TMTL, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Tractors and Farm Equipment Limited (TAFE), fertigt im Rahmen eines Lizenzabkommens künftig Deutz-Motoren mit 2,2 und 2,9 l Hubraum. Die Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 35.000 Motoren sowie 50.000 Baugruppen ausgelegt. Nach Unternehmensangaben basiert die Produktion auf einer durchgängigen Industrie-4.0-Architektur mit integriertem Manufacturing Execution System (MES) und digital vernetzten Fertigungsprozessen.
Zur Eröffnung der Anlage reiste Rajyavardhan Singh Rathore, Minister für Industrie und Handel des Bundesstaates Rajasthan, an. Er wertete die Investition als Beleg für die wachsende Bedeutung Rajasthans als Industriestandort und hob hervor, dass das Projekt sowohl die regionale Fertigung als auch die nationale Strategie zur Stärkung der heimischen Industrie unterstütze. Zugleich würdigte er die Rolle von TAFE bei der Förderung technologischer Innovationen, der Qualifizierung von Fachkräften und der Modernisierung der Landwirtschaft.
Nach Angaben von TAFE markiert die neue Fertigung einen wichtigen Schritt im Ausbau der eigenen Motorenproduktion. Gemeinsam mit der Amalgamations Group verfüge das Unternehmen bereits heute über eines der größten Motorenfertigungsnetzwerke Indiens. Bis 2030 soll die jährliche Produktionskapazität von derzeit 400.000 auf 550.000 Motoren steigen. Die Zusammenarbeit mit Deutz verbinde deutsche Motorentechnologie mit den Fertigungskapazitäten des indischen Unternehmens und solle zugleich Impulse für die Zulieferindustrie in Rajasthan setzen.
Auch für die Weiterentwicklung des Produktionsstandorts sieht TAFE die neue Anlage als wichtigen Baustein. Das Unternehmen verweist auf Investitionen in moderne Fertigungstechnologien, Qualitätssicherung und den kontinuierlichen Ausbau der Produktionskompetenzen, um der steigenden Nachfrage auf den internationalen Märkten gerecht zu werden. Nach Unternehmensangaben beträgt der Frauenanteil in der Belegschaft der neuen Fertigung rund 40 %.
Die Produktionslinie verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad: Eingesetzt werden unter anderem Robotik, kollaborative Roboter sowie kamerabasierte Prüfsysteme für zentrale Montageschritte. Ergänzt wird die Fertigung durch einen modernen Motorenprüfstand und ein Qualitätslabor mit vollständig digitaler Rückverfolgbarkeit aller Produktionsschritte.
Auch Deutz bewertet den Produktionsstart als Meilenstein der Zusammenarbeit. Das Unternehmen sieht in der neuen Montagelinie das Ergebnis der engen Kooperation beider Partner und einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der gemeinsamen industriellen Ziele.