Der Beruf des*Der Land- und Baumaschinenmechatroniker*In ist attraktiv und dies scheint bei jungen Menschen gut anzukommen: inhaltlich ist er breit angelegt für die Branchen Land- und Baumaschinen, Flurförderzeuge, Motor- und Kommunalgeräte sowie der Melk- und Fütterungstechnik, also generalistisch. „Für die jungen Leute zählt, dass sie in einer zukunftssicheren und systemrelevanten Branche sind, die Menschen werden fachlich wie menschlich gebraucht“, so Norbert Stenglein und ergänzt: „Mein Dank gilt den vielen Unternehmen, die in der Ausbildung so aktiv sind und sich jeden Tag dafür einsetzten, dass wir diesen erneuten Erfolg erzielen konnten.“
Der Bundesverband hat sich in den vergangenen Jahren stark für die Weiterentwicklung der Fort- und Weiterbildung eingesetzt. „Wir bieten mit dem neuen Karriereplan vielfältige Möglichkeiten“, unterstreicht Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck, „und das nicht nur für diejenigen, die den Meister im Blick haben, sondern auch für die, die sich als Systemtechniker stärker in die Technik der Fabrikate einarbeiten wollen.“ Mit dem Serviceleiter implementierte der Bundesverband im vergangenen Jahr zudem eine Fortbildung, die die Herausforderung, Werkstatt- und Serviceprozesse effizient zu steuern, Teams zu motivieren und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit zu maximieren, in den Blick nimmt. „Mit dem Wandel der LandBauTechnik hat sich auch unser Beruf stark verändert, neben handwerklichem Geschick, braucht es auch digitales Know-how und nachhaltiges Denken. Wir tragen mit moderner und präziser Technik enorm zum Umweltschutz bei. Das wiederum macht für viele auch den Reiz aus“, sagt Dr. Michael Oelck.
In besonderer Weise trägt die Nachwuchs- und Karrierekampagne Starke Typen zu dem Erfolg bei. Denn „wir sitzen in einem Boot“ und sind gemeinsam verantwortlich, Hersteller, Handel und Handwerk. Erneut konnten dafür 61 Partner gewonnen werden, die die Branchenkampagne in den kommenden vier Jahren unterstützen. Erstmal vorgestellt wurde das neue Design sowie neue Inhalte auf der Agritechnica 2025. „Die Kampagne erreicht die jungen Menschen dort, wo sie sind, digital in sozialen Medien aber auch analog auf Messen, in Schulen und Unternehmen. Sie erreicht aber auch diejenigen, die Ihre Karriere langfristig in der Branche sehen. Hier sprechen die Zahlen für sich“, führt Dr. Michael Oelck abschließend aus.
Die gesamte Organisation im Handwerk, in den Innungen, in den Kammern, bei den Landesverbände und Bundesverband unterstützen die Betriebe von der Beratung bis zur Ausrichtung der überbetrieblichen Lehrgänge, von den Prüfungen bis zur Planung der Karriereentwicklung. Und das seit über 85 Jahren. „Der Erfolg gibt uns Recht – wir arbeiten gut zusammen“, sagt ein stolzer Norbert Stenglich.
Die Fachberatungs- und Informationstransferstellen (FIS) unterstützen die gewerkeübergreifend tätigen Beratungs- und BIT-Stellen mit Spezialwissen bei gewerkspezifischen Fachfragen. Ulrich Beckschulte und Gabriele Schulte-Kemper, FIS-Berater des LandBauTechnik-Bundesverbands, bieten hier einen detaillierten Blick auf die statistische Auswertung der Auszubildenden-Zahlen: Nachdem im Jahr 2024 erstmals die Marke von 10.000 Auszubildenden über alle Ausbildungsjahre hinweg geknackt wurde, erreicht die Branche nun exakt 10.357 Azubis und damit ein drittes Hoch in Folge. Möglich wird diese Gesamtzahl dadurch, dass der/die Land- und Baumaschinenmechatroniker*Innen sowohl nach der Handwerksordnung (HwO) als auch nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) ausgebildet werden. So befanden sich (Stichtag 31.12.2025) 8.928 junge Menschen in regulären Ausbildungsverhältnissen im Handwerk, verteilt auf insgesamt 2.847 Ausbildungsstätten. Hinzu kommen noch einmal 1.429 Auszubildende aus dem IHK-Bereich.
