TH Köln stellte die erheblichen Vorteile dar, die seit 25 Jahren in Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule realisiert worden seien. Elektromotoren eigneten sich vor allem für drehenden Antrieb bei nicht zu hohen Lasten. Dann seien Kosteneinsparungen zwischen 50 und 80 Prozent zu erreichen, die sich aus längerer Lebensdauer, geringerem Verbrauch von Energieträgern und geringerem Wartungsaufwand speisten – bei zugleich höherer Funktionalität und geringerer Emission.

Wolfgang Breu von AGCO/Fendt stellte die zentralen Herausforderungen für elektrobetriebene Traktoren vor, die dazu führten, dass vor allem kleinere Modelle in den Fokus rückten. Einen 50-kW-Elektromotor könne man schon heute in bestehende Modelle einbauen und vier Stunden am Stück einsetzen. Wärmepumpen erhöhten die Energieeffizienz. Vorteile neben Emissionsarmut und besserem Wirkungsgrad seien auch die verbesserte Fahrdynamik und die einfachere Instandhaltung. Lokale Einspeisung sei gerade auf Bauernhöfen ein wichtiger Faktor.

Dr. Robert Hilden vom Europäischen Technologie- und Innovationszentrum bei John Deere betrachtete die Elektrifizierung prozessorientiert. Sie unterstütze die wichtigen Megatrends in der Landwirtschaft: Automatisierung, Steuern und Regeln, ökologische Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung. Die Regelung der Stromzufuhr sei entscheidender als das Generieren. Zur Kostendeckung seien Netzanbindung und flexible 24-Stunden-Nutzung von Batterien, etwa als Speicher für die Wohnbereiche, wichtig. Er betonte integrierte Energiekonzepte als Schlüssel für funktionierende Geschäftsmodelle.

Gerd Gerdes von CNH Industrial stellte die Nutzung von Biomethan als heute schon realisiertes Konzept für Nachhaltigkeit vor. 40.000 Motoren seien bereits in LKW und mobilen Arbeitsmaschinen verbaut. Das Ergebnis: 30 Prozent geringere laufende Kosten durch Treibstoffeinsparung, dazu 25 Prozent weniger Kohlendioxid und 50 Prozent weniger Lärm. Ein 300-Liter-Methantank von 52 kg Gewicht ermögliche 5 bis 7 Stunden Feldeinsatz. Methan sei bereits seit Jahren in Anlagen auf Bauernhöfen herstellbar und fester Bestandteil der Autarken Farm. Ziel seien null Prozent Emission durch aufbereitetes Bio-Methan.

Abschließend betonten die Podiumsgäste, dass die Zeit dränge, der Wandel aber Zeit für Akzeptanz brauche. Prof. Dr. Ulrich riet angesichts des Tempos, das China bei der Elektromobilität vorgebe, zu mehr Anstrengung: „Wir müssen Gas geben“, mahnte er. Michael Flanhardt, Sprecher der Max-Eyth-Gesellschaft, fasste zusammen: „Was wir mitnehmen können ist, dass alle vorgestellten Technologien beherrschbar sind. Effizienzverbesserungen beim Antrieb von Landmaschinen sind keine Magie – was wir wirklich brauchen, ist Akzeptanz.“ Prof. Dr. Till Meinel, stellvertretender Vorsitzender des Kölner VDI, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung: „Wenn das Kölner VDI-Fachnetzwerk Agrartechnik zur Diskussion einlädt, kommen Branchenvertreter aus ganz Deutschland ebenso wie Studierende und praktische Landwirte. Das Fachnetzwerk des VDI möchte genau das erreichen: Erkenntnisgewinn, Dialog und fachlichen Austausch für ein breites Publikum.“



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