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Massey Ferguson präsentiert Zukunfts-Vision: MF NEXT Traktor Concept

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Artikel eingestellt am:
08.12.2019, 7:28

Quelle:
ltm-ME, Bild 2+3: ltm-KE, Bild 4,5,6: AGCO Deutschland GmbH / Massey Ferguson
www.masseyferguson.com

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Mehr Vernetzung, mehr Sensorik, mehr Autonomie. So lässt sich das MF NEXT Traktor Concept zusammenfassen, das sich als materialisierte Vision von Massey Feguson auf der Agritechnica 2019 zeigte. Das vage Gefühl, der NEXT-Concept-Traktor erinnere irgendwie an die Mondlandung, kommt nicht von ungefähr, sondern wurde bewusst provoziert, um an diesen Meilenstein der Technik-Geschichte, der am 16. Juli seinen 50sten Jahrestag feierte, zu erinnern.

Das MF NEXT Traktor Concept, das weit über eine Designstudie hinausgeht, widmet sich primär der Zukunft der Feldarbeit, der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie der Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten, die jetzt schon Einzug in die Landwirtschaft halten. Selbstredend arbeitet das MF NEXT Traktor Concept komplett oder teilweise autonom und bietet ein Telemetriesystem mit nahtloser Datenübertragung für Farm Management Systeme sowie Ferndiagnose und vorausschauende Wartung. Der Mensch, der in der lenkradlosen Kabine mit Hilfe von zwei Joysticks und drei Touch-Screens Traktor und Anbaugeräte bedient und überwacht, ist (zumindest virtuell) nicht mehr allein, sondern kann sowohl vom Betriebsbüro als auch vom Service-Personal des lokalen MF-Händlers unterstützt werden. Und so wandelt sich die Feldarbeit vom archaischen Einzelkampf zur modernen Teamarbeit. Teil dieses Teams werden sind nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen, die durch die Analyse von Boden und Ernte in Echtzeit hilfreiche Hinweise zu agronomischen Entscheidungen geben.

Für diese Massey-Ferguson-Vision eines modernen Arbeitsplatzes in einer nachhaltigen Landwirtschaft zeichnen verschiedene Technologien verantwortlich, die einer gewissen Erläuterung bedürfen. Das MF NEXT Concept umfasst die On-Board-Technologie, durch die die Steuerung von Anbaugeräten und der bedarfsgerechte Einsatz von Mitteln und Ausbringmengen ermöglicht wird, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Neben diesen externen Faktoren verbessert die On-Board-Sensorik auch die Einstellung der Zugkraftregelung und erlaubt die automatische Einstellung von Kabinen- und Sitzfederung. Sensoren und Kameras in Motorhaube und Kabinendach des MF-NEXT-Traktors liefern Daten für das On-Board-Crop-Scanning, um beispielsweise Feuchte und Nährstoffgehalt des Bodens genau zu erfassen und an Precision-Farming-Systeme zu übertragen. Diese Datendichte soll die bestehenden MF Smart Farming-Technologien von AGCO Fuse weiter verbessern. Ausbringmengen können dann von MF-Rate und Section-Control automatisch angepasst und noch genauer justiert werden. Der MF-NEXT-Traktor wird von MF Guide gesteuert und MF Task Doc dokumentiert die Vorgänge und übertragt sie via MF Connect Telemetrie.
Trelleborg präsentiert am MF-NEXT-Traktor rußfreie Reifen und mit CTIS+ Inside System eine ausgeklügelte Reifendruckregelanlage, bei der sich der Reifenluftdruck automatisch an sich ändernde Bedingungen anpasst. Die Kombination beider Technologien schont die Umwelt in dreierlei Hinsicht: durch die Einsparung von Ressourcen bei der Produktion des Reifens, durch minimale Bodenverdichtung und zusätzlich durch erhöhte Kraftstoffeffizienz.

In der 4-Pfosten-Kabine des MF-NEXT-Traktors, in der sich, wie erwähnt, statt eines Lenkrads zwei Joysticks befinden, ist es vergleichsweise ruhig, da zwischen Motorhaube und Kabine 25 cm Abstand liegen. Dieser Abstand wird durch eine neue Motorinstallation bewirkt, die gleichzeitig die Kühlung verbessert. Mit dem linken Joystick wird übrigens gelenkt und mit dem rechten das Getriebe sowie die Geschwindigkeit gesteuert. Massey Ferguson unterstreicht, dass über eine Neuentwicklung des aktuellen Multifunktions-Joysticks für die Frontladerbedienung und des Multipad-Hebels auch die Steuerventile zur Steuerung von Arbeitsgeräten sowie alle anderen Traktorfunktionen betrieben respektive ausgeführt werden. Überwacht werden sämtliche Parameter mit den drei Touch-Bildschirmen und dem 3D Armaturenbrett. Die Außenspiegel werden durch zwei Weitwinkel-HD-Nachtsichtkameras ersetzt, deren Bilder auf den Monitoren in der Kabine angezeigt werden. Die Außenwelt kann bei Bedarf auch durch die gewölbte Windschutzscheibe betrachtet werden, eine hervorragende 360°-Sicht soll diese Option optimieren.

Neben der Kombination aus kommenden und bestehenden Technologien handelt es sich beim MF-NEXT-Traktor nicht zuletzt um eine Designstudie. Die vage Anmutung von Mondlandung entspringt einer Symbiose von futuristischen und historischen Details – sowie die Bilder der Mondlandung heute gleichzeitig futuristisch und irgendwie retro wirken; Massey Ferguson spricht von »neo retro«. Die gelb spiegelnden Scheiben erinnern beispielsweise an die Visiere der Raumanzüge der Mondlandungs-Astronauten und an die Fortschritte, die die Technologie seitdem gemacht hat. An der Motorhaube findet sich der klassische MF-Säbelstreifen, der aber deutlich geschmälert und verkürzt wurde, sowie die stilisierte Pferdekopf-Optik, die eine Hommage an den MF 188 von 1972 darstellt. Die grauen, etwas gekanteten Hinterradkotflügel erinnern entfernt an die MF-Serien 2000 und 3000, wurden aber durch parametrische LED-Leuchten aktualisiert. Das MF-Rot beschränkt sich auf wenige, ausgesuchte Elemente, unterstützt aber alle Scheinwerfer durch futuristisches rotes LED-Tageslicht.

Das MF NEXT Traktor Concept ist weit weniger fiktional als viele andere Konzepte und zeichnet sich dadurch aus, bestehende Technologien weiterzuführen und auf eine höhere Ebene zu bringen. Wie viele dieser Ideen sich in Zukunft den Weg in die Serienproduktion bahnen werden, vermag heute noch niemand zu sagen; die Ideen in einer Maschine zu materialisieren scheint allerdings ein guter Ansatz zu sein, um diese Version der Zukunfts-Landwirtschaft irgendwann in realitas umzusetzen.

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