In Summe sind es 2025 also 10.357 Ausbildungsverhältnisse über alle vier Jahre der Ausbildung. Die Entwicklung der handwerklichen Ausbildungsverhältnisse bei den Land- & Baumaschinenmechatroniker*Innen zeigt sich mit einem Zuwachs von +1,6% (das sind 144 mehr als im Vorjahr). Das Gesamthandwerk kommt für denselben Betrachtungsraum auch auf immerhin +1,0%.
Nach Bundesländern verzeichnen dabei Niedersachsen und Bremen mit 55 oder +3,5% den größten absoluten Zuwachs, knapp vor NRW (+51 / +3,2%), Baden-Württemberg (+42 / +4,6%) und Mecklenburg-Vorpommern (+23 / +9,4%); demgegenüber ging die Zahl in Brandenburg mit Berlin (-19 / -7,5%), Hessen (-13 / -3,3%), Schleswig-Holstein mit Hamburg (-11 / -2,1%) und Thüringen (-10 / -5,1%) leicht zurück.
Die 8.928 handwerklichen Auszubildenden verteilten sich bundesweit auf 2.847 Ausbildungsstätten, pro Ausbilder oder Ausbilderin rechnerisch also 3,14 Auszubildene. Die Verteilung nach Lehrjahren 2025 ist ausgewogen (gerundet je 23 / 28 / 26 / 23 Prozent im 1. bis 4. Lehrjahr), die Übersicht weist keine größeren Disparitäten auf – ein Trend, wie er so in allen Bundesländern zu beobachten ist. Gut 14 Prozent aller Auszubildenden des Gewerks kommen aus Betrieben mit Handwerksrolleneintrag, 86 Prozent aus reinen IHK-Betrieben – das sind solche, deren Werkstätten nur für den eigenen Bedarf arbeiten. Ihr Anteil wächst seit 2005, als dies damals nach ihrer „Öffnung nach BBiG“ möglich geworden war.
Auch die Anzahl der weiblichen Auszubildenden steigt: betrug der Anteil zuletzt 3,48 Prozent hat er sich 2025 auf 3,92 Prozent gesteigert. Zum Vergleich: Im gesamten Handwerk waren 2025 immerhin 17,5% aller Auszubildenden weiblich, darunter in allen Metallhandwerken zusammen noch 4,4 Prozent. Im Kfz-Handwerk machen weibliche Auszubildende schon 5,8 Prozent aus. „Hier liegt unsere Branche noch hinten, holt aber stetig auf“, sagt Gabriele Schulte-Kemper, FIS-Beratungsstelle im Bundesverband.
Sehr stolz ist der Bundesverband darauf, dass sich der Anteil vorzeitiger Vertragslösungen im Gewerk gering und konstant darstellt; aktuell sind es 5,7 Prozent. „Das spricht für mindestens ordentliche Werte bei Klima und Zufriedenheit in den Ausbildungsbetrieben und dafür, dass die Auszubildenen schon vor dem Start gut informiert sind, was Sie in den Lehrjahren erwartet. Ich denke zudem, dass unser Beruf viel Abwechslung bietet, die Arbeit in der Werkstatt aber auch direkt beim Kunden sogar auf dem Feld, das ist wirklich etwas Besonderes“, sagt Ulrich Beckschulte, FIS-Beratungsstelle im Bundesverband.
Um die kommenden Jahre muss man sich auch kaum Sorgen machen, trotz der Demographie, also insgesamt weniger jungen Leuten, die die Schulen verlassen, standen doch bereits zum Jahreswechsel 2.619 Neuverträge fest. Im Vergleich zum Vorjahr (2.745) ist der Wert etwas niedriger.
Interessant ist immer auch der Blick auf die schulische Vorbildung der Auszubildenden – ein Hinweis darauf, wie attraktiv der Beruf bei welchen Schularten ist. Hier haben die Realschüler*Innen (und adäquate schulische Abschlüsse) mit 64,0% schon vor Jahren die Schüler*Innen mit Hauptschulabschluss (aktuell 24,9%) an der Spitze abgelöst; auch die Schulabsolventen mit Hochschulreife (9,5%) ist knapp unter zweistellig.
„Unser Beruf hat wirklich Zukunft, er ist in seiner ganzen fachlichen und technologischen Breite einzigartig. Ohne uns keine Landtechnik, Bauwirtschaft oder Kommunal- und Gartentechnik, ohne dass keine Landwirtschaft, Neu- und Ersatzbauten oder Straßenbau – es stünde faktisch fast alles draußen still“, unterstreicht Ulrich Beckschulte die Relevanz der Branche und des Berufs.
*Alle Daten entstammen der Analyse der Fachberatungs- und Informationsstelle (FIS) im LandBauTechnik-Bundesverband e.V.