Landini Serie 6 und 7 T4i mit neuen Varianten und Stufenlos-Modellen sowie neuem 6-Zylinder 7-160

Zwei Jahre nach Einführung der Serie 6 und 7 T4i präsentierte Landini im vergangenen Jahr eine erste Überarbeitung dieser Traktoren und führte neben den neuen V-Shift Stufenlos-Modellen sowie dem neuen 6-Zylinder Lastschalt-Schlepper 7-160 Roboshift auch die beiden Ausstattungs-Varianten Active und Dynamic für einen Teil der Roboshift-Modelle ein.

Die Frage, ob ein Traktor der Leistungsklasse ab 150 PS mit einem 4- oder einem 6-Zylinder-Motor ausgerüstet sein muss, wird mancherorts hitzig diskutiert. Landini begegnet diesem Thema mit dem neuen Modell 7-160, dessen 6-Zylinder FPT-Motor laut Hersteller (nach ECE R120) eine Nennleistung von 112/152 kW/PS sowie eine Maximalleistung von 118/160 kW/PS und damit exakt die selben Leistungswerte bietet, wie der 4-Zylinder FPT-Motor im 6-160. Wer sich für den neuen 7-160 entscheidet muss allerdings das mit 6.550 kg gegenüber dem 6-160 um 800 kg höhere Leergewicht in Kauf nehmen, kommt aber auch in den Genuss des mit 2.750 mm um 150 mm längeren Radstandes, der vielleicht nicht unbedingt entscheidend ist, aber möglicherweise in manchen Situationen beruhigt.
Den neuen Landini 7-160 gibt es ausschließlich mit dem 4-fach-Lastschaltgetriebe Roboshift mit wahlweise 40 oder 50 km/h Höchstgeschwindigkeit (siehe hierzu auch Artikel „Landini führt neue Traktoren-Baureihen Serie 6-T4i und Serie 7-T4i ein“). Zudem besteht die Wahlmöglichkeit zwischen den neuen Ausstattungs-Varianten Active und Dynamic.

