• Agritechnica 2025   • Traktoren   • Erntemaschinen   • Bodenbearbeitung   • Bestellung und Pflege   • Düngung und Pflanzenschutz   • Grünland und Futterernte   • Hof- und Stalltechnik   • Forst, Garten und Kommune   • NawaRo und erneuerbare Energie   • Sonstige Landtechnik   • Landtechnik allgemein   • DLG Testberichte   • Vereine und Hobby   • Geschichte und Geschichten   • Messen und Veranstaltungen   • Mitteilung der Redaktion   • Agritechnica Neuheiten Archiv   • Artikel nach Hersteller/Marke 
 
 Los!

Agritechnica Impressionen: Kleiner Rundgang über die Messe

von

2.247 Unternehmen aus 36 Ländern präsentierten auf der Agritechnica 2007 ihre Neuheiten, Weiterentwicklungen und Produktpaletten. 340.000 Landwirte und Fachleute, darunter 71.000 aus dem Ausland, kamen vom 11. bis 17. November 2007 auf das Messegelände in Hannover, um sich über Neuheiten und Trends in der Landtechnik zu informieren.

Die Huanghai Jinma Traktoren (www.jm-traktor.com) des Herstellers Jiangsu Yueda Yancheng Tractor Manufacturing Co., Ltd. kommen ebenfalls aus China. Auf der Agritechnica zu sehen gab es Modelle mit EU-Zulassung im Leistungsbereich von 20 bis 35 PS (im Bild der JINMA 354 mit 35 PS) die alle mit Hinterrad- oder Allradantrieb und mit offener Fahrerplattform oder Kabine erhältlich sind. Insgesamt produziert die Jiangsu Yueda Yancheng Tractor Manufacturing Co., Ltd. nicht weniger als 20 Traktor-Typen im Leistungsbereich von 16 bis 125 PS (alle wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb), Einachstraktoren sowie diverse Landmaschinen.
Belarus, respektive die Minsker Traktorenwerke, zeigte auf der Agritechnica unter anderem den MTS 1523.4, dessen 114/155-kW/PS-Motor bereits die Abgasnorm Tier IIIA erfüllt. Von außen erkennbar wird diese Ausstattungsvariante durch die „4“ in der Typenbezeichnung und den am rechten A-Holm der Kabine verlegten Auspuff.
Top-Modell bei Belarus ist der MTS 2822.1 mit 7,1-Liter 6-Zylinder-Motor von Deutz und 280 PS. Das Getriebe des MTS 2822.1 verfügt über eine 6-fach Lastschaltung, vier mechanische Gruppen und bietet damit 24 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge. Wahlweise ist eine zusätzlich Kriechganguntersetzung möglich, die die Anzahl der Gänge auf 36 Vorwärts- und 24 Rückwärtsgänge erhöht. Darüber hinaus besitzt der MTS 2822.1 eine EHR von Bosch sowie eine Loadsensing-Hydraulik, der am Ausstellungsstück montierte Frontkraftheber verfügte sogar über eine externe Bedienung. Schade, dass der MTS 2822.1 vom deutschen Importeur Belimpex derzeit nicht angeboten wird.
Der italienische Hersteller CARON hat sich auf den Bau von Transportern vorwiegend für den landwirtschaftlichen Einsatz konzentriert. In sieben Baureihen bietet Caron 20 verschiedene Transporter-Modelle im Leistungsbereich von 25 bis 95 PS an. Das größte Modell im Programm, der Caron 998, wird von einem DaimlerChrysler VM Vierzylinder-Turbomotor vom Typ D754TE2 mit 70/95 kW/PS Leistung angetrieben. Das Getriebe bietet 24 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge und eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, Allrad und Differenzialsperren werden elektrohydraulisch geschaltet. Generell setzt Caron bei seinen Transportern weniger auf Hightech, sondern bewußt auf eher einfache, solide Technik. Gefederte Achsen, wie bei Transportern anderer Hersteller üblich, sucht man beim Caron 998 zum Beispiel vergeblich, dafür ist die Kabine serienmäßig gefedert.
Gründlich überarbeitet zeigte Zetor die Baureihe Proxima im Leistungsbereich von 61 bis 100 PS. Zetor bietet die Proxima Traktoren in den Ausführungen EKO, PRO und PLUS an. Als EKO und PRO gibt es den Proxima 6441 (45/64 kW/PS), den Proxima 7441 (53/72 kW/PS) sowie den Proxima 8441 (60/82 kW/PS). Als PLUS erhältlich sind der Proxima 8541 (60/82 kW/PS), der Proxima 9541 (66/90 kW/PS) und der Proxima 10541 (74/100 kW/PS). Während die EKO- und PRO-Modelle serienmäßig über ein 10/2-Gang-Getriebe (optional mit 2-fach Lastschaltung und 20/4 Gängen) verfügen, kommt im Proxima PLUS ein 16/16-Gang-Wendegetriebe mit 2-fach Lastschaltung zum Einsatz. Unterschiede zwischen EKO und PRO gibt es nur bei der Serienausstattung: So ist im EKO z.B. lediglich ein doppeltwirkendes Zusatzsteuergerät Serie, beim PRO gibt es serienmäßig drei doppeltwirkende Steuergeräte. Bei allen Modellen arbeiten unter der einteiligen Motorhaube im neuen Design 4-Zylinder Zetor-Motoren, die die Abgasnorm TIER III erfüllen.
Ebenfalls überarbeitet wurde die Zetor-Baureihe Forterra mit den Typen Forterra 9641 (66/90 kW/PS), Forterra 10641 (74/101 kW/PS), Forterra 11441 (81/110 kW/PS) und Forterra 12441 (90/122 kW/PS): Die 4-Zylinder Zetor-Motoren im Forterra erfüllen jetzt die Abgasnorm TIER III, Drehmomentwandler und Heckzapfwelle werden über eine neue elektrohydraulische Steuerung betätigt und in der Kabine wurde die Schalldämmung verbessert. Zudem gibt es eine neue Abdeckung der Hydraulikbedienung und auf der rechten Kabinenseite eine integrierte Ablage mit Deckel, 12-Volt-Steckdose und Zigarettenanzünder. Darüber hinaus stattet Zetor den Forterra jetzt mit einer neuen, verstärkten Carraro-Vorderachse aus. Wahlweise liefert Zetor den Forterra mit Fronthydraulik und Frontzapfwelle von Zuidberg.

