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Rad, Raupe oder Doppel-Raupe: John Deere präsentiert neue 8R, 8RT und 8RX Traktoren

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Artikel eingestellt am:
31.10.2019, 7:26

Quelle:
ltm-ME, Bilder: John Deere GmbH & Co. KG
www.deere.de

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Pünktlich zur Agritechnica 2019 zeigt John Deere die fünf neuen 8R, 8RT und 8RX Traktoren-Modelle 280, 310, 340, 370 und 410, die sich als Radtraktoren (8R), mit zwei Raupenbändern (8RT) oder mit den neuen vier Raupenfahrwerken (8RX) bestellen lassen. John Deere betont, diese Flexibilität als erster Landmaschinenhersteller bei Standardtraktoren zu bieten.

Mit dem neuen Modelljahrgang der 8R beziehungsweise 8RT und 8RX Traktoren führt John Deere bei dieser Baureihe neue Typenbezeichnungen ein, die nicht nur den geänderten Motorleistungen geschuldet sind. Während bislang sämtliche Modelle eine vierstellige Ziffernfolge beginnend mit „8“ und der ungefähren Motorleistung sowie nachgestelltem „R“ respektive „RT“ als Typenbezeichnung trugen und die Bezeichnungen „Serie 8R“ sowie „Serie 8RT“ gewissermaßen eher einen virtuellen Charakter hatten, da sie so nie auf den Maschinen zu lesen waren, steht jetzt die Baureihe separat vor einem dreistelligen, die Motorleistung repräsentierenden Zahlencode. Statt des Flaggschiffs 8400R gibt es jetzt also einen 8R 410.

Die Serie 8R/RT/RX (MY2020), wie John Deere sie offiziell bezeichnet, umfasst zwei Radtraktoren-Modelle weniger als die Vorgänger-Serie 8R und 8RT (um genau zu sein, wurden die zwei kleinsten Modelle 8245R und 8270R gestrichen), dafür ist das Flaggschiff-Modell nun auch als Raupenschlepper erhältlich – die 8RX Traktoren sind komplett neu. Insgesamt wurde der Leistungsbereich von vormals 245 bis 400 PS auf jetzt 280 bis 410 PS verkleinert, aber gleichzeitig nach oben verlagert.
Angetrieben werden die neuen 8R, 8RT und 8RX Traktoren wie gehabt von John Deere PowerTech PSS Motoren mit 9 l Hubraum, die durch den Einsatz von DOC, DPF und SCR jetzt die EU-Abgasnorm der Stufe V erfüllen. Auch neu ist der Visco-Lüfter und die Verlegung der Nebenaggregate des Motors nach vorne. John Deere betont, dass die neue Konstruktion eine geringeren Wärmeeinwirkung verursacht und so die Kosten durch Motorverschleiß und -wartung mindert.
Die Nennleistung gibt John Deere nach ECE-R120 für den neuen 8R 280 (der nicht mit Raupen erhältlich ist) mit 206/280 kW/PS, für die neuen 8R/RT/RX 310 mit 228/310 kW/PS, für die neuen 8R/RT/RX 340 mit 250/340 kW/PS, für die neuen 8R/RT/RX 370 mit 272/370 kW/PS und für die neuen 8R/RT/RX 410 mit 302/410 kW/PS an. Die Maximalleistung ohne IPM beziffert John Deere nach ECE-R120 für den 8R 280 mit 227/308 kW/PS, für den 8R/RT/RX 310 mit 251/341 kW/PS, für den 8R/RT/RX 340 mit 275/374 kW/PS, für den 8R/RT/RX 370 mit 299/407 kW/PS und für den 8R/RT/RX 410 mit 326/443 kW/PS. Neben der Maximalleistung ohne IPM kennt John Deere auch eine Maximalleistung mit IPM, die das Unternehmen nach ECE-120 mit 240/326 kW/PS für den 8R 280, mit 263/357 kW/PS für die 8R/RT/RX 310, mit 285/388 kW/PS für die 8R/RT/RX 340, mit 309/420 kW/PS für die 8R/RT/RX 370 und mit 337/458 kW/PS für die 8R/RT/RX 410 angibt.

