Anzeige:
 
Anzeige:

Forschungsvorhaben analysieren Langfristperspektiven für Bioenergieanlagen nach 2020

Info_Box

Artikel eingestellt am:
05.3.2020, 7:31

Quelle:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
www.dbfz.de

1 Bild zum Artikel:
Bildklick blendet Galerie ein.
Anzeige:
Anzeige:

Die Vergütung für Bestandsanlagen wurde mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 für die Dauer von 20 Jahren festgeschrieben. Daraus folgt, dass eine wachsende Anzahl von Bioenergieanlagen in den kommenden Jahren schrittweise aus der bisherigen Förderung fallen wird. In zwei Forschungsvorhaben wurde in den zurückliegenden zwei Jahren untersucht, welche Anschlussperspektiven für Bestandsanlagen vor diesem Hintergrund bestehen. Auf der Abschlusstagung beider Vorhaben am 19. Februar 2020 konnte ein erstes Fazit gezogen werden.

In den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanzierten Forschungsvorhaben “Bioenergie – Potenziale, Langfristperspektiven und Strategien für Anlagen zur Stromerzeugung nach 2020“ (BE20plus) und „Next Generation Biogasanlagen“ (NxtGenBGA) wurde wissenschaftlich untersucht, welche Anschlussperspektiven für Bioenergieanlagen bestehen, wenn diese nach 20 Jahren aus der bisherigen EEG-Förderung ausscheiden. Ziel war es vor diesem Hintergrund, einen Beitrag zu leisten, wie erhaltenswerte Bioenergieanlagen identifiziert und die Bedingungen für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb im Rahmen einer Gesamtsystembetrachtung verbessert werden können.

Im Fokus stand für die beteiligten Wissenschaftler*Innen insbesondere das Bemühen, technische Konzepte, Kosten und Erlöse, Treibhausgasemissionen und andere Umwelt- und Nachhaltigkeitseffekte für heutige und zukünftig mögliche Anlagenkonfigurationen zu untersuchen und diese mit verschiedenen Geschäftsfeldern zu verbinden. So wurden Strategien erstellt, die nach dem Auslaufen der ersten Vergütungsperiode (Post-EEG) erschließbar sind. Mit Hilfe eines Energiemarktmodells wurden zudem Effekte auf der Gesamtsystemebene analysiert und bewertet. Den Ansatz der Forschungsprojekte erläutert Martin Dotzauer vom DBFZ und Projektleiter von „BE20plus“, wie folgt: „In den Forschungsprojekten wurden die Bioenergieanlagen im Stromsektor sowohl aus Betreibersicht als auch im Hinblick auf das Gesamtsystem untersucht. Das ist wichtig, damit die Rahmenbedingungen auch tatsächlich zu den energiepolitischen Ambitionen passen und Betreiber ihre Rolle im zukünftigen Energiesystem richtig einschätzen können.“

Auf dem in Berlin stattgefundenen Abschlussworkshop am 19. Februar kamen beide Vorhaben übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die zukünftigen ökonomischen Rahmenbedingungen, das heißt der Einsatzstoffpreis für Brennstoffe und Substrate, der CO2-Preis und die allgemeine Preisentwicklung einerseits und die marktseitigen Erlösmöglichkeiten für die unterschiedlichen Leistungen von Bioenergieanlagen andererseits, einen entscheidenden Einfluss auf deren Überlebensfähigkeit ausüben. Systemisch werden Bioenergieanlagen im Strom- und Wärmesektor mit zunehmendem Ausbau erneuerbarer volatiler Energieträger wieder wichtiger, da die Anlagen eine bereits verfügbare Flexibilitätsoption darstellen, die bei wachsenden Anteilen von fluktuierendem Wind- und Solarstromanteilen für die Versorgungssicherheit erforderlich sind. Betriebskonzepten, die eine hohe technisch-ökonomische Gesamteffizienz aufweisen, sollte also trotz aktuell noch unzureichender Refinanzierung durch Markterlöse eine Übergangsperspektive für deren zukünftigen Beitrag zur Transformation des Energiesystems in Deutschland eingeräumt werden. Auch wenn diese hinsichtlich ihrer bloßen Gestehungskosten tendenziell kostenaufwändiger sind als die fluktuierenden Erzeugungsarten, so die Wissenschaftler*Innen.

