Das Unternehmen will nach eigenen Angaben rund 140 Mio. Euro von 2012 bis 2014 in den Ausbau seiner Standorte in Europa, Amerika und Asien investieren, wobei ein Schwerpunkt dabei auf den Friedrichshafener Werken liegen soll. „Wir bekennen uns klar zum Standort Friedrichshafen für Forschung und Entwicklung, Produktion und Montage“, sagte Joachim Coers, Vorstandsvorsitzender der Tognum AG, auf einem Pressegespräch. Im Friedrichshafener Werk 1 entstehe derzeit eine neue Fertigungshalle für die Bearbeitung von Pleuel, und für die kommenden Jahre seien dort ein neues Gebäude mit einem klimatisierten und energieeffizienten Messraum, neue Entwicklungsprüfstände und eine Energietrasse zur Versorgung der Prüfstände mit Strom, Wasser und Heißwasser geplant. Insgesamt belaufen sich die genannten Investitionen in den Standort Friedrichshafen von 2012 bis 2014 laut Tognum auf rund 60 Mio. Euro.
In das neue Werk im polnischen Stargard plant das Unternehmen nach eigenen Angaben, bis zum Abschluss des Projekts rund 90 Mio. Euro zu investieren, 42 Mio. Euro sollen bis 2014 in das geplante Werk fließen. Der Baubeginn ist für Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Für das Werk in Aiken, USA, will Tognum nach eigenen Angaben bis 2015 in mehreren Phasen neue Entwicklungsprüfstände für insgesamt 40 Mio. Euro errichten, von 2012 bis 2014 sind Investitionen in Höhe von 21 Mio. Euro eingeplant. In Aiken montiert Tognum nach eigenen Angaben MTU-Motoren der Baureihen 2000 und 4000 und zusätzlich hat das Unternehmen 2011 die Fertigung von Großbauteilen für diese Baureihen sowie von Zylinderköpfen der Baureihe 4000 aufgenommen.
Bereits 2011 waren ein neues Verwaltungsgebäude in Novi, ein Trainings-Center und ein Ersatzteil-Logistikzentrum im Großraum Detroit entstanden. In Singapur baut Tognum derzeit ein neues Logistikzentrum, das an die bestehenden Logistikzentren in Überlingen und Brownstown angelehnt ist. Darüber hinaus plant das Unternehmen, dort ein neues Gebäude für Vertrieb, Verwaltung, Entwicklung, Training und Werkstatt zu beziehen. Diese Investitionen sollen sich von 2012 bis 2014 auf rund 17 Mio. Euro belaufen.
„Unser Ziel ist es, alle relevanten Absatzmärkte in den Kernregionen Europa, Asien und Amerika zu erschließen“, sagte Tognum-Technikvorstand Dr. Ulrich Dohle anlässlich des Pressegespräches. „Mittelfristig bereiten wir uns mit dem Werksausbau natürlich auch auf die geplante Stückzahlsteigerung vor.“ Das Geschäftsjahr 2013 sei noch von erheblichen Unsicherheiten aufgrund weltweiter Konjunkturrisiken geprägt. „Wir gehen aber von einer konjunkturellen Stabilisierung im zweiten Halbjahr 2013 aus“, erklärte Vorstandsvorsitzender Joachim Coers. „Auf dieser Basis erwarten wir eine stabile Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts des derzeit bereits absehbaren ungünstigeren Geschäftsmixes und unterjähriger Volatilität wird es jedoch deutlicher Anstrengungen bedürfen, um das Ergebnisniveau von 2012 zu halten“, sagte Coers. „Mittelfristig sehen wir uns aber nach wie vor auf dem Wachstumspfad.“
„Große Wachstumschancen bietet der Markt für Motoren des unteren Leistungsbereichs“, berichtete Vertriebsvorstand Dr. Michael Haidinger beim Pressegespräch. „Wir verzeichnen schon heute eine hohe Nachfrage nach unseren Vorserienmotoren. Mit Inkrafttreten der Emissionsgesetze entsteht eine besondere Dynamik in den Märkten, die wir nutzen können, um unsere starke Marktposition weiter auszubauen.“