Auch die neuen 8R/RT/RX können, je nach Modell, mit drei unterschiedlichen Getrieben ausgestattet werden: mit dem 16/5-PowerShift Getriebe, dem e23 PowrShift Getriebe oder dem stufenlosen AutoPowr Getriebe. Das 16/5 PowrShift Getriebe bietet 16 Vorwärts- und 5 Rückwärtsgänge und ist ausschließlich für den 8R 280, den 8R 310 und den 8R 340 erhältlich. Das e23 PowrShift Getriebe ist für alle John Deere 8R/RT/RX erhältlich, inkludiert einen Efficiency Manager (der die Vorwahl der Arbeitsgeschwindigkeit bei automatisch optimierter Motordrehzahl erlaubt) und wartet mit 23 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge sowie 10 Lastschaltstufen im Hauptarbeitsbereich (5 bis 16 km/h) auf. Das AutoPowr Getriebe ist für alle 8R/RT/RX-Modelle außer dem Flaggschiff 8R/RT/RX 410 bestellbar.

Interessanteste Neuerung im Bereich des Fahrwerks sind zweifelsfrei die neuen John Deere 8RX Traktoren, die das Gewicht auf vier Raupenbänder mit Breiten zwischen 41 cm und 76 cm verteilen und damit für die geringste Bodenverdichtung der Baureihe sorgen – nach Herstellerangaben misst die Aufstandsfläche über 4,5 m². Die Transportbreite beziffert John Deere mit unter 3 m und auf der Straße sollen 40 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich sein. Selbstredend verbessert sich die Stabilität am Seitenhang im Vergleich zu den 8RT, gleichzeitig sollen die 8RX 310, 340, 370 und 410 auch äußerst manövrierfähig sein und selbst bei Wendemanövern nur geringe Bodenaufwerfungen verursachen.
Ein weiteres Novum für die 8R/RT/RX sind verstärkte Hinterradbremsen. John Deere ist überzeugt, dass dadurch die Vorderradbremsen selbst bei Modellen mit 50 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht mehr nötig seinen, belässt sie jedoch im Optionskatalog.

Die Kabine der neuen John Deere 8R/RT/RX wurde nach Herstellerangaben für lange Arbeitstage gestaltet. Der Einstieg wurde verbreitert und die Türgriffe niedriger angebracht. Auf Wunsch offeriert die Kabine einen hochwertigen Sitz mit perforiertem Lederbezug, Sitzheizung, aktiver Belüftung, 2-Zonen-Massagefunktion und zahlreichen elektrisch und pneumatisch verstellbaren Sitzelementen. John Deere betont außerdem die Verbesserung der ActiveSeat II Federung, die noch reaktiver arbeiten und noch mehr vertikale Stöße absorbieren soll. Um die Kabine wirklich zum besseren Wohnzimmer zu machen, wurde außerdem der Stauraum des integrierten Kühlschranks auf 11 l verdoppelt und ein 6.1-Sound-System mit Subwoofer sowie ein 6,5-Zoll-DAB+-Touchscreen-Radio, das mit Apple CarPlay kompatibel ist, in die Optionsliste aufgenommen. Um den Musikgenuss nicht unnötig zu stören, wurde die Klimaanlage unter die Kabine verlegt, wodurch der Schallpegel trotz besserer Kühl- und Heizleistung sinken soll. Ein Nebenaspekt der Neupositionierung ist die größere Kopffreiheit, die durch sie erzielt wird.
Das Konzept der langen Arbeitstage wurde auch bei der Beleuchtung nicht außer Acht gelassen, weshalb die 360°-LED-Beleuchtung John Deere zufolge 60 % mehr Leuchtkraft bietet.