„Vor allem flexible Biogasanlagen erfüllen zukünftig zunehmende Funktionen zur Aussteuerung von Unregelmäßigkeiten bei der regenerativen Energieerzeugung. Die bedarfsgerechte Strombereitstellung steht hier ganz vorne. So schneiden zum Beispiel auch saisonale Flexibilitätskonzepte in unseren Untersuchungen recht günstig ab“, resümiert Dr. Ludger Eltrop vom IER der Universität Stuttgart und Projektleiter von „NxtGenBGA“. Martin Dotzauer vom DBFZ ergänzt: „Im Widerspruch zum systemischen Mehrwert der Bioenergie bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien ist ein Weiterbetrieb für den Großteil der Anlagen derzeit schwierig. Insbesondere der Teil, der weitergehende Anforderungen an die Umweltwirkung oder Effizienz nicht so einfach erfüllen kann, wird unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wahrscheinlich nicht erfolgreich in die Post-EEG-Phase eintreten können. Das ist umso kritischer, da die Anlagen nach dem Atom- und Kohleausstieg insbesondere ab Mitte der 2030er Jahre gebraucht werden, wenn die Energiewende auf die Zielgerade einbiegt“. Die Ergebnisse der Abschlussveranstaltung werden bis zum endgültigen Abschluss des Projektes zum 30. Juni 2020 in Handlungsempfehlungen für die Politik übersetzt.



Mehr über Deutsches BiomasseForschungsZentrum auf landtechnikmagazin.de:

DBFZ fordert mehr Anreize und Perspektiven für Bioenergie im EEG 2020 [9.6.20]

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist seit seiner Einführung im Jahr 2000 das zentrale Steuerungsinstrument zur Förderung der Stromerzeugung aus Biomasse. Im Vorfeld der anstehenden Novellierung 2020 plädieren Wissenschaftler*Innen des Deutschen [...]

Biogas-Fachgespräch: Gärrestausbringung – ein Miteinander von Praxis, Politik und Wissenschaft [28.1.20]

Die sachgerechte Verwertung der Gülle in Biogasanlagen sowie die nachhaltige Nutzung von Gärprodukten stellt ein aktuelles und wichtiges Thema für den Klimaschutz dar. Betreiber*Innen von Biogasanlagen sind hierbei insbesondere von den im Dünge- und Wasserrecht [...]

DBFZ und UFZ veröffentlichen Stellungnahme zur Nationalen Bioökonomiestrategie [23.1.20]

Am 15. Januar 2020 wurde die neue Nationale Bioökonomiestrategie veröffentlicht. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) sowie die Bioökonomie-Plattform am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) betonen vor diesem Hintergrund, dass die Bioökonomie kein [...]
Weitere interessante Landtechnik-Berichte:

Horsch stellt Finer LT als Glyphosat-Alternative vor [18.8.19]

Horsch stellt zur Agritechnica 2019 den neuen Finer LT vor, der durch eine flache, schneidende Bodenbearbeitung eine mechanische Entfernung von Unkräutern, Ungräsern, Ausfallgetreide und Zwischenfrüchten ermöglicht – in Biobetrieben oder im integrierten Pflanzenbau [...]

Annaburger erweitert Universalstreuer-Programm mit neuem HTS 18.04 nach unten [1.1.17]

Der neue HTS 18.04 mit 18 t zulässigem Gesamtgewicht und nach Herstellerangaben 14,1 m³ Ladevolumen erweitert die Annaburger Universalstreuer-Familie nach unten. Dank eines Umrüstsatzes eignet sich der Annaburger HTS 18.04 Tandem-Universalstreuer nicht nur zum Streuen [...]

John Deere zeigt neue HDX, HDR und RDF Bandschneidwerke sowie Bandpickup BP15 für Mähdrescher [9.8.20]

Zusammen mit den neuen X9-Mähdreschern erweitert John Deere das Sortiment an Erntevorsätzen und präsentiert neue HDX-Bandschneidwerke, neue HDR-Bandschneidwerke, neue RDF HydraFlex Bandschneidwerke und die Bandpickup BP15. Die neuen Erntevorsätze können John Deere [...]

Neuer Maisvorsatz Krone XCollect für Feldhäcksler BiG X [21.10.18]

Der neue dreiteilige Maisvorsatz Krone XCollect, der ab sofort alternativ zu den EasyCollect-Baureihen für die Feldhäcksler BiG X zur Verfügung steht, ist in drei Arbeitsbreiten erhältlich und zeichnet sich durch getrennte Antriebsstränge für Schneiden und Fördern [...]

Neues Design für Zetor Major CL 80 und HS 80 Traktoren [2.7.18]

Genau zwei Jahre nach Vorstellung der Pininfarina-Designstudie präsentierte Zetor auf der Agritechnica 2017 die Traktoren Major CL 80 und HS 80 mit einem neuen Design, das sich tatsächlich stark an dem der Studie orientiert. Mit Designstudien ist es ja immer so eine [...]

Massey Ferguson führt Global Series Traktoren mit neuen Modellen MF 5710 und MF 5711 in Deutschland ein [28.8.16]

Kürzlich präsentierte Massey Ferguson seinen Vertriebspartnern die nun komplette Global Series Kabinen-Schlepper-Produktpalette mit den Baureihen MF 4700, MF 5700 sowie MF 6700 und gab damit den Startschuss für die Vermarktung dieser im Leistungsbereich von 75 bis 130 PS [...]