Auftraggeber ist Stockholm Vatten AB (kommunales Wasser-, Abwasser- und Abfallentsorgungsunternehmen), das in Henriksdal eine der weltweit größten unterirdischen Abwasseraufbereitungsanlagen betreibt. Die Anlage befindet sich am Hauptstadtrand und bereitet das Abwasser von ca. einer Million Einwohner auf. Aus dem Klärschlamm gewinnt das Unternehmen Biogas, das zukünftig nach dem PSA-Verfahren gereinigt und auf Erdgasqualität aufbereitet werden soll. Dieses Verfahren zeichnet sich laut Schmack Carbotech durch einen geringen Energieverbrauch, eine effiziente Wärmeauskopplung, sowie eine hohe Methanausbeute aus.
Die Anlage verfügt nach Unternehmensangaben über eine Aufbereitungskapazität von 3.000 Nm³/h Rohbiogas. Das gewonnene Gas hat nach der Reinigung laut Schmack Carbotech einen Methananteil von 97 Prozent und wird als Biokraftstoff in Erdgasfahrzeugen eingesetzt. Nach der Fertigstellung Anfang 2016 soll die Anlage jährlich über 180 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas produzieren. Damit soll sie bis zu 40 Prozent des jährlichen CNG-Kraftstoffbedarfs der Metropolregion Stockholm abdecken. Und dieser ist vergleichsweise hoch, da bereits 60 Prozent der Busse des öffentlichen Nahverkehrs Treibstoff aus Erneuerbaren Energien (Biogas, Bioethanol oder Biodiesel) einsetzen.
In Schweden sind Akzeptanz und Nachfrage von umweltfreundlichen Technologien hoch: Vierzig Prozent der neu zugelassenen Autos werden, so Schmack Carbotech, entweder mit Biogas oder Strom betrieben. Durch die Nutzung von Biotreibstoffen bei ihren öffentlichen Verkehrsmitteln spart Stockholm 130.000 Tonnen an umweltschädlichem CO2 im Jahr ein.
Mit den Carbotech-Anlagen in Sofielund und Henriksdal, können laut Schmack Carbotech künftig knapp 17 Prozent der schwedischen Erdgasfahrzeuge mit klimaneutralem Kraftstoff betrieben werden.