Technisch arbeitet der Schwadwender mit vier passiv angetriebenen, paarweise angeordneten Sternrädern – Funktion und Antrieb entsprechen also klassischen Sternradrechwendern. Sie erfassen das mittig liegende Erntegut auch zwischen den Stoppeln und fördern es zu beiden Seiten. Dort übernehmen die Zinken der nachfolgenden Kreisel das Material und legen es gemeinsam mit dem übrigen Futter wieder im Schwad ab. Dadurch verändert sich die Orientierung des Ernteguts innerhalb des Schwads: Die Halme und Blätter liegen weniger in Längsrichtung der ursprünglichen Mährichtung, sondern werden stärker quer ausgerichtet. Dies kann den Luftzutritt verbessern und damit zu einer gleichmäßigeren Trocknung beitragen. Gleichzeitig kann die veränderte Gutstruktur die Aufnahme durch nachfolgende Erntemaschinen unterstützen.
Die beiden Sternradpaare sind keilförmig mit unterschiedlich großen Rädern ausgeführt. Das vordere Sternrad ist kleiner, das hintere größer. Dadurch kann der Schwadwender auch im Bereich unter der Deichsel arbeiten und das Erntegut zu den Seiten fördern. Für den Kontakt mit dem Futter kommen spezielle Zinken zum Einsatz. Sie sind elastisch in thermoplastischem Polyurethan (TPU) eingefasst und können sich bei der Aufnahme des Ernteguts dreidimensional anpassen. Die Konstruktion zielt darauf ab, das Futter möglichst kontinuierlich an die nachfolgenden Kreisel zu übergeben. Kunststoffabstreifer an den Sternrädern sollen verhindern, dass insbesondere langes Erntegut an den Rädern hängen bleibt und mitgeführt wird.
Ein zusätzlicher Hydraulikanschluss beziehungsweise ein weiteres Steuergerät ist für den Schwadwender nicht erforderlich. Die Einheit ist in den vorhandenen Hydraulikkreislauf der Aushubzylinder für die Kreiselarme eingebunden. Beim Ausheben am Vorgewende wird der Schwadwender gemeinsam mit den Kreiseln angehoben und anschließend wieder abgesenkt. Die Entlastung der beiden größeren Sternräder lässt sich über Spiralfedern zwischen der Konsole des Schwadwenders und den Sternrädern einstellen. Damit kann die Auflage beziehungsweise die Entlastung der Einheit an die jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst werden.
Das Einsatzspektrum des Schwadwender für die LINER Zweikreiselschwader reicht laut Claas von der Luzerne- und Kleegrasernte bis zur Heuernte. Auch beim Schwaden von Stroh kann die zusätzliche Gutbewegung eingesetzt werden.