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Agritechnica-Neuheiten-Silber für VarioDrive-Antriebsstrang im neuen Fendt 1000 Vario

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Artikel eingestellt am:
27.9.2015, 7:30

Quelle:
ltm-KE, Fotos: AGCO GmbH, Fendt-Marketing
www.fendt.com

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Vorgestellt wurde die neue Fendt Traktoren-Baureihe 1000 Vario bereits im vergangenen Jahr, eine 0-Serie wurde laut AGCO/Fendt inzwischen produziert und an Endkunden sollen die ersten 1000er Varios ab Mitte 2016 ausgeliefert werden. Jetzt wurde der VarioDrive-Antriebsstrang im neuen Fendt 1000 Vario anlässlich der Agritechnica 2015 mit einer Neuheiten-Silbermedaille ausgezeichnet (siehe hierzu Artikel „Agritechnica 2015: Fünf Goldmedaillen und 44 Silbermedaillen für Neuheiten (Teil 1)“).

VarioDrive nennt AGCO/Fendt das neue Getriebe- respektive Antriebsstrang-Konzept, bei dem die Vorderachse nicht mehr starr mit der Hinterachse verbunden ist, sondern unabhängig von dieser über einen der beiden Hydromotoren des Vario-Getriebes angetrieben wird. Beim neuen Fendt 1000 Vario wird also nur noch die Hinterachse über das hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Vario-Getriebe – bei dem jetzt übrigens kein Fahrbereichswehsel mehr erforderlich ist – angetrieben, während der Antrieb der Vorderachse praktisch rein hydrostatisch erfolgt. Zwar gibt es nach wie vor auch eine Allradkupplung, die Hinter- und Vorderachse mechanisch miteinander verbindet, diese ist allerdings nur wirksam, sobald an Vorder- oder Hinterachse Schlupf auftritt. Nur dann wird auch auf die Vorderachse Leistung über den mechanischen Zweig des Vario-Getriebes übertragen. Das Getriebe im Fendt 1000 Vario ist laut AGCO/Fendt so augelegt, dass der Vorderachs-Hydromotor ab einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h kein Drehmoment mehr an die Vorderachse überträgt. Um Schlepp- und damit Leistungsverluste bei Straßenfahrten zu reduzieren, wird der Vorderachs-Hydromotor deshalb bei höheren Geschwindigkeiten über eine eigene Kupplung komplett von der Vorderachse getrennt.

Laut AGCO/Fendt bietet der VarioDrive-Antriebsstrang im Fendt 1000 Vario mehrere Vorteile: So kann das Drehmoment unabhängig an beide Achsen verteilt werden, ähnlich einem Zwischenachsdifferential, jedoch ohne fest vorgegebens Übersetzungsverhältnis. Verspannungen im Antriebsstrang sollen so vermieden werden und die in ihrer Drehzahl von der Hinterachse unabhängige Vorderachse kann bei Kurvenfahrt schneller drehen und den Traktor über den sogenannte „Pull-in-Turn“-Effekt aktiv in die Kurve ziehen. Das reduziert laut AGCO/Fendt den Wendekreis im Feld um 10 %. Insgesamt soll durch die variable Drehzahlanpassung der Vorderachse Schlupf vermieden werden. Tritt er dennoch auf, dann kann durch die oben erwähnte Allradkupplung quasi durch „Sperren des Zwischenachsdifferentials“ Drehmoment von einer auf die andere Achse übertragen werden, so dass laut AGCO/Fendt stets eine optimale Zugkraftübertragung gegeben ist.
Nicht übersehen werden darf ein weiterer interessanter Aspekt: Getriebe für hohe Motorleistungen und Drehmomente – AGCO/Fendt spricht beim Fendt 1000 Vario ja von bis zu 500 PS Leistung und bis zu 2.400 Nm Drehmoment – zu konstruieren ist nicht ganz trivial, da insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten im Getriebe sehr hohe Kräfte auftreten, die beherrscht werden wollen. Nicht umsonst ist es branchenweit durchaus üblich, dass Boost-Leistungen oft erst bei Transportgeschwindigkeiten oder Zapfwellen- und Hydraulik-Einsätzen zur Verfügung stehen – auch Fendt gibt beim 939 Vario die volle Motorleistung bei schweren Zugarbeiten erst frei, sobald zusätzlich Leistung über Zapfwelle oder Hydraulik angefordert wird. Dass beim VarioDrive-Antriebsstrang im Fendt 1000 Vario bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit die für die Vorderachse benötigte Antriebsleistung direkt an der Hydraulikpumpe, also am Getriebeeingang, abgegriffen wird, dürfte einen ähnlichen Effekt zur Folge haben, nämlich die Entlastung des Vario-Getriebes, da dieses so im unteren Geschwindigkeitsbereich ja nicht die volle Antriebsleistung respektive das komplette Drehmoment aufnehmen muss.

Bleibt abschließend natürlich die Gretchenfrage an das Fendt VarioDive-Konzept: Nun sag, wie hast du’s mit dem Wirkungsgrad? Der steigt bei hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigten Getrieben bekannlich mit dem Anteil an mechanisch übertragener Leistung und sinkt im Umkehrschluss mit zunehmend hydrostatischem Anteil. Ob sich die hydrostatisch angetriebene Vorderachse beim Fendt 1000 Vario demzufolge zumindest im unteren Geschwindigkeitsbereich negativ auf den Getriebe-Wirkungsgrad auswirkt, werden unabhängige Tests zeigen müssen.

Auf der Agritechnica 2015 zeigt AGCO/Fendt die neuen 1000 Vario Traktoren und weitere Neuheiten in Halle Halle 20, Stand B08f. Weitere Informationen zum Fendt 1000 Vario finden Sie im Bericht „Fendt legt nach: Neue Traktoren-Serie 1000 Vario erreicht 500-PS-Marke“.

Autor: Klaus Esterer

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