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Agritechnica 2007: Siebenmal Gold für innovative Neuheiten

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Artikel eingestellt am:
30.9.2007, 12:28

Quelle:
DLG e.V.
www.agritechnica.com

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Die weltweit führende Landtechnikausstellung, die vom 13. bis 17. November 2007 (Exklusivtage am 11. und 12. November) in Hannover stattfindende Agritechnica, wird durch ein Neuheiten-Feuerwerk gekennzeichnet sein und damit noch attraktiver als die letzte Veranstaltung vor zwei Jahren. Neben dem außerordentlich guten Anmeldeergebnis mit mehr als 2.100 Ausstellern aus 36 Ländern lassen die Landtechnikhersteller mit einer Innovationsoffensive aufhorchen. Bis Anfang September wurden beim Agritechnica-Veranstalter, der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) 331 Neuheiten angemeldet, was die seit zwölf Jahren höchste Anmeldezahl ist. Dies ist als deutliches Signal zu werten, dass die Landtechnikhersteller mit einer Innovationsoffensive in die kommenden Jahre starten. Zugleich unterstreicht es die Stellung der Agritechnica als weltweite Innovationsbörse für ihre Branche.

Eine von der DLG eingesetzte, neutrale Expertenkommission hat aus den angemeldeten Neuheiten nach strengen Kriterien insgesamt sieben Neuheiten mit Goldmedaillen ausgezeichnet:

John Deere Vertrieb, D-Bruchsal, Halle 4, Stand A22 „E-Premium Baureihe“:
John Deere führt mit der E-Premium-Baureihe als erster Anbieter ein elektrisches Leistungsnetz bei Traktoren ein. Ein direkt an die Kurbelwellen geflanschter Generator produziert bei einer Motordrehzahl von 1800 U/min bereits bis zu 20 kW elektrische Leistung. Diese wird zum Antrieb des Lüfters, des Luftkompressors und der Klimaanlage genutzt. Aus dem Leistungsnetz wird auch das 12 Volt Bordnetz versorgt, dessen Leistung um über 50 % gesteigert wird. Bei stehendem Fahrzeug können über eine Steckdose Elektrogeräte mit 230 Volt, bzw. über eine Drehstromsteckdose mit 230/400 V (5kW) betrieben werden. Diese ersetzen häufig den mobilen Stromgenerator. Der elektrisch angetriebene Luftkompressor sorgt auch bei niedriger Motordrehzahl für einen schnellen Druckanstieg, analog verhält sich die Klimaanlage. Die Lüfterdrehzahl lässt sich sehr genau an den Kühlleistungsbedarf anpassen und zur Kühlerreinigung einfach umkehren. Die von der Motordrehzahl unabhängige Lüfterdrehzahl trägt dazu bei, dass der Verbrennungsmotor schon bei 1250 U/min Boostleistung aufbaut und gegenüber dem konventionellen Modell bei 1600 U/min ein erhöhtes Drehmoment anbieten kann. Die maximale Boostleistung ist ebenfalls höher. Der elektrische Antrieb der Nebenaggregate verbessert deren Wirkungsgrade deutlich, was zur Kraftstoffeinsparung beiträgt. John Deere legt mit dem elektrischen Leistungsnetz den Grundstein für die Einführung hochpräziser, effizienter elektrischer Antriebe an Anbau- und Anhängegeräten sowie im Fahrantrieb. (siehe Artikel „Agritechnica-Gold für neue E-Premium-Traktoren von John Deere“)

Satconsystem, D-Obertheres, Halle 16, Stand C10 „Kinderfinder“:
Die große Zahl tödlicher Unfälle und Verletzungen in landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere auch von Kindern, belegt die Notwendigkeit zur Entwicklung einer entsprechenden Sicherheitstechnik. Durch die Anwendung innovativer RFID-Technologie wurde ein neues flexibles Konzept zur Lösung dieser Problematik entwickelt: An den selbstfahrenden landwirtschaftlichen Maschinen werden an Front und Heck Empfangsantennen installiert, wobei die technische Realisierung Funkabschattungen unter landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verhindert. Die Personen (oder Tiere) werden mit einem entsprechenden RFID-codierten Funkchip ausgestattet, der in Form eines Armbandes, als Kette oder Kleidungs integriert angeboten wird. Die Reichweite ist bis auf maximal 100 m Entfernung zur Maschine einstellbar. Eine Kontrollbox im Hörbereich des Fahrers sorgt für die Anzeige des Alarms. Das Gerät hat äußerst innovativen Charakter für die Landtechnik und Potenzial in anderen Bereichen wie der Baubranche oder in Produktionshallen und Lagerhäusern.

Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, D-Hasbergen-Gaste, Halle 14, Stand A16 „Hochleistungseinzelkornsämaschine EDX mit Xpress-Kornvereinzelung“:
Äußeres Merkmal dieser Maschine ist die räumliche Trennung zwischen Vereinzelung und Ablage des Saatgutes. Die pneumatische Vereinzelung der Körner erfolgt auf einer zentral angeordneten Lochtrommel. Synchronisiert verstellbare Abstreifer vermeiden Doppelbelegungen. Eine unter jeder Lochreihe befindliche Rolle unterbricht die Sogwirkung und gibt die Körner frei, die mittels eines Luftstromes mit hoher Geschwindigkeit durch einen flexiblen Kunststoffschlauch in das räumlich getrennte Ablageschar „geschossen“ werden. Dort fängt eine neu entwickelte flexible Kunststoff-Fangrolle das Korn weich und beschädigungsfrei auf und drückt es fest in die Saatfurche. Die modulare Trennung von Vereinzelung und Ablage sowie das neue Auffangsystem ermöglichen eine sichere Saatgutablage bei Arbeitsgeschwindigkeiten bis 15 km/h und darüber. Die damit verbundene Verdoppelung der Flächenleistung ohne nennenswerte Änderung der Ablagequalität ist mit herkömmlichen Einzelkornsägeräten und maximalen Arbeitsgeschwindigkeiten von etwa 8 km/h nicht möglich. Diese völlig neu konzipierte Hochleistungsmaschine verbindet signifikante, technische Verbesserungen mit höchster Produktivität bei der Einzelkornsaat. (siehe Artikel „ Hochleistungs-Einzelkornsämaschine EDX 9000-T für den Großflächeneinsatz mit dem Xpress-Kornvereinzelungs- und Ablagesystem“)

Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, D-Hasbergen-Gaste, Halle 14, Stand A16 „Argus-Kamera zur vollautomatischen Einstellung von Düngerstreuern“:
Die optimale Einstellung der Querverteilung bei Düngerstreuern hängt von der jeweiligen Maschine, den Arbeitsbreiten sowie insbesondere von den mechanischen Stoffeigenschaften des Düngers ab. Die Einstellwerte finden sich in Streutabellen oder werden in der Praxis durch aufwändige mobile Prüfstände oder einen Düngeservice ermittelt. Der Einsatz eines Streubildsensors, der während des Düngevorgangs das Streubild aufnimmt und eine vollautomatische Systemeinstellung vornimmt, stellt eine Weltneuheit mit bisher nicht erreichten Verbesserungen des Bedienkomforts und der Arbeitsqualität dar. Durch ein Kamerasystem mit gepulster IR-Strahlung zur Reduzierung von Störlicht wird die Verteilung während des Düngevorgangs „online“ gemessen und mit im Bordrechner gespeicherten Datenbanken verglichen. Die Maschineneinstellung erfolgt vollautomatisch. Durch die resultierende Vermeidung fehlerhaft gedüngter Bereiche ergeben sich entscheidende ökonomische und ökologische Vorteile. (siehe Artikel „Mit Argus-Augen Dünger kontrollieren: Das Kamerasystem Argus von Amazone“)

RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH, D-Sinzheim, Halle 15, Stand D29 „Zweischeibendüngerstreuer AXIS 30.1 EDR (Electric Drive) mit rein elektrischer Leistungsübertragung“:
Der vorgestellte Zweischeibendüngerstreuer AXIS EDR ist die weltweit erste vollelektrische Anbau-Landmaschine mit 400 Volt-Antriebstechnologie. Durch die traktorseitige Bereitstellung einer Spannung von 400 V (Drehstrom) mit einer Leistung bis zu 20 kW sowie einer leistungsfähigen (bis 300 A) Niederspannung von 12 V (Gleichspannung) können alle Antriebe des Streuers elektrisch erfolgen (Streuscheiben, Rührwerk, Dosierung). Die beiden Streuscheiben werden jeweils von einem 400 V-Motor angetrieben und über jeweils einen Frequenzumrichter in der Drehzahl geregelt. Der Elektromotor für die beiden Rührwerke sowie die beiden elektrischen Aktuatoren für die elektronische Fahrgeschwindigkeits abhängige Dosierung werden über das Bedien- und Streuterminal vom 12 V-Bordnetz des Traktors versorgt. Der neue voll elektrische Antrieb bietet entscheidende Vorteile: hervorragender, bisher unerreichter Bedienkomfort, besondere Umwelt- und Ressourcenschonung durch reduzierten Kraftstoffverbrauch und gute Düngerverteilung, hohe Bedien- und Arbeitssicherheit, neuartige, zusätzliche Kundennutzen durch unabhängige Antriebe der Streuscheiben und des Rührwerkes, z.B. beim Reinigen, Abdrehen und Entleeren. Hiermit eröffnen sich neue Potenziale und Dimensionen bei der Ausbringung von Mineraldüngern. (siehe Artikel „RAUCH AXIS EDR: Erste vollelektrische 3-Pkt-Landmaschine in 400 Volt-Technologie“)

