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Arbos debütiert mit der neuen Traktoren-Baureihe 5000

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Artikel eingestellt am:
29.11.2015, 7:29

Quelle:
ltm-KE/ltm-ME

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Auf der Agritechnica 2015 präsentierte sich die neue, alte Marke Arbos mit neuem Logo und der neuen Traktoren-Serie Arbos 5000. Die neue und erste Baureihe besteht aus den vier Modellen Arbos 5100, 5110, 5120 und 5130, die einen Leistungsbereich von 100 bis 130 PS abdecken.

Die italienische Marke Arbos ist tatsächlich recht alt. 1952 handelte es sich noch um eine Fahrradfabrik, die vom Traktorenhersteller Bubba aufgekauft wurde. Anschließend wurden unter dem Namen Arbos und Arbos-Bubba Mähdrescher produziert. Unter wechselnden Besitzern lief die Mähdrescher-Produktion bis zur Einstellung 1994. 2014 ließ Foton Lovol den renommierten Namen in Form einer italienisch-chinesischen Zusammenarbeit wieder aufleben. Foton Lovol ist ein chinesischer Land- und Baumaschinenhersteller, der 2014 nach eigenen Angaben umgerechnet etwa 3,2 Milliarden Euro Umsatz erzielte – vorrangig in China. Das Unternehmen legt übrigens viel Wert darauf, dass es sich bei den Arbos Traktoren um europäische Traktoren für den europäischen Markt handelt, weshalb auch eine eigene Firma gegründet wurde: die Lovol Arbos Group SpA mit Sitz im italienischen Calderara di Reno.

Angetrieben werden die neuen, petrolfarbenen Arbos 5000 Traktoren vom Kohler 3404 TCR SCR, einem 4-Zylindermotor mit 3,4 l Hubraum, der die Abgasnorm EU Stufe IV/Tier 4f erfüllt und vom Diesel-Magazin zum „DIESEL OF THE YEAR 2015“ gekürt wurde. Arbos lobt besonders das kompakte SCR-System mit integriertem Dieseloxidationskatalysator (DOC) dieses Motors. Die Maximalleistung nach 2000/25/CE (eine Nennleistung wird leider nicht angegeben) beziffert Arbos mit 75/102 kW/PS für den Arbos 5100, mit 80/110 kW/PS für den Arbos 5110, mit 90/122 kW/PS für den Arbos 5120 und mit 100/136 kW/PS für den Arbos 5130. Das maximale Drehmoment gibt Arbos (bei 1.400 U/min) mit 470 Nm beim Arbos 5100, 475 Nm beim Arbos 5110, 480 Nm beim Arbos 5120 und 500 Nm beim Arbos 5130 an. Der Drehmomentanstieg beträgt nach Herstellerangaben bis zu 36 %. Der Dieseltank fasst nach Herstellerangaben 145 l, der AdBlue-Tank 25 l.

Beim modular aufgebauten von Lovol Arbos selbstentwickelten Getriebe der neuen 5000 Traktoren bietet Arbos drei Varianten: ENTRY LEVEL, GLOBAL und ADVANCED. Alle drei Getriebe bieten 5 Gänge in 2 Gruppen, sowie wahlweise eine zusätzliche Kriechganggruppe. Beim ENTRY-LEVEL-Getriebe ergeben sich so (inklusive Kriechgruppe) 15 Vorwärts- und 15 Rückwärtsgänge. Das ENTRY-LEVEL-Getriebe bietet eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h und verfügt über eine mechanische Wendeschaltung mit Schalthebel unter dem Lenkrad. Die Differentialsperre wird ebenso mechanisch betätigt wie die Zuschaltung des Allradantriebs.
Bei der Getriebeausführung GLOBAL wird das Grundgetriebe um eine 2-fach Lastschaltung ergänzt. So ergeben sich (inklusive Kriechgruppe) 30 Vorwärts- und 30 Rückwärtsgänge. Auch das GLOBAL-Getriebe verfügt über eine mechanische Wendeschaltung mit Bedienhebel unter dem Lenkrad, während Allradantrieb und Differentialsperre hier elektrohydraulisch betätigt werden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt beim GLOBAL-Getriebe 50 km/h, 40 km/h werden durch elektronische Reduzierung der Motordrehzahl auf 1.840 U/min (Nenndrehzahl 2.200 U/min) erzielt. Bei der Zapfwellenausstattung stehen sowohl beim ENTRY-LEVEL- als auch beim GLOBAL-Getriebe im Heck die Drehzahlkombinationen 540/1000 oder 540E/1000 zur Wahl. Die Zapfwellenzuschaltung erfolgt über eine mechanisch per Handhebel betätigte unabhängige Trockenkupplung.
Top-Getriebeausstattung ist die Ausführung ADVANCED. Diese verfügt über 3 – allerdings nur auf die Vorwärtsgänge wirkende – Lastschaltstufen und kommt so auf (inklusive Kriechgruppe) 45 Vorwärts- und 15 Rückwärtsgänge. Auch beim ADVANCED-Getriebe beträgt die maximale Höchstgeschwindigkeit 50 km/h und auch hier werden 40 km/h Höchstgeschwindigkeit durch elektronische Begrenzung der Motordrehzahl realisiert. Neben der elektrohydraulischen Bedienung von Allrad und Differentialsperre bietet das ADVANCED-Getriebe der neuen Arbos 5000 Traktoren auch eine lastschaltbare Wendeschaltung mittels Bedienhebel unter dem Lenkrad. Die Zapfwellenaustattung des ADVANCED kann mit serienmäßig vier Drehzahlen, 540/540E/1000/1000E, nur als komplett bezeichnet werden. Geschaltet wird die Zapfwelle beim ADVANCED-Getriebe elektrohydraulisch mittels Druckknopf.
Gebremst werden die neuen Arbos 5000 Traktoren wahlweise über Ölbadscheibenbremsen in der Hinterachse und automatische Allradzuschaltung oder über Ölbadscheibenbremsen an allen vier Rädern. Die ADVANCED-Modelle verfügen zusätzlich zur herkömmlichen Handbremse über eine hydraulische Parkbremse. Alle Ausführungen der Arbos 5000 Traktoren sind übrigens ausschließlich mit starrer Vorderachse erhältlich.

