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Paul Nutzfahrzeuge baut Mercedes-Benz Arocs 2043 AS 4x4 Euro-6 zu Agro Mover um

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Artikel eingestellt am:
12.10.2014, 7:23

Quelle:
ltm-ME/Paul Nutzfahrzeuge GmbH
www.paul-nutzfahrzeuge.de

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Paul Nutzfahrzeuge stellte auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 das neue Umbaukonzept Agro Mover vor, das auf dem Serienfahrgestell Mercedes-Benz Arocs 2043 AS 4x4 in Euro-6-Konfiguration aufbaut, aber konsequent auf die Anforderungen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe ausgerichtet sein soll. Der Agro Mover kann nach Unternehmensangaben große Transportvolumina wirtschaftlich bewältigen und Felder bei der Beladung ohne Beeinträchtigung befahren.

Für den Paul Agro Mover wurde das zweiachsige Standard-Fahrgestell eines Mercedes-Benz Arocs 2043 AS 4x4 mit Allradantrieb, einem Radstand von 3900 mm, einem 2300 mm breiten ClassicSpace-M-Fahrerhaus und einem zulässigen Gesamtgewicht von 18,0 t umgebaut. Der Arocs 2043 AS 4x4 verfügt über einen 6-Zylinder-Reihenmotor OM 470 mit 10,7 l Hubraum, der die Abgasnorm Euro 6 erfüllt und einen Motornebenabtrieb für die Hydraulikpumpe besitzt. Er bietet nach Firmenangaben bei 1.800 U/min 315/428 kW/PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 2.100 Nm bei 1.100 U/min. Beim Getriebe handelt es sich um ein vollautomatisiertes Powershift 3 (G 280-16/11,7-0,69). Die Blattfedern an Vorder- und Hinterachse haben nach Herstellerangabe eine technisch zulässige Achslast von 8,0 t vorn und 10,4 t hinten. Der Dieseltank fasst 290 l, der AdBlue-Tank 60 l und das Hydrauliköl-Volumen beträgt 210 l. Bei der Sattelkupplung handelt es sich um eine Jost JSK37C mit einer Sattel-/Nutzlast von etwa 8,5 t. Die Geschwindigkeit liegt bei 80 km/h. Optional lässt sich eine Luftfederung an der Hinterachse mit verstellbarem Höhenniveau einbauen.

Vom Standard-Fahrgestell des Mercedes-Benz Arocs unterscheidet sich der Paul Agro Mover durch die Ausrüstung mit einer Scharmüller-Kugelkopfkupplung K80, die sich nach Unternehmensangaben durch eine maximale Stützlast von 3,0 t auszeichnet und den Einsatz mit Anhängern bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 21,4 t erlaubt. Das Zugmaul ist in der Höhe verstellbar und erlaubt Anhängelasten bis 24 t ohne Stützlast und bis zu 21,25 t mit 2 t Stützlast. Für das Zugmaul ist statt des 40er-Bolzens alternativ auch ein 50er-Bolzen erhältlich. Vor der Jost-Sattelkupplung ist ein Schlauchschwenkarm angebracht, der eine Hydraulikverbindung zwischen Zugmaschine und Auflieger herstellt. Ein 12/24-Volt-Spannungswandler am Heck erlaubt die Kombination mit verschiedensten Anhängertypen. Für Anpassung an land- und forstwirtschaftliche Belange wurde der Paul Agro Mover mit besonders breiten und grobstolligen Reifen der Dimension 445/65 R 22,5 an der Vorderachse und sogar 600/50 R 22,5 an der Hinterachse ausgestattet.
Zur Versorgung externer Hydrauliksteuergeräte stehen am Fahrzeugheck verschiedene Hydraulikanschlüsse mit unterschiedlichen Baugrößen und Durchflussmengen bereit; die Anzahl und Positionierung der Anschlüsse erfolgen nach Kundenwunsch. Für die im Paul Agro Mover eingebaute Load-Sensing- Fahrzeughydraulik kommt eine Hydraulikpumpe mit einem Verdrängungsvolumen von 75 ccm pro Umdrehung und einem Steuerblock mit drei doppelt wirkenden Proportionalventilen zum Einsatz. Eingebaut werden können nach Unternehmensangaben jedoch auch unterschiedlichste andere Pumpen bis 120 ccm, die Drücke bis 350 bar und eine Durchflussmenge von etwa 150 l/min bieten. Je nach Fahrzeugkonfiguration ist eine optionale Erweiterung der Hydraulik um eine zusätzliche Zelle für das Heben und Senken möglich, die die Voraussetzung für den Betrieb eines Heckkrafthebers mit hydraulischem Oberlenker und ca. 7,0 t Hubkraft darstellt, dessen Bedienung und Steuerung vom Arbeitsplatz des Fahrers aus erfolgen. Die Steuerung der Hydraulikfunktionen erfolgt über Taster und Raster im Fahrerhaus. Die Steuerung ist ebenso über Joystick möglich, ergänzt auf Wunsch durch ein ISOBUS-Terminal, zum Beispiel von Müller Elektronik, das Track-Loader-Unterstützung bietet.

Ab dem Frühjahr 2015 soll im Paul Agro Mover ein neuer getriebeunabhängiger Hightech-Nebenantrieb via Heckzapfwelle ein Abnahmemoment bis zu 4800 Nm am Anhängebock bereitstellen. Das hohe abnehmbare Drehmoment am Nebenantriebsflansch ermöglicht den Betrieb unterschiedlichster Aufbauten wie beispielsweise eines Miststreuers. In Kombination mit der Heckzapfwelle erweitere sich so das Einsatzspektrum auf den Betrieb unterschiedlicher Anhängerarten vom Ladewagen bis hin zum Holzhacker-Trailer.

Mit Rückfahrkamera, Gelenkwellenschutz, Arbeitsscheinwerfer, Schiebefenster oder einer Montageplatte im Fahrerhaus für eine – optionale – Joystick-Bedieneinrichtung und die Hydrauliksteuergeräte stehen eine Vielzahl weiterer Extras „made by Paul“ zur Verfügung, die einen komfortablen und sicheren Betrieb des Agro Mover gewährleisten sollen.

Paul unterstreicht die Möglichkeit, den Agro Mover als landwirtschaftliche Zugmaschine, bei kombinierten Einsätzen in Land- und Forstwirtschaft und in der Agrologistik, im kommunalen Einsatz, zum Beispiel im Winterdienst und im Dual Use im Offroad-Einsatz auf Baustellen verwenden zu können. Der Paul Agro Mover überzeugt nach Herstellerangaben durch sein kostengünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu kostenintensiven Spezialfahrzeugen, da er durch die Arocs-Basis in vollem Umfang autobahntauglich ist. Um den Paul Agro Mover auch mit einem Führerschein der Klasse T fahren zu dürfen, ist laut Paul eine Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit auf 60 km/h möglich.

Nach Herstellerangaben erfolgt die Eintragung als Land- und Forstwirtschaftliche Zugmaschine / Ackerschlepper (LoF) für den Paul Agro Mover in Deutschland beim TÜV Süd. Mit der Einführung der Euro-6-Norm werden die LoF-Fahrgestellumbauten bei Paul Nutzfahrzeuge auf Basis des Mercedes-Benz Arocs durchgeführt, der sowohl in der Standardversion als auch in der Version Grounder nach erfolgtem Umbau nach Unternehmensangaben ideale Voraussetzungen für eine noch weitere Steigerung der Einsatzbandbreite, des Leistungsvermögens und der Rentabilität in Land- und Forstwirtschaft gewährleistet.

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