Die beiden erst zur Agritechnica 2025 vorgestellten Feldspritzen John Deere 540R und 550R (siehe Artikel: „John Deere stellt neue selbstfahrende Feldspritzen-Baureihe 500R vor”) werden durch das neue Modell 560R mit 6.000-l-Tank ergänzt, um Betriebe mit hohen Tagesleistungen und begrenzten Einsatzfenstern zu unterstützen.
Eine wesentliche technische Neuerung des MY27-Updates der John Deere 500R betrifft die Gestängetechnik: Die neue Generation modular aufgebauter Stahlgestänge wird in Arbeitsbreiten von 30, 36 und 42 m angeboten. Nach Herstellerangaben ermöglichen die überarbeiteten Konstruktionen kürzere Klappzeiten und eine kompaktere Bauweise. Düsenkörper und Edelstahlleitungen sind vollständig in die Gestängestruktur integriert, wodurch exponierte Bauteile reduziert werden. Trotz der größeren Arbeitsbreiten bleibt die Transportbreite laut John Deere bei 2,55 m.
Für die Gestängeführung führt John Deere das System BoomTrac Pro 2 ein. Je nach Arbeitsbreite erfassen fünf (unter 36 m) respektive sieben Ultraschallsensoren (ab 36 m) die Bestands- oder Bodenkontur und regeln die Gestängehöhe automatisch. Ergänzend kommt ein neu entwickelter Mittelrahmen mit aktiver Gierdämpfung zum Einsatz, der Nick- und Pendelbewegungen des Gestänges reduzieren soll, um eine stabilere Gestängelage insbesondere bei höheren Fahrgeschwindigkeiten und wechselnden Geländeformen zu bewirken.
Parallel dazu steigt John Deere zufolge die zulässige Arbeitsgeschwindigkeit auf bis zu 30 km/h. In Verbindung mit den Applikationssystemen ExactApply und Individual Nozzle Control Pro sollen dabei sowohl die Tropfenqualität als auch die Verteilgenauigkeit über einen größeren Geschwindigkeitsbereich konstant gehalten werden, zudem unterstützt das System differenzierte Ausbringmengen über die gesamte Gestängebreite sowie eine automatische Kurvenkompensation.
Auch die Reinigungs- und Spülfunktionen der John Deere MY27-500R wurden überarbeitet. Eine neue Bedienoberfläche bündelt die automatisierten Spülprogramme und soll die Steuerung der Reinigungsprozesse vereinfachen. In Verbindung mit AirRinse und AutoDilute sollen Rückstände im Spritzsystem reduziert und Rüstzeiten zwischen den Einsätzen verkürzt werden.
Als wesentliches Entwicklungsziel nennt der Hersteller eine Produktivitätssteigerung von 10 bis 15 % gegenüber den bisherigen Modellen.