Die Hydraulikausstattung der neuen Traktoren-Serie Arbos 5000 gibt keinerlei Rätsel auf: Die Zahradpumpe hat nach Herstellerangaben eine Förderleistung von 110 l/min, wovon 70 l/min für Anbaugeräte zur Verfügung stehen. Serienmäßig gibt es zwei mechanisch betätigte doppeltwirkende Zusatzsteuergeräte, maximal sind drei Steuergeräte sowie ein hydraulischer Mengenteiler für ein viertes Ventil möglich. Der Heckkraftheber KAT II verfügt nach Herstellerangaben über eine maximale Hubkraft von 4.400 kg und wird wahlweise mechanisch (inklusive elektronischem Schnellaushub) oder elektronisch per EHR geregelt. Eine Fronthydraulik mit doppelt wirkenden Hydraulikzylindern und einer maximalen Hubkraft nach Herstellerangaben von 2.000 kg liefert Arbos auf Wunsch.

Wenn Arbos es beabsichtigt hatte, beim Design in der Landtechnik neue Akzente zu setzten, so ist dies voll und ganz gelungen. Formensprache sowie die Farbkombination Petrol/Weiß stechen angenehm und unverwechselbar aus der Traktorenlandschaft hervor. Ein Problem ist jedoch, dass sich das chice Design bis ins Innere der auf Silent-Blöcken gelagerten 4-Pfosten-Kabine fortsetzt, mit der Folge, dass die Innenverkleidung und selbst der Fußbodenbelag in einem hellen Cremeton gehalten sind. Das dürfte in der landwirtschaftlichen Praxis eher problematisch sein – der Fußboden wies nach wenigen Stunden Agritechnica bereits deutliche Schuhspuren auf. Ansonsten ist die Kabine – entsprechend der eher einfachen Ausstattung der Traktoren – übersichtlich gestaltet und bietet Annehmlichkeiten wie eine Lenkradverstellung (Höhe, Neigung), manuelle Klimaanlage und einen laut Arbos niedrigen Geräuschpegel von 72 dBA. Der Fahrersitz ist wahlweise mechanisch oder luftgefedert lieferbar und, um Frontladerarbeiten zu erleichtern, ist die Frontscheibe etwas ins Dach gezogen. Ein separates Frontladerfenster im Dach gibt es jedoch leider ebenso wenig wie einen Beifahrersitz. Die Arbos 5000 Traktoren können mit bis zu zehn Arbeitsscheinwerfern (vier hinten, sechs vorne) ausgerüstet werden. Was uns noch aufgefallen ist: Die Beschriftung der Bedienhebel wurde durch Aufkleber realisiert, die ihre Dauerhaltbarkeit wohl erst noch unter Beweis stellen müssen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass Lovol Arbos es durchaus ernst meint, eine neuen Traktoren-Marke in Europa zu etablieren. Das Konzept stimmt jedenfalls – wenn es auch an der einen oder anderen Stelle noch Verbesserungspotential gibt. Eine Traktoren-Baureihe alleine genügt für einen erfolgreichen Markteinstieg natürlich nicht, und so präsentierte Lovol Arbos auf der Agritechnica 2015 neben der Serie 5000 als Vorschau auch die Baureihen 6000 und 7000, die 2016 eingeführt werden und einen Leistungsbereich von 140 bis 200 PS (Arbos 6000) respektive 220 bis 260 PS (Arbos 7000) abdecken sollen. Fotos zu diesen beiden Serien gibt es in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

Autoren: Magdalena EstererKlaus Esterer

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