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Biogasbranche feierte 20. Jahrestagung vor dem Hintergrund der anstehenden EEG-Novelle

Mit rund 1.000 im Jahr 2010 errichteten Neuanlagen fällt die Bilanz der Biogasbranche ähnlich gut aus wie bereits 2009. Rund 4,7 Milliarden Euro erwirtschaftete die Branche allein im letzten Jahr. Insgesamt produzierten die ca. 6.000 deutschen Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von rund 2.300 Megawatt (MW) knapp 18 Milliarden Kilowattstunden Strom – genug für 4,3 Millionen durchschnittliche Haushalte. So der Fachverband Biogas e.V. in einer Pressemitteilung.

„Wir freuen uns, dass die Biogas-Branche auf ihrer 20. Jahrestagung eine derart positive wirtschaftliche Bilanz ziehen kann“, sagte der Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., Josef Pellmeyer, im Rahmen der Pressekonferenz zur Jubiläumsveranstaltung in Nürnberg. Über 6.700* Fachbesucher und Tagungsteilnehmer (rund 30 % mehr im Vergleich zum Vorjahr) strömten vom 11. bis 13. Januar zur Jubiläumstagung mit begleitender Fachmesse und bestätigten diese somit als das zentrale Forum der europäischen Biogas-Branche. 342 Aussteller (+ 20 % im Vergleich zum Vorjahr) präsentierten ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen. An der ersten Jahrestagung des Fachverbandes Biogas im Dezember 1992 nahmen weniger als 100 Besucher teil. Im gesamten Bundesgebiet standen damals rund 140 Biogasanlagen. Um die rasante Entwicklung und den beeindruckenden technologischen Fortschritt der vergangenen 20 Jahre zu dokumentieren wurde die diesjährige Jahrestagung durch eine Jubiläums-Ausstellung und einen Jubiläums-Tagungsband ergänzt.

„Ohne das In-Kraft-Treten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im April 2000 wäre diese Entwicklung nicht denkbar gewesen“ betont Pellmeyer – und unterstreicht die Bedeutung verlässlicher und kontinuierlicher Rahmenbedingungen für die gesamte Branche: „Um die Technologieführerschaft Deutschlands bei der international gefragten Biogastechnik halten zu können, ist eine langfristige Planungssicherheit für Firmen und Betreiber unerlässlich!“ Die Diskussion um eine vorzeitige Änderung der ohnehin schon um ein Jahr vorgezogenen Novellierung des EEG oder das In-Frage-Stellen des NawaRo-Bonus verunsichere die Akteure, warnt Pellmeyer.

„Wie bei der Ausbreitung jeder neuen Technik entstanden in den vergangen zwei Jahren auch Probleme im Zusammenhang mit Biogasanlagen“, weiß der Präsident. Diese sind jedoch überwiegend in den Regionen Deutschlands mit hohen Viehhaltungsdichten und folglich großen Güllemengen zu beobachten. „Pauschalen Aussagen und Spekulationen, dass diese negativen Debatten um Biogas auf den NawaRo-Bonus zurückzuführen sind, erteile ich eine klare Absage. Der Grund für den überhitzten Boom in den Veredelungsregionen ist ohne Zweifel die falsche Ausgestaltung des Güllebonus“, macht Pellmeyer deutlich. Dieser Bonus müsse entgegen der bisherigen Regelung ohne Mindestschwelle und ohne Koppelung an den NawaRo-Bonus auch für Abfallanlagen gelten. Das würde die Querfinanzierung des Energiepflanzenanbaus in den „Gülleregionen“ eindämmen. „Dass die Höhe des NawaRo-Bonus von sieben Cent pro Kilowattstunde unter den derzeitigen Agrarpreisen passt, zeigt die moderate Biogasentwicklung in Ackerbauregionen, wo kein Güllebonus generiert werden kann“, sagt Pellmeyer.

Bislang wird nur ein Fünftel der in Deutschland anfallenden Gülle in Biogasanlagen vergoren. Hier sind noch große Mengen mobilisierbar. Da außer der Gülle die meisten Abfallstoffe bereits in energetischen Verwertungsschienen festgelegt sind, bietet der Energiepflanzeneinsatz das größte Biogaspotenzial. Mit der Kombination von Energiepflanzen, Gülle, und Reststoffen ließe sich laut Fachverband Biogas e.V. die aktuelle Leistung der deutschen Biogasanlagen bis 2020 verdreifachen, ohne die Versorgung mit Lebensmitteln zu gefährden. Dabei wird die aktuell ertragreichste Energiepflanze Mais in den kommenden Jahren durch zahlreiche Alternativen ergänzt bzw. ersetzt werden – je nach Standortbedingungen durch die Zuckerrübe, die Durchwachsene Silphie oder eine der zahlreichen anderen derzeit in der Erprobung befindlichen Energiepflanzen.

Biogas spielt im Mix der Erneuerbaren Energien eine ganz besondere Rolle: Als derzeit einzige regenerative Quelle ist es leicht speicherbar und kann bedarfsgerecht genutzt werden. Sowohl über interne Gasspeicher als auch über den großen „Energiespeicher“ Erdgasnetz lässt sich das Gas je nach Bedarf in Kraft-Wärme-Kopplung unter Verwendung der Wärme effizient verstromen oder als Treibstoff in Gasfahrzeugen einsetzen. Perspektivisch wird der Anteil von Biomethan im Erdgasnetz laut Fachverband Biogas e.V. signifikant steigen. Auf dem Weg zu einer Vollversorgung durch regenerative Energiequellen führt, so der Fachverband Biogas e.V., an der Nutzung von Biogas kein Weg vorbei.

Die 21. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas e.V. mit BIOGAS-Fachmesse findet vom 10. bis 12. Januar 2012 in Bremen statt.

*Besucherfrequenz an den drei Veranstaltungstagen nach der Zählung der Gesellschaft zur freiwilligen und unabhängigen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM), Berlin.

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Rubrik:
NawaRo und erneuerbare Energie

Artikel eingestellt am:
15.1.2011, 9:59

Quelle:
Fachverband Biogas e.V.
www.biogastagung.org


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