Die neue Restrain PET-Technologie ist ein verbessertes Verfahren zur Einführung und Aufrechterhaltung des richtigen Ethylen-Niveaus im Kartoffellager, das die Keimung verhindert, die Backfarbe der Kartoffeln bewahrt und den Gewichtsverlust minimiert. Die Restrain-Technik arbeitet zukünftig mit Echtzeit-Fernüberwachung und adaptiver Lagersteuerung.
Restrain erklärt, seine Technologie weiterentwickelt zu haben, um eine stabile Ethylen-Umgebung bei der kommerziellen Lagerung von Kartoffeln zu schaffen. Das farblose Gas spiele in den Knollen eine wichtige Rolle bei verschiedenen physiologischen Prozessen. Es fördere die Produktion von Abscisinsäure (ABA), welche andere Botenstoffe in der Pflanze hemme und damit das Austreiben der Knollen deutlich verringere.
Restrain verweist auf neueste Versuchsergebnisse, die bestätigen, dass Restrain die anfänglichen Anwendungsprobleme mit Ethylen lösen konnte – für keimfrei und qualitätsstabil gelagerte Kartoffeln. Die positiven Ergebnisse zu den Merkmalen Backfarbe von Pommes Frites und Gewichtsverlust wurden nach Unternehmensangaben von unabhängigen Instituten bestätigt. Die neusten Erkenntnisse werten die Fortschritte und Ergebnisse etlicher Versuchsreihen von der Saison 2020/21 bis 2023/24 aus. Die Zahlen stammen von Prüfungen in Belgien und Frankreich.
Das Merkmal „Backfarbe“ wurde nach Herstellerangaben in Belgien von Viverda / PCA & Inagro mit der mittelfrühen Kartoffel-Speisesorte Fontane in den Jahren 2020/21 bis 2022/23 untersucht. Dabei wurde das Restrain-Ethylen-System mit den drei Präparaten DMN, Orangen- und Grüne Minzeöl verglichen. In jeder Lagersaison wurden sieben Backfarbtests zwischen Dezember und Juni durchgeführt. Anfangs lagen die Restrain-Werte noch um etwa 1,0 (DMN) bis 1,5 Farbeinheiten höher als die Vergleichsvarianten (Orangen- und Grüne Minzeöl), doch sie erreichten im letzten Prüfjahr 2022/2023 ein ähnliches Niveau wie DMN, also eine deutliche Verbesserung.
Die französischen Versuche (Landwirtschaftskammer Nord, Saison 2023/24) arbeiteten laut Restrain mit den Kartoffelsorten Fontane und Markies mit Restrain und DMN bzw. DMN/Orangenöl bei verschiedenen Lagerkapazitäten, Lüftungsparametern und Temperaturen in Boxen- und Flachlagern. Sie bestimmten die Backfarben zu drei Terminen zwischen Februar und April. Ähnliche Versuche beobachteten die Sorten Edison, King Russet, Etana und Russet Burbank in derselben Saison, frühere Versuche in Großbritannien (2020/21) nutzen vier weitere Sorten über 37 Wochen.
Alle Auswertungen zeigten laut Restrain gemeinsam, dass die Backfarbe in den verschiedenen Versuchsanordnungen nicht signifikant verändert war. Marginale Unterschiede in der Backfarbe waren mehr auf Sorte und Lagermanagement zurückzuführen und nicht auf die angewendeten Keimhemmungsmittel.
Eigene Tests von Restrain in den letzten beiden Jahren mit Kartoffeln aus beispielsweise Niederlanden, Deutschland, Belgien zeigten nach Unternehmensangaben den gleichen Trend. Bei den Sorten Fontane und Markies war die Backfarbe nach drei als auch nach fünf Minuten Backzeit ausgezeichnet – auch mit neuen, vielversprechenden Sorten wie Cardyma, Lady Jane, Etana und Montis.
Die französischen Versuchsreihen 2023/24 mit der Anwendung von Restrain, DMN und DMN/Orangenöl bei Fontane und Markies in Boxen- und Flachlagern werteten nach Firmenangaben auch das Knollengewicht aus. Hier traten zwischen den Prüfvarianten und Sorten keine signifikanten Unterschiede der Gewichtsverluste je nach Keimhemmungsmittel auf. Gewichtsverluste begründeten sich in Bestand, Sorte und Lagermanagement.
