Präzise Düngen nach Applikationskarten hört sich in der Theorie einfach an: Erstellen dieser Karte in einem Farm-Management-Information-System (FMIS) oder mit einem Online-Tool. Dann diese Datei im richtigen Format auf einen Datenträger – oft USB-Stick – übertragen und danach auf das ISO-Bus-Terminal des Traktors mit gekoppelten Gülletankwagen einspielen.
So die Theorie. Doch in der täglichen Praxis auf den Höfen scheitert dieser Prozess häufig an diversen Hürden: Beispielsweise muss der Auftrag mit dem richtigen Schlag manuell am Terminal ausgewählt und dann gestartet werden. Kommt es zu Verwechslung der Schlagdaten, startet das Programm nicht. Je nach Traktorhersteller sind Besonderheiten der Dateiformate zu beachten et cetera.
Über den automatisierten Datenaustausch, den ISO Cloud Control ermöglicht, entfallen fehlerhafte oder falsche Datensätze. Neu generierte Daten im FMIS werden live auf den Schlepper übertragen. Selbst bei gemischten Flotten (Traktoren verschiedener Hersteller) sollen Kompatibilitätsprobleme behoben sein.
Der Datenkreislauf von den Erntedaten, den Bodenproben, der Aussaat über die Düngung und Pflanzenpflege bis zur nächsten Ernte wird komplett automatisiert. Herzstück ist dabei der ISO-Bus Task-Controller der direkt an ein herstellerunabhängiges cloud-basiertes FMIS angebunden ist. Gibt es beispielsweise Änderungen bei einer Dünge-Applikationskarte mit größeren Abständen zu Gewässern, wird diese direkt via Mobilfunk auf den Task-Controller übertragen. Damit kann der Fahrer auf dem Feld direkt mit den aktualisierten Daten weiterarbeiten. Ein manueller Datentransfer, wie bisher üblich, entfällt. Durch die konsequente Nutzung von standardisierten Schnittstellen arbeitet das gesamte System herstellerunabhängig.
In dem Projekt arbeiten die Unternehmen Zunhammer, Exatrek (Telemetrie-Daten) und MyDataPlant (FMIS-Software) gemeinsam an Problemlösungen für eine bedienerfreundliche Digitalisierung in der Landwirtschaft. Auch an die Zukunft ist schon gedacht: Statt Traktoren mit Maschinen soll das System zukünftig auch autonom arbeitende Geräte mit Auftragsdaten versorgen können. Dann ist der Mensch noch Planer der Aufträge und Kontrolleur der Maschinen im Feld.