Datenzugriff in Echtzeit ist laut VDMA das Rückgrat der digitalen Landwirtschaft. Damit das gelingt, ist der Plattformgedanke entscheidend.
„Wir müssen es hinbekommen, dass Landwirte und Lohnunternehmer künftig alle für den Produktionsprozess erforderlichen Daten komfortabel eingeben und auslesen können – ohne Medienbruch, ohne Zusatzaufwand“, sagt Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Landtechnik.
Damit das gelingt, sollen öffentliche Agrardaten künftig verknüpft in einer bundesweiten Datendrehscheibe Agrar zusammenfließen. „Wir brauchen eine integrierte, einfach skalierbare Datenschnittstelle, die Deutschland zum Leuchtturm und Vorreiter der digitalen Landwirtschaft macht“, betont Ehrhard.„Als Industrie forcieren wir das mit Nachdruck, denn wer die Vorteile der Digitalisierung ökonomisch wie auch ökologisch voll ausschöpfen möchte, muss Datenaustausch technologisch wie organisatorisch auf der Höhe der Zeit garantieren“, betont Ehrhard.
Dahinterstehende Datenbanken müssen Datenkorpora aus allen möglichen Quellen, seien es Kataster- oder Wetterdaten, im Hintergrund zusammenführen.
„Im Front End können durchaus bestehende Systeme, deren Anwendung bekannt und gelernt ist, verwendet werden“, erläutert Tobias Ehrhard.
Als erfolgsentscheidend gilt, dass die Daten anwendergerecht zur Verfügung gestellt werden, zugleich maschinenlesbar und standardisierbar sind.
Die Dringlichkeit, schnell und schlüssig zu handeln, betont der VDMA mit Nachdruck.
„Die Agrarminister der Bundesländer haben im vergangenen Herbst Beschlüsse für den branchenweit geforderten, einheitlichen Agrardatenraum gefasst. All das geht in die richtige Richtung. Jetzt fehlt nur noch eins: die Beschlüsse zeitnah und konsequent in die Tat umzusetzen“, fordert Ehrhard.
Über eine Drehscheibe für Agrardaten sollen sich künftig Kataster- oder Wetterdaten, die für die Saat- oder Ernteplanung relevant sind, in das individuelle Farm-Management-System der Anwendenden einspeisen lassen.
„Das verschlankt Prozesse und lässt den Landwirten Raum und Zeit für ihre eigentlichen produktiven Aufgaben auf dem Feld und im Stall. Wenn man es richtig macht, springt dabei auch in Sachen Bürokratieabbau etwas heraus“, erklärt Ehrhard optimistisch.
Zudem gelte: Daten effektiv zu erheben, zusammenzuführen und zu verarbeiten, ist die Währung der digitalen Landwirtschaft.
In jedem Fall sei ein solcher, längst überfälliger Digitalisierungsschritt unverzichtbar, um das hohe Qualitätsniveau der Lebensmittelproduktion am Standort Deutschland zukunftsfest zu machen.
„Daher müssen wir jetzt mit einer verknüpften Dateninfrastruktur den Grundstein für eine zukunftsfähige, erfolgreiche Landwirtschaft von morgen legen. Wenn das zum Erfolgsmodell wird, haben wir so etwas wie eine Blaupause für weitere Schlüsselmärkte in Europa“, resümiert Ehrhard.