Lindner setzt beim neuen Lintrac 160 LDrive als Motorenhersteller auf FPT statt wie bisher auf Perkins. Angetrieben wird der neue Lindner Lintrac 160 LDrive vom FPT N45 4-Zylindermotor mit 4,5 l Hubraum, der nach Herstellerangaben eine maximale Leistung von 129/175 kW/PS (ohne Angabe einer Norm) liefert. Das maximale Drehmoment beziffert Lindner mit 700 Nm bei 1.500 U/min. Der FPT-Motor erreicht mit SCR und Partikelfilter die aktuelle Abgasnorm ohne Abgasrückführung – das Diesel-Tankvolumen gibt Lindner mit 200 l, das für AdBlue mit 30 l an.
Beim Stufenlosgetriebe, das Lindner zusammen mit ZF für den neuen Lintrac 160 LDrive entwickelt hat, handelt es sich um das ZF TMT-14, das über vier Fahrbereiche, eine aktive Stillstandsregelung und eine automatische Parkbremse verfügt. Durch die größtenteils mechanische Kraftübertragung (mindestens 60 %, maximal 100 %) mit geringem hydrostatischen Anteil werden Verluste minimiert; die 50 km/h Höchstgeschwindigkeit werden bei reduzierter Motordrehzahl von 1.660 U/min erreicht. Rückwärts schafft der Lintrac 160 LDrive übrigens 30 km/h. Lindner unterstreicht besonders den Frontladermodus »Smart Lift«, bei dem auf Knopfdruck automatisch Geschwindigkeit sowie Schubkraft abgestimmt werden. Zusätzlich wird die Fahrpedal-Charakteristik für den Frontladereinsatz optimiert, die Hydraulik feinfühliger und beim Lenksystem der 4-Rad-Lenkung eine erhöhte Aggressivität und der Frontlenkung eine direktere Lenkradübersetzung verliehen.
Beim Bremssystem handelt es sich um eine innengekühlte Lamellenbremse mit Schmierölabschaltung; die Motorbremswirkung wurde durch durch das optimale Zusammenspiel zwischen Motor- und Getriebesteuerung maximiert. Für Anhänger gibt es eine abgestimmte Druckluftbremsanlage, bei der das Bremslicht die Voreilung auslöst – die Freeze-Taste bewirkt das Strecken des Anhängers.
Die maximimale Fördermenge der BOSCH-Rexroth Load-Sensing Hydraulik gibt Lindner für den neuen Lintrac 160 LDrive mit 120 l/min an und betont den getrennten Ölhaushalt von Arbeitshydraulik/Lenkung und Getriebe; die Axialkolbenpumpe mit PVC fördert die benötigte Ölmenge kraftsparend auch bei niedriger Motordrehzahl. Den Arbeitsdruck beziffert das Unternehmen mit 200 bar, die entnehmbare Ölmenge mit 45 l und weist auf die Leckölsammelbehälter vorne sowie hinten hin. Um auch schwerere Anbaugeräte nutzen zu können, beträgt die Hubkraft der Heckhydraulik Lindner zufolge 7 t (Geotrac 134ep: 6,6 t). Das Heckhubwerk verfügt über eine elektronische Hubwerksregelung (EHR) mit AHC Schwingungstilgung. An Steuergeräten gibt es in der First Edition zwei doppeltwirkende vorne und drei doppeltwirkende hinten (optional sind bis zu insgesamt sieben möglich). Eingesetzt werden EHS-Ventile der neuesten Generation.
Die 4fach-Heckzapfwelle bietet nach Unternehmensangaben die Geschwindigkeiten 540, 540E, 1000 und 100E U/min. In der Front ist auf Wunsch eine Fronthydraulik der Kategorie 3N mit 3.800 kg Hubkraft und eine 1000er-Frontzapfwelle bestellbar.
Wendigkeit ist bei den Lintrac von jeher ein Thema und so verwundert es nicht, dass der neue Lindner Lintrac 160 LDrive über eine 4-Rad-Lenkung verfügt, die einen Spurkreisdurchmesser von 8,5 m (ohne: 10,1 m) erlaubt. Das Lenkgestänge ist unter der Kabine geführt und bietet einen Lenkeinschlag von bis zu 20 Grad. Komfort versprechen die gefederte Vorderachse und die Einzelradaufhängung. Lindner ist stolz auf die exklusive Hinterachslenkung, die das Unternehmen selbst (mit neu konstruierten Gelenkgehäusen für größere Reifen) produziert und die einerseits prädestiniert sei für Arbeiten im Grünland, auf dem Acker oder auf engen Gemeindestraßen und anderseits auch Zwillingsbereifung ermöglicht. Nachdem nach Unternehmensangaben bisher 90 % aller Lindtrac mit 4-Rad-Lenkung bestellt wurden, hat sich Lindner entschieden, dass die Serienausstattung des Lintrac 160 LDrive diese umfasst.
Die größere, luftgefederte Fritzmeier-Kabine (Volumen um 30 % gesteigert) wartet mit einer neuen Armlehne auf, die einerseits über einen neuen 10-Zoll-Touch-Bildschirm und anderseits, unter LDrive Regler und Joystick mit sieben freibelegbaren Funktionstasten, über den zusätzlichen L-Drive-Stick verfügt, mit dem vor allem für Transportarbeiten direkter beschleunigt und gebremst werden kann. Dem größeren Kabinen-Volumen zollt die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Klimaautomatik Rechnung. Und da man in Tirol bekanntermaßen kalte Winter kennt, umfasst die Serienausstattung ein Winterpaket mit Sitzheizung, beheizter Frontscheibe und beheizten Außenspiegeln. Apropos Frontscheibe: Das verwendete Akustikglas senkt den Lärm in der Kabine, so dass man noch besser in den Genuss des neuen 4-Lautsprecher-Systems mit besserem Klang kommt. Das Dachfester kann geöffnet werden und bietet für Frontlader-Arbeiten 135 Grad Freisicht. Das eindrucksvolle neue Design des Lindner Lintrac 160 LDrive könnte langfristig zum Familiendesign aller Lintrac werden.
Übrigens: Alle, die sich sorgen, dass der neue Lintrac 160 LDrive den Lintrac 130 verdrängen könnte, können beruhigt sein. Auf der Agritechnica 2025 wird Lindner auch den Lintrac 130 PRO vorstellen, dessen Power-Management durch eine intelligente Getriebesteuerung und ein optimiertes Kühlsystem bis zu 5 % Performance-Steigerung bewirken soll.