Neuheiten-Goldmedaillen:
AeroScalder, Marel Stork Poultry Processing, Boxmeer, Niederlande, Halle 9, Stand F32
Das Brühen findet bei der Geflügelschlachtung normalerweise in mehreren hintereinander geschalteten Brühkesseln im Gegenstromverfahren statt. Zum Optimieren des Brühens wird Luft in das Wasser gepresst. Der Nachteil des Systems ist der hohe Wasser- und Energieverbrauch. Es wird zwar davon ausgegangen, dass durch das mehrstufige Brühsystem eher eine Keimminimierung eintritt, aber Kreuzkontaminationen können nicht ausgeschlossen werden. Das System AeroScalder umgeht diese Problematik, indem mit Wasser angereicherte heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit über die Schlachtkörper geleitet wird. Hierdurch werden bis zu 75 % Wasser und bis zu 40 % Energie gespart. Das Luft/Wassergemisch wird unmittelbar neben der Sprühkammer erzeugt, so dass das gesamte System auch weniger Platz benötigt als die bisherige Technik. Die Kontrolle der Brühbedingungen erfolgt über Sensoren. Die Tierkörper haben über das Wasser keinen direkten Kontakt zueinander, wodurch Kreuzkontaminationen mit Keimen ausgeschlossen werden. Der AeroScalder ist eine innovative Entwicklung und trägt deutlich zum Umweltschutz und zur Produktsicherheit bei.
RumiWatch System, ITIN + HOCH GmbH, Liestal, Schweiz, Halle 13, Stand G13
Das RumiWatchSystem ist ein Gesundheitsmonitoring-System für Wiederkäuer. Es macht Veränderungen der Wiederkau-, Fress- und Wasseraufnahmeaktivität sowie der Lokomotion und des Ruheverhaltens schnell und leicht verständlich sichtbar. Die Datenübertragung erfolgt kabellos auf einen PC. Eine zusätzliche Speicherkarte im Gerät erlaubt den Langzeiteinsatz über einen Zeitraum von bis zu vier Monaten. Der geringe Energieverbrauch ermöglicht eine Einsatzdauer von bis zu zwei Jahren mit einem Batteriesatz. Das System besteht aus Halfter, Pedometer und Auswertungssoftware. Es gewährleistet die permanente und zuverlässige Überwachung wichtiger Parameter zum Gesundheitszustand jedes einzelnen Tieres. So kann z.B. durch Erkennen der reduzierten Anzahl Kauschläge pro Bolus auf Verdauungsstörungen oder Fehler in der Ration geschlossen werden. Das RumiWatchSystem ermöglicht Tierhaltern, Beratern, Bestandstierärzten und Wissenschaftlern eine schnelle, kompetente Aussage über die Tiergesundheit und kann zur Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden.
optiSCAN, Hölscher + Leuschner, Emsbüren, Deutschland, Halle 12, Stand F46
optiSCAN ist ein mobiles Wiegesystem für Mastschweine mittels einer 3D-Kameratechnik. Das Handgerät mit der 3D-Kamera wird ca. 3 Sekunden über das Mastschwein gehalten. Die Kamera misst den Abstand zum Tier und die räumlichen Konturen des Schweinekörpers. An Hand der Raumkoordinaten der 3D-Aufnahme wird das Gewicht des Mastschweines sofort berechnet. Durch das Gerät optiSCAN entfällt das körperlich anstrengende und zeitraubende Wiegen der Mastschweine. optiSCAN verbessert somit das Arbeitsmanagement und bereitet auch den Mastschweinen keinen zusätzlichen Stress. Das Gerät ermöglicht eine genauere gewichtsbezogene Vermarktung und einen schnelleren und tierschonenden Wiegevorgang. Zudem entfallen Vor- und Nacharbeiten beim klassischen Wiegen, wie Reinigung der Treibegänge und der Wiegeplattformen, so dass wiederum Wasser und Desinfektionsmittel eingespart werden können.
GEA-Melkplatz-Modul, GEA Farm Technologies, Bönen, Deutschland, Halle 27, Stand D35
Prämiert wird ein intelligentes, selbständig agierendes Melkplatz-Modul für vorhandene Melkstände zum voll- oder semi-automatischen Melken von Kühen. Das innovative Melkplatz-Modul führt alle tierbezogenen Arbeitsschritte im Zusammenhang einer ordnungsgemäßen Milchgewinnung vom Zitzenreinigen, Vormelken bis hin zum Zitzendippen durch. Die schmale Konstruktion des Melkplatz-Moduls erlaubt die Installation als Platzteiler in jeder Variante vorhandener Melksysteme, egal ob Karussell-, Tandem-, Fischgrät- oder Side-by-Side-Melkstände. Aufgrund der guten Zugänglichkeit des Euters ist auch ein semi-automatischer Melkvorgang möglich. Größere Milchviehanlagen können diese Technik als Schritt in die Automatisierung der schweren Melkarbeit nutzen, ohne die geregelten Arbeitsprozesse und sonstigen Verfahren in der Milchviehhaltung und -betreuung umstellen zu müssen. Durch die Automatisierung mit dem Melkplatz-Modul können Arbeitskosten eingespart werden, die im Gegenzug zur technischen Ausstattung der Einzelplatzlösung zur Verfügung stehen. Tipp: Lesen Sie hierzu auch den Bericht „GEA Farm Technologies mit GEA DairyProQ, GEA DairyProView und GEA CowView auf der EuroTier 2012“ hier auf landtechnikmagazin.de.
