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Fendt 300 Vario endlich mit neuer Kabine

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Artikel eingestellt am:
15.8.2014, 7:36

Quelle:
ltm-KE, Fotos: AGCO GmbH, Fendt-Marketing
www.fendt.com

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AGCO/Fendt kündigt für 2015 eine neue Generation der 300 Vario Baureihe an, die aus den vier Modellen 310, 311, 312 und 313 Vario bestehen soll. Den 309 Vario wird es nicht mehr geben, dafür aber die beiden Ausstattungsvarianten „Power“ und „Profi“. Dass AGCO/Fendt den neuen Fendt 300 Vario Modelljahrgang endlich mit einer vernünftigen Kabine ausstattet, dürfte in der Fendt-Fangemeinde auf breite Zustimmung stoßen, am AGCO-Power-Motor statt des gewohnten Deutz-Motors könnten sich die Geister hingegen scheiden.

Fendt 300 Vario und Deutz-Motor – das gehört für viele Fendt-Fahrer unverrückbar zusammen. Nachdem AGCO/Fendt den 200 Vario aber bereits seit einigen Jahren mit einem AGCO-Power-Motor ausstattet, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis weitere Fendt-Modellreihen auf das hauseigene Motoren-Fabrikat umgestellt werden. Der in der neuen Generation der Fendt 300 Vario Traktoren eingesetzte 4-Zylinder AGCO Power 44 AWF HD Motor mit 4,4 l Hubraum wird über eine Maximalleistung (laut AGCO/Fendt, ohne Angabe einer Norm) von 81/110 kW/PS bis 101/138 kW/PS verfügen. Er hält die Abgasnorm der Stufe 4/Tier 4 Final durch eine Kombination aus externer gekühlte Abgasrückführung (AGRex), Dieseloxidationskatalysator (DOC) und SCR/Adblue-Abgasnachbehandlung (210-Liter-Dieseltank, 22-Liter-AdBlue-Tank nach Herstellerangaben) ein. Mit der neuen Motorisierung der Fendt 300 Vario Traktoren geht auch ein laut AGCO/Fendt komplett neues Luftansaugsystem mit einem neuen Hochleistungsluftfilter und groß dimensioniertem Kühlpaket einher; zu Kraftstoffersparnis und Geräuschminderung soll laut AGCO/Fendt eine reduzierte Übersetzung des Lüfters beitragen.

Unverändert gegenüber der aktuellen Fendt 300 Vario Serie ist bei den künftigen Fendt 300 Vario Traktoren das Vario-Getriebe mit einem Fahrbereich und 40 km/h Maximalgeschwindigkeit. Neu im Bereich Getriebe/Fahrwerk sind hingegen der um 70 mm auf 2.420 mm verlängerte Radstand, die überarbeitete Hinterachse, die jetzt mit Reifen bis zur Dimension 600/65 R 38 (1.770 mm Durchmesser) ausgerüstet werden kann, sowie die gefederte Vorderachse mit Längsschwinge und Lenkwinkelsensoren, die AGCO/Fendt optional im 300 Vario Power und serienmäßig im 300 Vario Profi verbaut. Die Lenkwinkelsensoren ermöglichen bei der neuen Fendt 300 Vario Serie endlich wieder die vom Radeinschlag abhängige automatische Schaltung von Allradantrieb und Differentialsperren, die es weiland schon bei den Fendt Farmer 300 Schaltschleppern gab, für den Fendt 300 Vario bis dato jedoch nicht einmal für viel Geld und gute Worte zu bekommen ist.
Gewissermaßen Grundvoraussetzung für den Einbau der Vorderachse mit Längsschwinge ist der neu entwickelte Halbrahmen über den die neuen Fendt 300 Vario Traktoren verfügen. Dank seiner Taillierung soll er große Lenkeinschläge ermöglichen, zudem ist durch den Halbrahmen für den Anbau von Frontlader und/oder Frontkraftheber kein Hilfsrahmen mehr notwendig.