Optisch sind Traktoren dieser Größenordnung immer ein wenig schwierig, allerdings hat sich im Bezug auf die neuen 8R/RT/RX die Zusammenarbeit von John Deere mit Experten von BMW Designworks in Kalifornien durchaus gelohnt. Einige eher subtile Änderungen, wie der Winkel des Kühlergrills, das nach hinten Auslaufen desselben, die Gestaltung und Betonung der Kiemen und die Verwendung von Klarglas-Scheinwerfern in der Traktorfront, schaffen eine Aura der Agilität, die diesen Traktoren zuvor eindeutig fehlte.

Auch bei den Elektronik-Funktionen der neuen 8R/RT/RX lässt sich John Deere nicht lumpen: Das web-basierte AutoTrac-System wurde weiter optimiert und ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem neuen, optionalen und integrierten StarFire 6000 Empfänger die Kontrolle über Feldgrenzen, Fahrspuren und Einrichtungsdaten sowie Anbauplanung und -dokumentation. John Deere betont, dass die drahtlose Datenübertragung an die Einsatzzentrale für fünf Jahre kostenlos sei.
Nicht neu aber durchaus hilfreich ist JDLink, mit dem sich der Traktor auf Wunsch fernüberwachen lässt und bei Einwilligung in die »Expert Alerts« potenzielle Maschinenschäden vorhergesagt und die Wahrscheinlichkeit kostspieliger Reparaturen gesenkt werden können soll.

Highlight der Elektronik-Ausstattung ist aber sicherlich das neue AutoSetup System (in der zweiten Jahreshälfte 2020 verfügbar), mit dem alle Feld-, Maschinen und Anbaugerätedaten für einzelne Aufgaben direkt auf den 8R/RT/RX Traktor geladen werden können. Nach Herstellerangaben können die kompletten Einstellungen des Traktors und des Anbaugeräts in der Cloud geplant und verwaltet werden, um bei Bedarf komplett geladen zu werden und die maschinen- und feldspezifischen Einstellungen nicht wiederholen zu müssen. John Deere beschreibt, dass für die Einstellung einer aufwendigen Drillkombination bis zu 60 Klicks im Display notwendig sind, die durch das neue AutoSetup System auf einen einzigen reduziert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Einstellungen in die John Deere Einsatzzentrale übertragen werden und so allen John-Deere-AutoSetup-Traktoren des Fuhrparks zur Verfügung stehen können.
Mit John Deere AutoSetup werden nach Unternehmensangaben Traktoreinstellungen, wie Zapfwellendrehzahlen, Hubwerkseinstellungen und Einstellungen der hydraulischen Steuerventile, Anbaugeräteeinstellungen, wie Gestängehöhen, Güllefass-Reifenluftdruck und Pflanzenschutzspritzen-Düsentypen, Agronomische Daten, wie Feldgrenzen, Spurlinien und Applikationskarten in ISO-XML sowie Dokumentationsdaten, wie ausgebrachte Dünger- und Pflanzenschutzmittelmengen unterstützt. Selbstredend sind die von AutoSetup getroffenen Einstellungen Vorschläge, die den Realbedingungen angepasst oder gänzlich verworfen werden können.
John Deere hat sich für eine offene Systemarchitektur und eine Cloud-Lösung entschieden, um langfristig alle ISOBUS-fähigen Geräte über AutoSetup anbinden zu können. Wie das Unternehmen mitteilt, ist das System aktuell mit Kotte Güllefässern und den gezogenen John Deere Pflanzenschutzspriten kompatibel, John Deere lädt aber weitere Gerätehersteller ein, auf der Agritechnica die Anbindung an AutoSetup zu prüfen. John Deere betont außerdem, dass die Nachrüstung von AutoSetup bei Traktoren mit dem John-Deere-Generation-4-Display einfach möglich sei – das dazu notwendige Software Update ist nach Herstellerangaben wie auch die John Deere Einsatzzentrale kostenfrei.

Auf der Agritechnica 2019 zeigt John Deere die neuen 8R/RT/RX sowie weitere Neuheiten in Halle 13, Stand C40.

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