Der wesentliche Vorteil beim Gülle-Striptillage-Verfahren ist laut Vogelsang die partielle Bearbeitung des Bodens: Lediglich ein Teilbereich der Fläche wird streifenförmig bearbeitet, z.B. in Vorbereitung der Maisaussaat wird eine Breite von 25 Zentimetern bearbeitet; weitere 50 Zentimeter bleiben unberührt. Das gewährleistet den besten Schutz vor Erosion und Verdichtung des Bodens. Parallel zur Streifenlockerung wird die Gülle als wurzelnahes, optimal pflanzenverfügbares Düngedepot verlustfrei injiziert. Der einmalige Arbeitsgang für Bearbeitung und Gülleeinbringung spart Kosten und Zeit. Gefahren wird nur auf den unbearbeiteten Streifen, in denen durch ein intaktes Porensystem die Wasserinfiltration und Befahrbarkeit verbessert wird. In den bearbeiteten Streifen sind Bodenerwärmung und Keimbedingungen vergleichbar gut wie in der konventionellen, ganzflächigen Bearbeitung. Strip Till kombiniert somit laut Vogelsang die Vorteile der Direktsaat und der konventionellen Bearbeitung sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht. Darüber hinaus bietet das Gülle-Striptillage-Verfahren die einfache Möglichkeit für den landwirtschaftlichen Unternehmer, das vier Stunden Zeitfenster einzuhalten, das die Gülleverordnung vorgibt, und die Geruchsbelastung für die Nachbarschaft auf eine Minimum zu reduzieren.
Mit Strip Till für die Gülle-Depotdüngung sichert sich Vogelsang nach eigenen Angaben eine innovative Ausbringtechnik, die das Unternehmen erstmals in ein serienreifes Produkt umsetzen will. Der Urheber Hirl Systems hat die Technologie in Zusammenarbeit zum Beispiel mit den Universitäten Hohenheim und Weihenstephan entwickelt und bereits erprobt. Einige Maschinen sind auch als Einzelgeräte im Markt. So haben laut Vogelsang zum Beispiel Lohnunternehmen bei der Gülleausbringung in Mais im Frühjahr 2011 die Leistungsfähigkeit der Technologie getestet und auf überzeugende Weise bestätigt. Vogelsang: „Wir wissen um unsere Innovationskraft und haben tiefes Know-how in der Ausbringtechnik. Wir werden diese Erfahrungen einbringen und bis zur Leitmesse Agritechnica ein marktreifes Produkt vorstellen.“
Das Verfahren der Streifenbodenbearbeitung hat seinen Ursprung in den USA und wird dort insbesondere in Reihenkulturen eingesetzt. „Auch in Deutschland gibt es Maschinen für dieses Verfahren“, erklärt Vogelsang. „Sie waren bisher aber nur für festen oder flüssigen Mineraldünger geeignet, neu ist die gleichzeitige Ausbringung von Gülle und Gärresten.“
Auf der Agritechnica 2011 zeigt Vogelsang seine Produktpalette mit den aktuellen Neuheiten in Halle 17, Stand C42 und in Halle 20, Stand A30.