Besonderer Wert wird dabei auf eine Vereinfachung der Systeme gelegt, wobei man sich an den aktuellen Anforderungen der Anwender orientieren möchte. Die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten der vier Unternehmen sollen für die Erstellung eines neuen Precision Farming Betriebssystems gebündelt werden. Die daraus entstehende neue Produktfamilie soll gemeinschaftlich vermarktet werden. Im Vordergrund steht ein besseres Verständnis des Systems „Pflanze und Umwelt“, dessen objektive Bewertung und dessen gezielte Beeinflussung mit Hilfe von Düngerstreuern, Pflanzenschutzgeräten, Bodenbearbeitungs- und Sätechnik.
Das PF-Betriebssystem wird vor allem die agronomischen Konzepte und Regeln für die Optimierung der Pflanzenernährung, des Pflanzenschutzes, der Saat und der Bodenbearbeitung enthalten. Die dazugehörigen Werkzeuge zur Informationsbeschaffung wie zum Beispiel spezielle Sensoren, Boden-, Wetter- und Klimadaten oder auch historische Datenbestände sollen erweitert und teilweise auch enger vernetzt werden.
Es werden Ansätze untersucht, mit Hilfe von stationären und mobilen Pflanzen- und Bodensensoren Pflanzenbestände zu überwachen und basierend auf den Messwerten dem Landwirt entsprechende Handlungsvorschläge zu unterbreiten. Erfahrungen aus dem N-Monitoring mit dem YARA N-Tester werden hier genauso einfließen wie Ergebnisse aus Expertensystemen wie zum Beispiel proPlant.expert.
Die Gruppe forscht und entwickelt derzeit an verschiedenen neuen Sensoren. Erste Praxiserfahrungen konnten in diesem Herbst mit einem kamerabasierten Unkrauterkennungssystem gesammelt werden. Siehe hierzu Artikel: Agri Con Unkrautsensor erstmals im Praxiseinsatz
Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Schaffung eines herstellerunabhängigen Datenmanagements für alle Anwendungen gelegt. Dazu wurde von Agri Con ein völlig neues, internetbasiertes Precision Farming Datenportal entwickelt. Im Focus stand vor allem die Datensicherheit und die Reduzierung des Aufwandes für das Datenmanagement im landwirtschaftlichen Betrieb. Die zusätzliche Einbindung von aktuellen Wetterdaten, Daten stationärer und mobiler Sensoren, Fernerkundungsdaten soll die Entscheidungssicherheit deutlich erweitern.
Entscheidend für den Erfolg der neuen Bewirtschaftungsstrategien ist vor allem die sichere technische Umsetzung an den Applikationsgeräten. Dazu wurde neben den Grundfunktionen, „Agronomie“ und „Datenmanagement“, die „ISOBUS Gerätesteuerung“ bereits in das agronomische Terminal integriert. Hinzukommen werden die „Ortung und Navigation“ für Arbeitsgeräte.
Neben der Bereitstellung der Werkzeuge und Technologien sollen über dezentrale Serviceorganisationen, wie sie derzeit in Deutschland und Polen von Agri Con vorgehalten werden, die Anwender und die Gerätehersteller unterstützt werden. Das Angebot richtet sich vor allem an moderne landwirtschaftliche Betriebe. Der Nutzer erhält bewährte und neue PF-Anwendungen, die agronomisch fundiert erarbeitet worden sind und die möglichst viele Komponenten gemeinsam nutzen. Damit lassen sich höhere PF-Effekte generieren, wobei parallel dazu die spezifischen PF-Managementkosten sinken. Darüber hinaus soll die schon bestehende Kooperation mit den Geräteherstellern ausgebaut und vertieft werden. Schon heute lassen sich Arbeitsgeräte flexibel und automatisch steuern und sind somit prädestiniert für eine Zusammenarbeit mit dem Precision Farming Betriebssystem. Interessierte Partner und Anwender dürfen auf eine sehr schnelle Wirksamkeit im Feld gespannt sein.