Mit den neuen Plus-Modellen und der überarbeiteten Pro-Baureihe ist das Programm der sechsten Generation nun vollständig. Zur Plus-Linie gehören die BP 1270 (XC/VC), BP 1290 (XC) und BP HDP 1290 (XC). Die Pro-Variante umfasst die BP 1270 (VC), BP 1290 (VC) und BP HDP 1290 (VC). Ein wesentlicher Ansatz der neuen Generation ist die stärkere Standardisierung. Krone verwendet bei Plus und Pro zahlreiche identische Baugruppen und Schnittstellen. Dazu gehören unter anderem Pick-up, Knotertechnik und Bedienkonzept. Auch bei Zubehör und Nachrüstungen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Das betrifft beispielsweise Feuchtemessung, Beleuchtung und die Dosiertechnik. Für die Kundschaft hat die gemeinsame Plattform vor allem praktische Konsequenzen: Nutzende müssen sich bei einem Wechsel zwischen den Baureihen nicht auf eine grundsätzlich andere Menüstruktur einstellen. Auch bei Wartung und Ersatzteilversorgung kann die Standardisierung Vorteile bringen. Die technische Differenzierung erfolgt dagegen dort, wo sie für die Leistungsfähigkeit der Maschine relevant ist. Die Pro-Modelle bieten mehr elektronische Einstellmöglichkeiten und einen höheren Automatisierungsgrad, während die Plus-Baureihe stärker auf mechanisch einfache und robuste Lösungen setzt.
Die BiG Pack Plus ist laut Hersteller auf Betriebe und Lohnunternehmen zugeschnitten, bei denen zuverlässige Pressleistung und niedrige Betriebskosten wichtiger sind als eine möglichst weitgehende Automatisierung. Zu den Neuerungen gehört das Liebherr-Hauptgetriebe. Die Kraftübertragung basiert damit laut Krone auf einem für hohe Belastungen ausgelegten Antriebsstrang. Ebenfalls übernommen wurde die neue EasyFlow Pick-up. Sie ist nach hinten geöffnet und dadurch für Wartungs- und Reinigungsarbeiten gut zugänglich. Die Leitungsführung von Hydraulik und Elektrik wurde ebenfalls überarbeitet und durch zusätzliche Abdeckungen besser gegen Verschmutzung geschützt.
Bei der Futteraufnahme und -aufbereitung kann zwischen unterschiedlichen Schneidwerkskonfigurationen gewählt werden. Das XCut arbeitet mit 26 Messern und ermöglicht eine Messergruppenschaltung. Bei der BiG Pack 1270 Plus ist außerdem das VariCut-System mit 51 Messern verfügbar. Damit lässt sich die Schnittintensität an das jeweilige Erntegut und den gewünschten Aufbereitungsgrad anpassen.
Eine zentrale Rolle bei der Pressgutverteilung übernimmt weiterhin das variable Füllsystem VFS. Bei der Plus arbeitet dieses System mechanisch. Die Konstruktion verzichtet damit auf zusätzliche elektronische Stellglieder für die Füllsteuerung. Das reduziert die Komplexität und unterstützt eine robuste Arbeitsweise.
Auch die Reinigung wurde auf einen möglichst störungsarmen Betrieb ausgerichtet. PowerClean Plus hält insbesondere den Knoterbereich und die obere Pressklappe von Ablagerungen frei. Gerade bei trockenen Bedingungen und hohem Staubaufkommen kann eine kontinuierliche Reinigung dazu beitragen, die Bindetechnik funktionssicher zu halten.
Beim Fahrwerk für die BiG Pack Plus greift Krone auf die BPW-Tandemachse zurück, die auch in der Pro-Baureihe eingesetzt wird. Unterschiedliche Reifengrößen erlauben eine Anpassung an die jeweiligen Einsatzbedingungen. Die neu gestaltete Deichsel fällt vergleichsweise schlank aus und soll zugleich einen einfachen Zugang zu den Leitungen ermöglichen. Auch das Ausstattungsangebot der Plus-Baureihe wurde erweitert. Dazu zählen unter anderem eine Rollenschurre mit integrierter Wiegeeinrichtung, die Vorbereitung für BaleCollect, Feuchtemessung, eine Dosieranlage für Silier- und Konservierungsmittel sowie die digitale Maschinenanbindung über SmartConnect. Damit lässt sich die Plus je nach Einsatzprofil aufwerten, ohne grundsätzlich in die höher automatisierte Pro-Klasse wechseln zu müssen.
