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Startschuss für „GeoBox-1“-Projekt: Bund fördert effizienten Datenaustausch in der Landwirtschaft

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Artikel eingestellt am:
23.11.2018, 18:29

Quelle:
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI
www.dfki.de

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Die Entwicklung der GeoBox geht voran: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat am 16.11.2018 im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück einen Förderbescheid über 1,1 Million Euro für die Weiterentwicklung der GeoBox übergeben. Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht verwies auf die Einzigartigkeit des Projektes aus Rheinland-Pfalz.

Vor der Übergabe erklärte Ministerin Klöckner: „Unsere Landwirtschaft ist längst hochmodern und digital. Das Voranschreiten der Digitalisierung wirft aber auch Fragen auf: Gibt es passende Schnittstellen zur Zusammenführung unterschiedlicher digitaler Daten? Wer sammelt und nutzt sie und gewährleistet Datensicherheit? Wem gehören erhobene Daten überhaupt? Hier bietet die GeoBox eine Lösung an. Die Technologie – die kostenlos angeboten wird – schafft einheitliche Datenstrukturen und einen leicht verständlichen Zugang zu vielfältigen Betriebsdaten. Sie verknüpft Daten von Betrieben mit öffentlichen Daten und ist damit Zwischenspeicher und Drehscheibe. Von dieser Infrastruktur, vor allem der Verfügbarkeit standardisierter Informationen, können alle Akteure der Branche profitieren. Konkret: Daten, die beispielsweise für die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen benötigt oder von behördlicher Seite angefordert werden, können zukünftig automatisiert abgerufen, mit weiteren relevanten Informationen verknüpft und ausgewertet werden. Gleichzeitig verleiht der dezentrale Aufbau der GeoBox dem Landwirt aber uneingeschränkte Souveränität über die eigenen Betriebsdaten. Nur mit seiner Zustimmung werden Informationen weitergeleitet. Der innovative Charakter des Projektes besteht jedoch nicht nur in der Etablierung eines Infrastruktur- und Kommunikationssystems. Vielmehr ermöglichen kognitive Auswertealgorithmen auf Grundlage der standardisierten Daten automatisierte und individualisierte Informations- und Beratungsdienste zur umweltschonenden und ressourceneffizienten Pflanzenproduktion, die der Landwirt standortspezifisch und situationsangepasst in Anspruch nehmen kann.“

„Wir freuen uns über die Förderung des Bundes für das Projekt „GeoBox-1, Standardisierung der GeoBox-Infrastruktur Phase 1 – Dezentrale Datenhaltung und regionale Vernetzung“. Unter der Leitung des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück arbeiten sechs Partner aus Landwirtschaft, Forschung und öffentlicher Beratung bis Ende März 2020 an der Entwicklung, Erprobung und Verbreitung eines praxistauglichen Prototyps für einen standardisierten und einfachen Datenaustauschs in der Landwirtschaft“, so Michael Lipps, Dienststellenleiter des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.

„Mit der GeoBox hat Rheinland-Pfalz eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen, um die Digitalisierung der Landwirtschaft voranzubringen. Die GeoBox verknüpft die Daten des Betriebes mit öffentlichen Daten und wird zur Drehscheibe in der digitalen Kommunikation zwischen Landwirt, Lohnunternehmen und Offizialberatung. Rheinland-Pfalz ist stolz auf diese Entwicklung, die später auch in anderen Bundesländern getestet werden soll“, sagte Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht.

„Das DFKI freut sich sehr darauf, seine technisch-wissenschaftliche Expertise und seine langjährige Erfahrung im Bereich innovativer Technologien für die Agrarwirtschaft in die Entwicklung der Geobox einfließen zu lassen. Als Spezialist in den Bereichen Wissensmanagement, Smart Services und Semantische Technologien wollen wir – zusammen mit dem Konsortium – die noch brachliegenden landwirtschaftlichen Datenschätze erschließen und nutzbar machen“, so Prof. Andreas Dengel, der Leiter des beteiligten DFK-Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste.

Das Projekt wird in Rheinland-Pfalz als Pilotregion durchgeführt und baut auf der bisherigen Geodaten-Infrastruktur des Landes (beispielsweise MAPrlp und GeoPortal.rlp) und Konzepten aus dem iGreen-Projekt auf. Insbesondere die staatliche Agrarverwaltung und Offizialberatung haben die gesetzliche Pflicht, eine resiliente und ausfallsichere Digitalisierungsinfrastruktur in der Landwirtschaft zu fördern. Hierzu zählt die Einführung von Standards zur dezentralen Datenhaltung in den Betrieben und zur besseren regionalen Datenvernetzung. Dieser Ansatz sichert zusätzlich die Datenhoheit der Landwirte und damit die betriebliche und regionale Wertschöpfung.

Konsortialpartner des GeoBox-1- Projekts sind: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Bad Kreuznach (Konsortialführer), Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Kaiserslautern, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V., Darmstadt, Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz, Bad Kreuznach, Technische Universität Darmstadt, Darmstadt sowie expeer GmbH, Bonn.



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