Unter der Bezeichnung V-Shift bietet Landini die drei 4-Zylinder-Modelle 6-145, 6-160 und 6-175 sowie die zwei 6-Zylinder-Modelle 7-175 und 7-190 jetzt auch mit stufenlosem Getriebe an. Dass die Bezeichnung V-Shift zwar in das Nomenklatur-Schema passt, aber etwas am Kern der Sache vorbeizielt – schließlich geht es beim stufenlosen Getriebe ja gerade darum, dass man nicht schalten muss –, wollen wir Landini als kleine, liebenswerte Schrulligkeit durchgehen lassen. Etwas problematischer ist da schon eher, dass Landini für die V-Shift-Modelle die Typenbezeichnungen eins zu eins von den Roboshift Lastschalt-Schleppern übernommen hat, obwohl sich die Motorleistungen teilweise deutlich unterscheiden. Ein direkter Vergleich zwischen Schalt- und Stufenlos-Schleppern mit gleicher Typenbezeichnung ist so eigentlich nicht möglich. Abgesehen von grundsätzlich abweichenden Motorleistungen, wird dieses Dilemma auch davon ausgelöst, dass Landini – wie leider auch einige Mitbewerber – die Modellbezeichnungen von der Maximalleistung, gegebenfalls inklusive Boost, ableitet. Und weil die Roboshift-Modelle nur teilweise, die V-Shift-Modelle jedoch durchweg mit dem Landini-Dual-Power-System, das bei schweren Zapfwellen- und Transportarbeiten die Leistung erhöht, ausgestattet sind, ergeben sich so bei einzelnen Typen erhebliche Abweichungen bei der Nennleistung. So beziffert Landini die Nennleistung (nach ECE R120) für den 6-145 V-Shift mit 91/124 kW/PS (6-145 Roboshift: 99/135 kW/PS), für den 6-160 V-Shift mit 103/140 kW/PS (6-160 Roboshift: 112/152 kW/PS), für den 6-175 V-Shift mit 117/159 kW/PS (6-175 Roboshift: 118/160 kW/PS), für den 7-175 V-Shift mit 121/165 kW/PS (7-175 Roboshift: 117/159 kW/PS) und für den 7-190 mit 129/176 kW/PS (7-190 Roboshift: 122/166 kW/PS). Die Maximalleistung beträgt laut Landini (nach ECE R120) beim 6-145 V-Shift 100/136 kW/PS (6-145 Roboshift: 105/143 kW/PS), beim 6-160 V-Shift 111/150 kW/PS (6-160 Roboshift: 118/160 kW/PS), beim 6-175 V-Shift 122/166 kW/PS (6-175 Roboshift: 122/166 kW/PS), beim 7-175 V-Shift 126/172 kW/PS (7-175 Roboshift: 121/165 kW/PS) und beim 7-190 133/181 kW/PS (7-190 Roboshift: 130/177 kW/PS). Mit Dual Power steigt die Leistung bei Nenndrehzahl nach Herstellerangaben (nach ECE R120) auf 100/136 kW/PS beim 6-145 V-Shift (6-145 Roboshift kein Dual Power), auf 112/152 kW/PS beim 6-160 V-Shift (6-160 Roboshift kein Dual Power), auf 125/170 kW/PS beim 6-175 V-Shift (6-175 Roboshift: 125/170 kW/PS), auf 129/175 kW/PS beim 7-175 V-Shift (7-175 Roboshift: 125/170 kW/PS) sowie auf 140/191 kW/PS beim 7-190 V-Shift (7-190 Roboshift: 138/188 kW/PS). Die Maximalleistung mit Dual Power gibt Landini (nach ECE R120) schließlich mit 108/147 kW/PS für den 6-145 V-Shift, 118/160 kW/PS für den 6-160 V-Shift, 129/176 kW/PS für den 6-175 V-Shift (6-175 Roboshift: 129/176 kW/PS), 133/181 kW/PS für den 7-175 V-Shift (7-175 Roboshift: 129/175 kW/PS) und 143/195 kW/PS für den 7-190 V-Shift (7-190 Roboshift: 141/192 kW/PS) an. Wer jetzt den Durchblick verlohren hat, möge sich vertrauensvoll an einen Landini-Händler wenden. Bleibt noch anzumerken, dass die Motoren von FPT in den V-Shift-Modellen identisch sind mit denen in den Roboshift-Pendants und die Abgasnorm EU Stufe IIIb/Tier 4i mittels SCR-/AdBlue-Technik erfüllen. Die Umstellung der Serie 6 und 7 auf die Abgasnorm EU Stufe IV/Tier 4 final soll laut Landini voraussichtlich im ersten Quartal 2017 erfolgen. Der Autor hofft angesichts des vorstehenden Abschnittes inständig, dass damit keine Änderungen bei den Motorleistungen einhergehen...
Zeit, sich mit dem wichtigsten Ausstattungsmerkmal der Serie 6 und 7 V-Shift zu beschäftigen, dem stufenlosen Getriebe von ZF. Dieses verfügt über die vier Fahrbereiche 0,05 bis 3 km/h, 0,05 bis 12 km/h, 0,05 bis 21 km/h und 0,05 bis 40 km/h (Serie) respektive 50 km/h (Option), wobei 40 km/h bei reduzierter Motordrehzahl erreicht werden. Die komplette Bedienung des Getriebes inklusive des kupplungslosen Wechsels der Fahrbereiche (na gut, irgendetwas kann man also doch schalten) erfolgt über den V Easy Pilot Multifunktions-Joystick in der Armlehne des Fahrersitzes. Ebenso besteht am Fahrhebel die komfortable Möglichkeit zur Bedienung der Wendeschaltung unabhängig vom Wendeschalthebel am Lenkrad. Darüber hinaus lassen sich über den V Easy Pilot Joystick auch die Funktionen Tempomat, Vorgewendemanagement, Heben/Senken des Heckkrafthebers sowie eines der elektronischen Hydraulik-Steuergeräte bedienen. Vier Fahrmodi stehen für unterschiedliche Einsatzzwecke zur Verfügung. Im Auto Mode werden Motordrehzahl und Getriebe-Übersetzungsverhältnis in Abhängigkeit von den vom Fahrer vorgegebenen Parametern wie Geschwindigkeit, Motordrückung, etc. vollautomatisch geregelt. Im Manual Mode gibt der Fahrer Motordrehzahl und Geschwindigkeit vor, das passende Übersetzungsverhältnis regelt dann die Elektronik. Der PTO Mode dient dem Einhalten der Zapfwellendrehzahl bei einer vorgegebenen Geschwindigkeit und wird ebenfalls über eine automatische Angleichung des Übersetzungsverhältnisses realisiert. Im vierten Modus, dem Cruise Mode, legt der Fahrer schließlich die Geschwindigkeit fest, die dann von der Motorelektronik konstant gehalten wird. Nicht erwähnt werden muss eigentlich, dass das Stufenlos-Getriebe der Landini Serie 6 und 7 T4i Traktoren selbstverständlich die vier Heckzapfwellen-Drehzahlen 540, 540E, 1000 und 1000E bietet.
Die Serie 6 und 7 V-Shift Traktoren entsprechen vom grundsätzlichen Aufbau – Blockbauweise bei der Serie 6, Halbrahmenbauweise bei Serie 7 – der Serie 6 und 7 Roboshift, die Hydraulik- Kabinen- und sonstige Ausstattung ist mit der der Serie 6 und 7 Roboshift Modelle in der Ausstattungs-Variante Dynamic identisch. Einzige Ausnahme ist der neue, ISOBUS-fähige 12-Zoll-DSM-Monitor mit Touchscreen (DSM steht für Data Screen Manager), der bei den V-Shift Modellen serienmäßig verbaut wird und für die Serie 6 und 7 Roboshift nur in der Version Dynamic als Option erhältlich ist. Montiert ist der DSM-Monitor vorne an der Bedienarmlehne. Neben der Steuerung von ISOBUS-Geräten dient er vor allem der Bedienung der verschiedenen Traktorfunktionen sowie der Anzeige diverser Betriebsparameter, die weiterhin auch wie bisher im Armaturenbrett angezeigt werden. Ein weiterer 8,4-Zoll-Touchscreen-Monitor wird in der Kabine montiert, wenn das Lenksystem Precision Steering System (PSM) installiert wird, das Landini für die komplette Serie 6 und 7 als Wunschausstattung anbietet. PSM stammt vom bekannten Hersteller Topcon und bietet mit RTK-Signal nach Herstellerangabe eine Spur-zu-Spur-Genauigkeit von bis zu 2 cm. Ist der Traktor mit PSM ausgerüstet, ist zusätzlich die praktische Eazysteer-Funktion verfügbar, die, etwa am Vorgewende, mit einer 180°-Lenkraddrehung den vollen Lenkeinschlag ermöglicht.