Der Frontkraftheber ist vollständig in den Halbrahmen integriert und verfügt laut AGCO/Fendt mit jetzt 3.130 daN statt bisher 3.020 daN über eine geringfügig höhere Hubkraft. Die Unterlenker des Frontkrafthebers lassen sich diagonal hochklappen, so dass sie für Frontladerarbeiten nicht mehr abgebaut werden müssen. Als Option ist für den Frontkraftheber des neuen Fendt 300 Vario in der Ausstattungsvariante Profi eine Lageregelung verfügbar. Die elektronische Steuerung des Frontkrafthebers ermöglicht dann auch die entlastende Regelung sowie eine externe Bedienung. Ebenfalls neu im Bereich der Hydraulik ist bei der kommenden Generation der Fendt 300 Vario Traktoren die automatische Summierungsfunktion der beiden Konstantstrom-Hydraulikpumpen mit nach Herstellerangaben gemeinsam nach wie vor 83 l/min maximaler Fördermenge. Diese Ausstattung ist beim Fendt 300 Vario Power serienmäßig, optional gibt es jetzt auch eine Load-Sensing-Hydraulik mit einer Axialkolbenpumpe mit laut AGCO/Fendt 110 l/min Förderleistung, die zur Standardausrüstung beim Fendt 300 Vario Profi zählt.

Die auffälligste und möglicherweise auch wichtigste Neuerung gibt es bei den neuen Fendt 300 Vario Traktoren bei der Kabine. Die Grundkonstruktion der Kabine der aktuellen Fendt 300 Vario Baureihe geht auf die frühen 1990er Jahre zurück. Viele empfinden sie, trotz der von AGCO/Fendt im Laufe der Jahre durchgeführten Änderungen, als nicht mehr zeitgemäß und vor allem zu klein. Dass AGCO/Fendt die Serie 300 Vario zukünftig mit der von den Baureihen 500 und 700 Vario bekannten, geräumigeren VisioPlus-Kabine in angepasster Form ausstattet, wird deshalb vermutlich mehr als nur wohlwollend zur Kenntnis genommen werden. In angepasster Form heißt beispielsweise, dass sich AGCO/Fendt nicht dazu durchringen konnte, den neuen 300 Vario mit einer Bedienarmlehne auszustatten. Sämtliche Bedienelemente befinden sich deshalb in der neu gestalteten Konsole auf dem rechten Kotflügel, inklusive des neuen zweigassigen Power-Joysticks. Der Power-Joystick ersetzt den bisherigen Variostick, ermöglicht neben der Getriebebedienung jetzt auch die Betätigung der Wendeschaltung sowie der Hubwerksautomatik (Go/End) und verfügt über Tasten für Tempomat und Motordrehzahlspeicher. Beim Fendt 300 Vario Profi bietet der Joystick als zusätzliche Funktionen die Aktivierung des dritten und vierten Hydraulikventils mit Schwimmstellung, es gibt vier speicherbare Sequenzen (Go/End) und jeweils eine Taste für die Motordrehzahl und zwei Einstellungen für den Tempomat. Serienmäßig verfügt der Fendt 300 Vario Profi über ein 7-Zoll-Varioterminal ohne Touchscreen mit Bedienung über Druck- und Drehtasten. Im Vorgewendemanagement Variotronic können elf Funktionen mit fünf Auslösern sowie 25 Voreinstellungen für Anbaugeräte gespeichert werden. Die ISOBUS-Gerätesteuerung ist wahlweise erhältlich. Erstmalig wird für den Fendt 300 Vario als Wunschausstattung auch eine pneumatische Kabinenfederung angeboten. Diese ist allerdings nur für die Version Profi verfügbar, während es für den Fendt 300 Vario in der Ausführung Power bei einer optionalen mechanischen Kabinenfederung bleibt.

Insbesondere die neue Kabine und der Halbrahmen fordern ihren Tribut beim Leergewicht der Fendt 300 Vario Traktoren. Für das Topmodell, den 313 Vario, beziffert AGCO/Fendt dieses mit 4.970 kg. Damit ist der neue Fendt 313 Vario etwas mehr als eine halbe Tonne schwerer als sein Vorgänger (4.450 kg Leergewicht). Da bei der neuen Fendt 300 Vario Serie das zulässige Gesamtgewicht leider unverändert bei 8.500 kg liegt, reduziert sich damit die maximale Zuladung beim neuen Fendt 313 Vario auf 3.530 kg; bei den übrigen Typen dürfte es sich ähnlich verhalten.

Die neuen Fendt 300 Vario Traktoren sollen ab Anfang 2015 auf den Markt kommen, die erste offizielle Vorstellung soll auf dem Fendt Feldtag Wadenbrunn 2014 stattfinden.

Autor: Klaus Esterer

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