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Steyr 6195 CVT mit zukunftsorientiertem Biogas-Antrieb von LuPower

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Artikel eingestellt am:
08.4.2009, 10:12

Quelle:
ltm-KE, ltm-ME, LuPower Energie-Projekt GmbH & Co KG
www.lupower.at

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Die Firma LuPower aus St. Andrä im Lungau (Bundesland Salzburg, Österreich) hat sich auf die Entwicklung alternativer Fahrzeugantriebe in Form von Elektroantrieben sowie CNG-Nachrüstkits (CNG = Compressed Natural Gas) für Benzin- und Dieselmotoren verschiedener Hersteller spezialisiert. In Zusammenarbeit mit Steyr Traktoren hat das Unternehmen jetzt den Prototypen eines CNG-Nachrüstkits für den Steyr 6195 CVT entwickelt.

Das LuPower-CNG-Nachrüstkit ermöglicht in Zukunft den bivalenten Betrieb des Steyr 6195 CVT mit Diesel und Erd- beziehungsweise Biogas, wobei letzteres – analog zur Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz – über entsprechende Filtertechnik aufbereitet werden muss. Diesel ist bei dieser Technik als Zündmittel zwar weiterhin erforderlich, je nach Leistungskurve wird der Ansaugluft jedoch Biogas beigemischt und so der Dieselanteil um bis zu 40 % zurückgenommen. Die Treibstoffkosten werden dadurch erheblich reduziert. Neben dem Geldbeutel soll aber auch die Umwelt vom bivalenten Betrieb profitieren: So gibt LuPower die Reduzierung bei Stickoxyd mit 17 %, beim Ausstoß von Feinstaubpartikeln mit 19 %, bei Kohlenwasserstoffen mit 87 % und bei Kohlenmonoxid mit 97 % an. Darüber hinaus ergibt sich nach Herstellerangaben pro Fahrt eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 20 %, da Biogas als Treibstoff CO2 neutral ist.

Das Biogas wird beim LuPower-Nachrüstkit für den Steyr 6195 CVT über ein zentrales Einblasventil und eine entsprechende Düse für alle Zylinder gemeinsam vor dem Turbolader – in dem eine intensive Durchmischung des Biogases mit der Ansaugluft erfolgt – in die Ansaugleitung eingeblasen; eine sequentielle Einblasung befindet sich derzeit in der Entwicklung. Das Biogas wird auf dem Schlepper oberhalb der Kabine in 5 Composite-Gasflaschen zu je 80 Liter, respektive 64 kg mitgeführt. Der Spezialrahmen für die Aufnahme des CNG-Flaschenpaketes wurde gemeinsam mit der Lungauer Metallbaufirma Neumann entwickelt und gebaut und orientiert sich am bekannten Forstrahmen für Steyr Traktoren. Im Rahmen verlaufen auch die Gasleitungen vom Tankstutzen zu den Gasflaschen, beziehungsweise von den Gasflaschen zum beheizbaren Druckregler, der den Druck des Gases von etwa 204 bar in den CNG-Composite-Flaschen auf die für die Einblasung notwendigen 4 bis 5 bar reduziert. Je nach Auslastung des Motors reicht der Gasvorrat laut LuPower für 7 bis 10 Stunden Betrieb. Um die Einsatzdauer auf 10 bis 12 Stunden zu erhöhen, ist die Verwendung eines Flaschenpaketes mit 4 Composite-Flaschen je 130 Liter und – dank eines höheren Speicherdruckes – 89 kg Inhalt geplant. Befüllt werden die Gasflaschen – je nach Leistungsfähigkeit der Tankanlage laut LuPower in etwa 10 bis 20 Minuten – über einen gemeinsamen Tankstutzen, der hinter dem rechten Kabinenaufstieg angeordnet ist. Das komplette Flaschenpaket verbleibt stets am Schlepper, ein Austausch der Flaschen ist nicht vorgesehen oder notwendig. Dadurch erübrigt sich zwar einerseits das Hantieren mit den schweren Gasflaschen, andererseits können leere Flaschen im Feldeinsatz bei Bedarf auch nicht gegen volle „Reserveflaschen“ getauscht werden. Doch auch hieran hat LuPower gedacht und bietet für diesen Fall eine mobile Biogas-Tankanlage an, bei der ein CNG-Flaschenpaket mit 12 Druckgas-Flaschen je 50 Liter auf einem Pkw-Tandemanhänger montiert ist.

Wie beschrieben, ist mit dem von LuPower vorgestellten CNG-Nachrüstkit kein reiner Biogasbetrieb des Steyr 6195 CVT möglich, durch den bivalenten Betrieb ergeben sich jedoch zwei entscheidende Vorteile: So handelt es sich beim LuPower-CNG-Kit um eine echte Nachrüstlösung, die mit relativ wenig Komponenten auskommt, auch an vorhandene Fahrzeugen nachträglich installiert und bei Bedarf, beispielsweise beim Verkauf des Traktors, auch wieder problemlos entfernt werden kann. Der original Dieselmotor des Steyr 6195 CVT bleibt unangetastet und das ist auch gleich der zweite Vorteil, denn so kann der Schlepper auch weiterhin nur mit Diesel betrieben werden, etwa wenn der Biogasvorrat während der Feldarbeit aufgebraucht ist und keine Möglichkeit zum Nachfüllen der Gasflaschen besteht.

Den Preis für den Umbau des Steyr 6195 CVT auf bivalenten Betrieb beziffert LuPower derzeit mit etwa 17.000,-- Euro. Je nach angesetztem Dieselpreis soll sich die Umrüstung in Deutschland in etwa 7 Jahren amortisiert haben, in Österreich soll es mit 4 bis 6 Jahren etwas schneller gehen, da hier durch eine Förderung 30 % der Umbaukosten vom Staat übernommen werden. Ab wann das CNG-Kit verfügbar ist, steht derzeit noch nicht fest, die genauen Liefertermine sollen im Sommer 2009 bekannt gegeben werden.

Fazit: LuPower und Steyr setzen beim Prototypen des CNG-Nachrüstkits für den Steyr 6195 CVT auf den so genannten bivalenten Betrieb mit Diesel und Biogas. Damit umgehen sie das Hauptproblem, mit dem der Deutz-Prototyp eines reinen Biogastraktors Anfang der 1980er Jahre zu kämpfen hatte: Die sehr begrenzte Betriebszeit mit einer Gasfüllung durch den technisch bedingt verhältnismäßig geringen Gasvorrat, der auf dem Schlepper mitgeführt werden kann. Wann das Nachrüstkit erhältlich sein wird, steht derzeit noch nicht endgültig fest. Fest steht jedoch jetzt schon, dass Biogas als Energiequelle für den Betrieb von Traktoren und Landmaschinen eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative ist. Letzteres vor allem für Betreiber von Biogasanlagen, die ihre bestehende Anlage lediglich um die entsprechende Filtertechnik zur Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität erweitern müssten; kein Vergleich zu der erheblichen Investition in eine Anlage zur Gewinnung von Wasserstoff. Nicht vergessen werden darf zudem, dass Biogas – auch wenn dies derzeit eher selten praktiziert wird – auch lediglich aus Gülle und/oder Bioabfällen und damit ohne zusätzlichen Flächenbedarf produziert werden kann, was bei Pflanzenöl natürlich nicht der Fall ist.

Autor: Klaus Esterer

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