Neben dem seit Jahren in allen Bereichen der Landtechnik anhaltenden Trend zu mehr Leistung, größeren Arbeitsbreiten, mehr High-Tech und umfangreicher Komfort-Ausstattung konnte man auf der Agritechnica 2007 zum Beispiel im Bereich Traktoren noch weitere interessante Entwicklungstendenzen beobachten: Immer mehr Hersteller engagieren sich – nicht zuletzt auf Grund einer verstäkten Nachfrage seitens der Kunden – auch wieder vermehrt in den unteren PS-Klassen und bieten Kompakttraktoren und Standardschlepper im Segment bis etwa 100 PS an, die in den Punkten Komfort und technische Ausstattung weit an die oberen Leistungsklassen heranreichen. Weil aber nicht jeder bereit ist, den dadurch bedingten Mehrpreis zu zahlen, gab es auf der Agritechnica 2007 auch eine große Auswahl an einfach ausgestatteten und damit preiswerten Schleppern zu sehen. Der Großteil dieser, überwiegend im unteren Leistungsbereich angesiedelten, Traktoren stammt dabei nicht von den bekannten, sondern von bislang in unseren Breiten eher unbekannten Herstellern beispielsweise aus Südosteuropa und Asien. Zwar stehen einem Verkauf in Deutschland bei vielen dieser Traktoren derzeit noch fehlende Vertriebskanäle und die Nichteinhaltung der gültigen Abgasnormen entgegen, jedoch bekundeten alle von uns befragten Hersteller gegenüber landtechnikmagazin.de den Willen, ihre Produkte im Laufe der nächsten Jahre auch hier zu vertreiben.

Interessant war die Agritechnica auch in diesem Jahr jedoch nicht nur auf Grund der zahlreichen Neuvorstellungen, denn kaum eine andere Messe bietet dem landtechnisch Interessierten ein so breites Spektrum an Agrartechnik für nahezu jeden Bereich der Landwirtschaft. Hinzu kommt, dass die Agritechnica durch ihre internationale Auslegung auch immer einen guten Einblick in die Entwicklung und den aktuellen Stand der Landtechnik in anderen Regionen dieser Welt ermöglicht. Dabei kann man feststellen, dass in vielen Ländern in der Agrartechnik nicht nur andere Prioritäten gesetzt werden, sondern teilweise auch Techniken und Verfahren erfolgreich eingesetzt und weiterentwickelt werden, die hierzulande fast schon in Vergessenheit geraten sind. Ein Beispiel hierfür findet sich im Bereich der Futtererntetechnik: Während in Deutschland gezogene Feldhäcksler und Anbaufeldhäcksler fast gänzlich vom Markt verschwunden sind und von leistungsfähigen Selbstfahrhäckslern und Ladewagen verdrängt wurden, erfreuen sich diese Maschinen weltweit betrachtet nach wie vor großer Beliebtheit.

Auch 2007 hatte die Agritechnica also wieder einiges zu bieten. Einen Teil dessen, was es in Hannover interessantes zu sehen gab, haben wir in der Galerie zu diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Dass das allerdings nur ein kleiner Ausschnitt sein kann, versteht sich angesichts der Fülle der in Hannover gezeigten Neuheiten und Produkte von selbst.

Quelle: ltm-KE

Diesen Artikel teilen:

Dieser Artikel gefällt Dir? Dann unterstütze uns doch über die Kaffeekasse!