New Holland CNH Deutschland GmbH, D-Heilbronn, Halle 3, Stand C24 „Bruchkorn- und NKB Sensor Grain Cam“:
Die Optimierung der Einstellung eines Mähdreschers ist immer ein Kompromiss aus Arbeitsleistung und Arbeitsqualität. Soll der Durchsatz zunehmen, so müssen die Dresch- und Trennelemente intensiv eingestellt werden (hohe Drehzahlen und geringe Spaltweiten), was jedoch durch zunehmende Bruchkornanteile begrenzt wird. Eine suboptimale Einstellung der Reinigung hat einen zu hohen Anteil von Nicht-Korn-Bestandteilen (NKB) im Korn zur Folge. Der Mähdrescherfahrer kann diese Sachverhalte bisher nur visuell beurteilen und hat daher die schwierige Aufgabe, zu entscheiden, ob Arbeitsleistung und Arbeitsqualität stimmen bzw. den Anforderungen von Landwirt und Landhandel entsprechen. Grain Cam ist ein Sensor, der mit Hilfe der Bildanalytik erstmalig sowohl den Bruchkornanteil als auch den NKB-Anteil im Korn misst. Der Sensor ist seitlich am Körnerelevator untergebracht. Ein Teil des Gutstromes wird kontinuierlich über den Sensor geleitet und sein Fluss wird während der Messung gestoppt. Dann erfasst die integrierte Kamera das Bild, und die Auswertelektronik berechnet die Bildflächenanteile der Bruchflächen der Körner und der Nicht-Korn-Bestandteile und berechnet daraus den Bruchkorn- und NKB-Anteil im Korn. Der Sensor gibt dem Mähdrescherfahrer erstmalig Messwerte zur Optimierung von Arbeitsleistung und Arbeitsqualität des Mähdreschers und ist somit ein Meilenstein in der Entwicklung von Sensortechnik am Mähdrescher.

Bernard Krone GmbH Maschinenfabrik, D-Spelle, Halle 4, Stand A11 „Comprima F155/NovoGrip - Festkammerpresse mit variablem Ballendurchmesser“:
Seit Jahren bekannt sind die Systeme Festkammerpresse und Variokammerpresse mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Mit dieser Neuentwicklung werden viele Vorteile der beiden Systeme kombiniert. Es können Ballen mit unterschiedlichen Durchmessern produziert werden wie bei einer Variopresse, der Aufbau ist einfach, kostengünstig und servicefreundlich wie bei einer Festkammerpresse. Zunächst wird ein Ballen nach dem Prinzip der Festkammerpresse geformt. Ist die Festkammer gefüllt, kann das ebenfalls neu entwickelte „NovoGrip“ Verdichtungssystem von den umlenkenden Führungsrollen abheben. Eine Spannungsschwinge gibt gegen Federdruck den Weg für größere Ballendurchmesser frei. Durch Umstecken von Bolzen kann der Schwenkweg werkzeuglos in 5 cm Schritten verändert werden, so dass Ballendurchmesser von 1,25 m bis 1,50 m möglich sind. Während der „Abhebephase“ wird der Ballen durch den Verzahnungseffekt der Querstäbe mit dem Erntegut sicher weitergerollt. Dadurch werden auch bei großen Ballendurchmessern im Vergleich zu Festkammerpressen höhere Ballendichten erreicht. Das „NovoGrip“ Verdichtungssystem, bestehend aus Gummigewebegurt mit Querstäben, vereint viele Vorteile des Stabkettenelevators und von Riemenpressen. Es ist reißfest und durch Profilierung sehr rutschfest, so dass höhere Ballendichten im Vergleich zur Rundballenpresse mit Stabkettenförderern erzielt werden können. Gleichzeitig wird durch die Verwendung von Gummi die Laufruhe gesteigert, der Verschleiß gesenkt und das Abschmieren von Ketten entfällt. (siehe Artikel „Weltneuheit: Krones Festkammerpresse mit variablen Ballendurchmessern“ und „Prima komprimieren mit den neuen Rundballenpressen von Krone“)

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