optiCOW, Hölscher + Leuschner, Emsbüren, Deutschland, Halle 12, Stand F46
Ausgezeichnet wird ein vollautomatisch funktionierendes Modul zur 3D-Vermessung von Milchkühen. Die Kühe werden einzeln über RFID-Technik in einer speziellen Tierschleuse erkannt, mit einer 3D-Kamera in der Bewegung gefilmt und automatisch verwogen. Ein mathematisch-statistisches Auswertungsprogramm erstellt ein 3D-Modell des hinteren Teiles der Kuh und errechnet den Body Condition Score (BCS–Wert). Mit dieser bildverarbeitenden Technik kann kontinuierlich über die gesamte Laktation die Fettmobilisationsdynamik für jede einzelne Kuh objektiv dargestellt werden. Der Landwirt erhält durch optiCOW ohne zusätzlichen personellen Aufwand präzise Informationen zur gesundheitlichen und körperlichen Verfassung jeder einzelnen Kuh und kann gezielt über die Fütterung und Haltung das Leistungsvermögen der Kühe steuern.
Neuheiten-Silbermedaillen:
DeLaval Barn System Controller BSC, DeLaval International AB, Tumba, Schweden, Halle 27, Stand H34
Beim Barn System Controller handelt es sich um eine integrative und interagierende Systemlösung zur ganzheitlichen Kontrolle sowie Steuerung und Regelung von im Stall befindlichen, elektrisch angetriebenen Aggregaten, wie zum Beispiel für Windschutznetze, Ventilatoren, Befeuchtungskühlung, Entmistung und Beleuchtung. Mit nur noch einem – auch via Internet zugänglichen – Controller können alle diese Aggregate nicht nur über Zeittakte oder Zeitpläne manuell oder automatisch angesteuert, sondern auch in Abhängigkeit unterschiedlichster Sensorsignale, wie zum Beispiel Witterungs- und Stallklimaparameter, Beleuchtungsintensität, Motorbelastung etc. geregelt werden. Darüber hinaus können die einzelnen Aggregate zur Optimierung der Verfahrensabläufe aufeinander abgestimmt bzw. miteinander verbunden werden, so dass zum Beispiel bei starker Querlüftung die Befeuchtungskühlung automatisch deaktiviert wird. Durch die wesentliche und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Barn System Controller können Investitionskosten gespart, Energie- und Ressourceneinsatz vermindert und Arbeitserleichterung realisiert sowie die Haltungsbedingungen für die Tiere optimiert werden.
Düsser-Wühl-Turm, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Münster, Deutschland, Halle 26, Stand A05b
Der Düsser-Wühl-Turm ist ein Beschäftigungsautomat für Großgruppen, zum Anbieten von veränderbaren, faserreichen Beschäftigungsmaterialien, wie zum Beispiel Stroh, Heu, Silage. Der innovative Charakter besteht in der einfachen Bauform des Düsser-Wühl-Turms. Durch einen Spalt am Boden kann das Beschäftigungsmaterial aktiv von den Schweinen heraus gewühlt werden. Dies entspricht eher dem natürlichen Wühlverhalten der Tiere. Eine weitere Innovation stellt der vielseitige Einsatz von unterschiedlich strukturierten Beschäftigungsmaterialien dar. So kann sowohl langfaseriges Material als auch kurzfaseriges Material (Häckselgut) über den Düsser-Wühl-Turm angeboten werden. Durch eine einfache Einstellmöglichkeit am Automaten ist eine gezielte Mengensteuerung möglich. Dies verbessert auch die Einsatzmöglichkeit in strohlosen Verfahren. Der Düsser-Wühl-Turm ist somit eine innovative Weiterentwicklung bereits vorhandener Beschäftigungsautomaten.
Schauer Dryfeed Futteraufnahmetrichter Batch, Schauer Agrotronic GmbH, Prambachkirchen, Österreich, Halle 12, Stand E35
Bei Seilscheiben- und Kettenförderern darf das Transportrohr nur zu ca. 50 % gefüllt sein, da ansonsten der Antriebswiderstand der Anlage zu hoch wird und in weiterer Folge die Anlage zum Stillstand kommt. Wird der Rücklauf nicht über das Silo geführt, um die Restmengen zu entleeren, wäre eine Überfüllung der Leitung und damit eine Überbeanspruchung die Folge. Der Futteraufnahmetrichter BATCH wird dafür um eine kurze Steigschnecke ergänzt, bevor das Futter in die Förderleitung übergeben wird. Aus dem Futteraufnahmetrichter wird von der Schnecke nur dann Futter aus dem Silo entnommen, wenn kein Futter aus dem Rücklauf zurückkommt. Das Futter wird anschließend wieder über die Schnecke dem Förderkreislauf zugeführt. Die Förderleistung der Transportschnecke ist auf die Transportleistung der Trockenfütterungsanlage abgestimmt. Eine Überfüllung der Anlage wird damit ausgeschlossen. Dadurch kann die Leitungsführung der Trockenfütterung in einem einfachen Kreis ohne zusätzliche Umlenkecken ausgeführt werden. Die Förderkette sowie alle mechanischen Teile der Anlage werden so geschont, was mit einer längeren Lebensdauer einhergeht und so deutliche finanzielle, aber auch arbeitswirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.