Pendelachsen produziert Zunhammer bereits seit 1968 selbst. Damals vollzog das Unternehmen den Schritt vom 5.000-Liter-Güllewagen mit Einzelachse zum Tandem-Güllefass mit 6.000 l Volumen. Mangels passender Achsen am Markt konstruierte Zunhammer diese kurzerhand selbst. Im Feldeinsatz überzeugte diese Achse durch ihre Geländegängigkeit und Hangstabilität. Ende der 1970er Jahre wurde die Achse um eine Nachlauflenkung ergänzt, bis Zunhammer schließlich vor 25 Jahren mit der PETRA-Achse (Pendeltrapez-Achse) die letzte Entwicklungsstufe erreicht wurde.
Bei der neuen HYTRA-Achse greift Zunhammer auf die in nahezu 60 Jahren gesammelten Erfahrungen bei der Konstruktion von Tandemachsen für Gülle-Tankwagen zurück. Dem Nachteil der klassischen Pendelachse – die fehlende Federung – begegnet der Hersteller mit einer hydro-pneumatischen Federung der einzeln aufgehängten Räder. Ein langer Federweg sorgt laut Zunhammer dafür, dass Bodenunebenheiten im Feld problemlos ausgeglichen werden, während die besondere Schaltung der Hydraulikverbindungen von den Federzylindern mit dem Gasdruckspeicher für hohe Stabilität am Seitenhang und bei schneller Kurvenfahrt sorgt. Das ist gerade bei Güllefässern besonders wichtig, da sich deren Schwerpunkt bei der Fahrt durch die Flüssigkeit im Tank fortwährend dynamisch ändert. Zudem gibt es bei der HYTRA-Achse keinen Querträger im Rahmen, so dass der Tank – günstig für einen besonders tiefen Schwerpunkt des Fahrzeuges – tief in der Tragkonstruktion liegt. Eine weitere Besonderheit bei der HYTRA-Achse, ist die Positionierung der Federzylinder exakt unterhalb des Längsträgers des Fahrzeugrahmens, die die Übertragung von Torsionskräften von der Achse auf das Chasis vermeidet.
Bei der Lenkung setzt Zunhammer auf das bewährte und patentierte System der PETRA-Achse. Ein Lenktrapez sorgt bei diesem System dafür, dass das kurveninnere Rad bei Kurvenfahrt stärker einlenkt wird als das kurvenäußere. Das reduziert das Radieren der Reifen auf dem Boden erheblich, so dass diese bei Kurvenfahrten auf der Straße deutlich geschont werden. Analog gilt das für den Boden im Feld. Optimal ergänzt wird die neue Achse mit der Zunhammer Zwangslenkung LENA. Diese elektro-hydraulische Zwangslenkung arbeitet mit einem Gyroskop-Sensor zur Ermittlung des Lenkeinschlags und kommt deshalb ohne Gebergestänge zwischen Traktor und Güllewagen aus. Darüber hinaus passt die Zwangslenkung den maximalen Lenkeinschlag automatisch an die Fahrgeschwindigkeit an: Bei geringer Geschwindigkeit ist voller Lenkeinschlag möglich, mit zunehmender Geschwindigkeit wird der Lenkeinschlag begrenzt, so dass bei schneller Straßenfahrt für Spurstabilität und ein ruhiges Fahrverhalten gesorgt wird. Die robusten 14-Tonnen-Achsstummel für die HYTRA-Achse bezieht Zunhammer übrigens vom Premium-Hersteller BPW. Für eine hohe Fahrsicherheit sorgen Bremstrommeln der Dimension 450 x 180 mm.
Laut Zunhammer wird die neue HYTRA-Achse bereits zur kommenden Gülle-Saison 2026 ausgeliefert.