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6,2-Megawatt-Projekt in Uruguay: Weltec Biopower erweitert Biogasanlage eines Milchpulver-Produzenten

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Artikel eingestellt am:
23.1.2018, 18:27

Quelle:
WELTEC BIOPOWER GmbH
www.weltec-biopower.de

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Der deutsche Anlagenbauer Weltec Biopower hat nach eigenen Angaben den Zuschlag für eine Biogasanlagenerweiterung von dem Milchpulver-Produzenten Estancias del Lago (EDL) aus Uruguay erhalten. Ab Ende 2018 soll die Anlage mit acht Fermentern auf der Basis von Rindergülle und Futterresten eine Feuerungswärmeleistung von über sechs Megawatt erzeugen. Das Biogas wird im Produktionsprozess zur Trocknung und Dampferzeugung eingesetzt.

Gegründet im Jahr 2007, bewirtschaftet das Agrarunternehmen EDL heute eine Fläche von 37.000 Hektar. Darauf bauen die Südamerikaner Mais, Sorghum und Soja als Futtermittel für ihre rund 14.000 Milchkühe an. Zeitgleich mit der Firmengründung wurde dafür nördlich der Hauptstadt Montevideo in Durazno ein Standort mit enormen Ausmaßen geschaffen. Neben den Rinderställen mit Melkzentren und Futtersilos sowie der Biogasanlage stehen auf dem Areal mittlerweile eine eigene Molkerei und eine Getreidemühle. Estancias del Lago produziert in Durazno jährlich rund 20.000 Tonnen Milchpulver für den Export. Ein Großteil der Milchtrockenmasse wird nach China, Brasilien und in den Mittleren Osten verkauft.

Bereits im Jahr 2013 hatte Weltec die erste 800-Kilowatt-Biogasanlage für EDL errichtet. Planungen zur Erweiterung gab es schon zum damaligen Zeitpunkt. Zunächst musste jedoch die Aufstockung des Rinderbestandes vollzogen werden: Um über ausreichend Rohstoffe zu verfügen, wurde die Anzahl von damals 8.000 auf 14.000 Kühe aufgestockt. Nun stehen täglich 1.365 Tonnen Rindergülle und zusätzlich 8,4 Tonnen Futterreste für die Energiegewinnung zur Verfügung.

Angesichts der Dimensionen der Biogasanlage sind die baulichen Vorbereitungen bereits im September 2017 angelaufen. Anfang 2018 wird Weltec Biopower dann mit der Montage der sechs neuen 5.000 Kubikmeter großen Edelstahl-Fermenter und der zwei 1.050 Kubikmeter großen Güllevorlager beginnen. Mit dem eigens von Weltec entwickelten Prozessleitsystem CeMOS wird die gesamte Biogasanlage ab Ende 2018 vollautomatisch laufen.

„Damals wie heute fiel die Wahl vor allem wegen des hohen Anforderungsprofils und Qualitätsanspruchs auf uns“, erläutert Jens Albartus, der Geschäftsführer von Weltec Biopower. Der Kunde setzt daher auch bei der Erweiterung der Anlage wieder auf Edelstahl. „Wir haben uns ganz bewusst für einen erfahrenen Hersteller mit Expertise im industriellen Maßstab entschieden“, unterstreicht Franz Cifuentes, Geschäftsführer von EDL. Ausgestattet mit der Erfahrung beim Bau großer Biomethan-Parks wie etwa in Könnern (Sachsen-Anhalt), verantwortet Weltec in Durazno daher auch die komplette Baustellenleitung inklusive der Nebengewerke.

Mit einem Teil der täglich produzierten 30.000 Normkubikmeter Biogas wird in zwei Gasboilern Wärme für den Biogasprozess generiert. Ein Großteil des Biogases gelangt allerdings über eine Pipeline in die nahegelegene Milchpulverproduktion. Dort werden damit bis zu 35 Prozent des Wärmebedarfs für den Trocknungsprozess gedeckt. Der benötigte Dampf wird zu 100 Prozent aus Biogas erzeugt.

Der gesamte Standort wird in allen Betriebsteilen sehr nachhaltig betrieben. Dazu trägt EDL mit dem eigenen Futtermittelanbau bei. Für die Düngung wird der Gärrest der Biogasanlage genutzt. Der Kreislauf wird aber auch bei den Milchkühen durch eine eigene Nachzucht und bei der Milchverarbeitung geschlossen. Nur 150 Meter von den Ställen entfernt wird die Milch innerhalb von vier bis acht Stunden zu Pulver verarbeitet. Überdies erzielt EDL sogar noch bei der Herstellung seines eigenen Treibstoffes Synergien mit den anderen Betriebsteilen: In einer Ölmühle fällt neben Sojaöl, das in die Biodieselanlage geht, zusätzlich Presskuchen ab, mit dem die Tiere gefüttert werden.

Durch die Anlagenerweiterung kann EDL mit seinem immensen Rohstoffaufkommen seinen landwirtschaftlichen und industriellen Betriebszweig auf intelligente Weise synergetisch verbinden. Dies ist insofern vorbildlich, weil gerade diese Strategie im gesamten Land angestrebt wird: Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind mittlerweile die wesentlichen Treiber der Diversifizierung des uruguayischen Energiemixes. Gefördert wird dies durch eine fortschrittliche Umweltgesetzgebung. Bezogen auf den Anteil an der Primärenergie machen erneuerbare Energien im Jahr 2017 immerhin schon 57 Prozent aus. Um den Anteil weiter zu steigern, hat die Regierung in Montevideo das Ziel ausgegeben, einen wachsenden Teil der landwirtschaftlichen Reststoffe energetisch zu nutzen. Das Projekt von Estancias del Lago ist dafür das beste Beispiel.



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