Bereits ab Werk sind die Landini Serie 6 und 7 Traktoren umfangreich und komfortabel ausgestattet. Für alle, die auf das eine oder andere verzichten können, bietet Landini deshalb jetzt die Roboshift-Lastschalt-Traktoren 6-145 bis 7-175 neben der Variante Dynamic, die die ursprüngliche Ausstattung (siehe auch oben verlinkter Artikel) bietet und für alle Roboshift-Modelle verfügbar ist, auch in der in einigen Punkten einfacher ausgestatteten Version Active an. So handelt es sich bei der Hydraulik nicht um ein Load-Sensing-System mit 123-l/min-Pumpe, sondern um ein offenes System, dessen Pumpe laut Landini eine Förderleistung von 88 l/min bietet und statt der bis zu acht elektronischen Steuergeräte kann die Ausführung Active nur mit bis zu sechs mechanischen Steuergeräten ausgestattet werden. Darüber hinaus bietet der per EHR geregelte Heckkraftheber nach Herstellerangaben statt 9.300 kg in der Version Active lediglich 6.300 kg Hubkraft. Abstriche muss man auch in der Kabine machen, in der die Bedienarmlehne fehlt und die Bedienelemente deshalb in der rechten Seitenkonsole angeordnet sind. Ebenso rüstet Landini die Roboshift Active Traktoren nicht mit einer Klimaautomatik, sondern mit einer manuellen Klimaanlage aus und der Fahrer darf auch nicht auf dem luxuriösen, klimatisierten und mit feinem Alcantara-Leder bezogenen Sitz mit dynamischer Luftfederung der Version Dynamic Platz nehmen, sondern muss sich mit einem etwas einfacheren Luftfeder-Sitz begnügen. Darüber hinaus ist das Staufach hinter dem nach wie vor einzigartigen Hide-Away-Beifahrersitz beim Active ungekühlt und die optional erhältliche Vorderachsfederung muss ohne elektronische Regelung auskommen.

Bleibt abschließend noch zu erwähnen, dass Landini die Kabine der kompletten Serie 6 und 7 geringfügig überarbeitet hat. Neu sind hier jetzt serienmäßig ein Innenspiegel, ein Flaschenhalter am rechten B-Holm, ein Dachlukenrahmen sowie bei V-Shift und Roboshift Dynamic zusätzliche 12-V-Steckdosen für den Anschluss tragbarer Geräte.

Autor: Klaus Esterer

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Rubrik:
Traktoren

Artikel eingestellt am:
14.2.2016, 7:25

Quelle:
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