Bei der BiG Pack Pro liegt der Schwerpunkt auf Durchsatz, Automatisierung und Anpassbarkeit. Die Maschinen sind laut Krone insbesondere für hohe Ballenzahlen und lange Einsatzzeiten ausgelegt. Der größte Unterschied zur Plus liegt in der Elektronik und Bedienung. Ein leistungsfähigerer Jobrechner und eine überarbeitete Benutzeroberfläche ermöglichen zusätzliche Einstellmöglichkeiten. Funktionen, die bei der Plus teilweise mechanisch ausgeführt werden, lassen sich bei der Pro elektronisch anpassen. Dazu gehören beispielsweise Einstellungen am Raffersystem, am Restballenausschieber und am Schneidwerk. Auch die Garnkästen können aus der Kabine heraus bedient werden. Die Bedienperson kann damit stärker auf wechselnde Erntebedingungen reagieren, ohne die Maschine verlassen zu müssen.
Beim Schneidwerk setzt Krone bei der Pro-Baureihe auf VariCut mit 26 oder 51 Messern. Die Auswahl ermöglicht unterschiedliche Schnittlängen und damit eine Anpassung an die weitere Verwendung des Materials. Für Anwendungen, bei denen eine intensivere Aufbereitung des Strohs gefordert ist, steht alternativ der PreChop-Vorbauhäcksler zur Verfügung. Er zerfasert das Material zusätzlich und kann dadurch beispielsweise die Saugfähigkeit von Stroh als Einstreumaterial verbessern. Die Wahl zwischen Schneidwerk und Vorbauhäcksler ist damit weniger eine Frage der reinen Pressleistung als vielmehr des gewünschten Aufbereitungsgrades und der späteren Verwendung des Ballens.
Eine Sonderstellung innerhalb des Programms nehmen die HDP-Modelle ein. Hier wurde die Pressmechanik gezielt auf hohe Ballendichten und entsprechend hohe Belastungen ausgelegt. Zum Paket gehören ein überarbeiteter Presskanal, stärkere Zylinder der seitlichen Pressklappen, ein verstärktes Joch und seitliche Kolbenmesser. Zusammen mit dem neuen Hauptgetriebe und einem verstärkten Kupplungspaket soll der Antriebsstrang auch bei hoher Dauerbelastung ausreichend Reserven bieten.
Gerade bei trockenem und schwer zu verdichtendem Material steigt die mechanische Belastung der Presskanal- und Antriebskomponenten deutlich an. Die konstruktive Verstärkung der HDP-Modelle zielt daher weniger auf einzelne Spitzenleistungen als auf eine dauerhaft hohe Verdichtungsleistung unter anspruchsvollen Bedingungen.
Besonders deutlich wird die Differenzierung zwischen Plus und Pro beim VFS. Während die Plus-Modelle mit dem mechanischen variablen Füllsystem arbeiten, kann das VFS bei der Pro elektronisch eingestellt werden. Damit verschiebt sich ein Teil der Einstellarbeit vom mechanischen Eingriff zur Bedienung über das Terminal. Das erleichtert Anpassungen während des Einsatzes und ermöglicht eine stärkere Integration der Pressenregelung in das elektronische Gesamtsystem. Auch bei weiteren Funktionen setzt die Pro stärker auf hydraulische und elektronische Unterstützung. Dazu gehören beispielsweise hydraulisch klappbare Garnkästen und zusätzliche Funktionen für die Maschinenüberwachung und -bedienung.
Trotz der unterschiedlichen technischen Ausstattung folgt die BiG Pack Generation 6 einer gemeinsamen Bedienlogik. Symbole, Menüs und Oberflächen sind zwischen Plus und Pro weitgehend einheitlich aufgebaut. Das kann insbesondere für Lohnunternehmen interessant sein, die mehrere Maschinen unterschiedlicher Ausstattung einsetzen. Gleiches gilt für Ersatzteile, Verschleißteile und Nachrüstlösungen. Wo es technisch möglich ist, verwendet Krone gemeinsame Komponenten über die Baureihen hinweg. Damit soll die Ersatzteilbevorratung vereinfacht und der Aufwand für Wartung und Schulung reduziert werden.
Mit der Aufteilung in Plus und Pro verfolgt Krone einen modularen Ansatz. Die BiG Pack Plus konzentriert sich auf mechanisch robuste Lösungen, überschaubare Komplexität und eine bedarfsgerechte Ausstattung. Die BiG Pack Pro ergänzt diese technische Basis um mehr Elektronik, Automatisierung und Einstellmöglichkeiten. Der Unterschied liegt damit weniger in einem grundsätzlich anderen Pressenkonzept als in der Konsequenz, mit der die Maschine auf den jeweiligen Einsatz abgestimmt werden kann. Für Betriebe mit überschaubarem Ballenvolumen kann die Plus die technisch einfachere Lösung darstellen. Bei hohen jährlichen Ballenzahlen, wechselnden Erntebedingungen und intensiver Nutzung spielt dagegen die zusätzliche Automatisierung der Pro ihre Vorteile aus.
Die sechste BiG-Pack-Generation ist damit vor allem eine Neuordnung des bestehenden technischen Konzepts: Eine gemeinsame Plattform, aber zwei unterschiedliche Ausstattungs- und Automatisierungsniveaus.