Wie entscheidend das Lagermanagement sei, zeigen Tests in den Niederlanden. Hier hatte man Netzproben der Sorte Markies aus sieben verschiedenen Großlagern untersucht und massive Gewichtsverluste von bis zu 10,7 % entdeckt. Der Gewichtsverlust kann laut Restrain durch folgende Maßnahmen minimiert werden: effektive Wundheilung, minimierter Lüfterbetrieb, vor Ernte Einsatz von Maleinsäurehydrazid (MH) im Feld, Verwendung eines Kohlendioxid-Extraktors und stabile niedrige Temperaturen. Bei Tests von zwei Großlagern in Großbritannien bei den Sorten Royal und Maris Piper mit den Mitteln Restrain und DMN verloren die Knollen Restrain zufolge nach 19 Wochen Lagerung bei beiden Mitteln und Sorten maximal 2 %.
Der entscheidende Durchbruch sei mit dem neu entwickelten, exklusiven Ethylen-Sensor gelungen, der kontinuierlich und präzise die Ethylen-Konzentration im Kartoffellager misst und kontrolliert. Auch Kohlendioxid, Temperatur und Luftfeuchte würden erfasst. Hinzu komme das Ultra-Niedrig-Dosier-Impuls-System. Es kann Ethylen im Lager kontrolliert in einer Konzentration im Bereich von einem Milliardstel abgeben. Es arbeitet also mit extrem niedrigen Dosierimpulsen zur feineren Ausbringung. Der Sensor reagiere, sobald der ermittelte Ist-Wert vom Soll-Wert abweicht. Die Restrain-Software verfügt über einen neuen Steuerungsalgorithmus, der eine kleinere und häufigere Dosierung ermögliche.
Das Kontrollmanagement sorgt für eine genau geregelte, schrittweise Erhöhung – ohne Stress für die Lagerware: Die Kartoffeln reagieren auf diese sanfte Einführung der extrem niedrigen Ethylen-Dosen und verändern ihren Stoffwechsel ohne Stress. So bleibt die Atmungsrate der Knollen niedrig, wenn nach und nach mehr Ethylen zugeführt wird. Das innovative System vermeide Über- und Unterdosierungen. So werde eine perfekte Keimkontrolle erreicht und die natürliche Backfarbe bleibe erhalten. Diese hochpräzise neue Technologie ist laut Restrain zum Patent angemeldet.
Für die Lagersaison 2024/2025 ist laut Restrain die Einführung der neuen PET-Technologie geplant, mit der nicht nur die Produktqualität weiter gesteigert, sondern sowohl die Kosten als auch der Kohlendioxidausstoß gesenkt werden sollen. Die sensiblen Sensoren erkennen selbst kleinste Ethylen-Konzentrationen und reduzieren dadurch den Ethanol-Verbrauch erheblich. Zudem sorgten die modernen Generatoren mit fortschrittlichen Lüftern für eine optimale Ethylen-Verteilung im Lager, was die Effizienz erhöhe und den Ethanol-Verbrauch weiter senke. Unter dem Strich reduziere die neue Sensortechnologie als Teil des PET-Systems den Ethanol-Verbrauch um bis zu 40 %.
Dr. Benedikt Cramer von Restrain fasst die positiven Ergebnisse zusammen: „Die Restrain Technologie ermöglicht eine präzise Steuerung des Ethylen-Levels im Lager und sorgt dafür, dass Kartoffeln ihre Qualität behalten und der Gewichtsverlust reduziert wird.“
Nach Unternehmensangaben kann die überzeugende Wirkung von Restrain in der Praxis aber nur erreicht werden, wenn das Produkt sorgfältig eingesetzt wird und die Empfehlungen laut Handbuch und Schulungsmaterial befolgt werden. Restrain empfiehlt beispielsweise stärker auf die Ethylen-Konzentration zu Beginn der Vernebelung zu achten und einen Ventilator am Generator einzusetzen. Von Vorteil sei ebenfalls, dass sich die PET-Technologie problemlos und ohne kostspielige Änderungen in bestehende Lagersysteme integrieren lässt.