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Bundesministerin Ilse Aigner weihte Forschungsbiogasanlage des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) ein

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Nach knapp einem Jahr Bauzeit hat Bundesministerin Ilse Aigner am 6. Juli 2012 die Forschungsbiogasanlage des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) feierlich in Betrieb genommen. „Biogas ist ein Multitalent und leistet als zentraler Baustein der Energiewende einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, ist es wichtig, dass wir dran bleiben und weiter nach Verbesserungen forschen“, sagte Aigner. Die Wissenschaftler können mit der neuen Anlage Versuche, die sie bisher nur im Labor durchführen konnten, auch in der Praxis testen. Die Anlage wurde dabei individuell für die Forscher des DBFZ konzipiert.

„Wir sind sehr glücklich über die national und international einzigartigen Forschungsmöglichkeiten, die sich uns nun eröffnen“, freut sich Prof. Dr. mont. Michael Nelles, wissenschaftlicher Geschäftsführer am DBFZ. „Wir können nun direkt nachweisen, ob das Laborexperiment auch praxistauglich ist und Effekte analysieren, die erst bei größeren Anlagen auftreten. Durch die Möglichkeit des Parallelbetriebes sind wir nun auch in der Lage verschiedene Verfahren zu vergleichen. Ganz konkret wird ein zukünftiges Forschungsthema die bedarfsgerechte Bioenergiebereitstellung sein. Hier testen wir dann verschiedene Reglungskonzepte“, erklärt er weiter.

Die Kosten der Anlage belaufen sich laut DBFZ auf rund 3,6 Mio €. Dabei wurden 2.7 Mio. € aus Bundesmitteln des Konjunkturpakets II und 800.000 € durch den Freistaat Sachsen finanziert.

Die Konzeption sieht zwei unabhängige Anlagenstränge mit identischer Kapazität vor, die prinzipiell ein- und zweistufig, mit optionaler Hydrolyse, betrieben werden können. Der erste Anlagenstrang wird als Nassfermentation mit einem Hauptfermenter in Form eines stehenden Rührkessels mit Zentralrührwerk ausgeführt. Der zweite Anlagenstrang kann wahlweise mit einem baugleichen Hauptfermenter oder einem Pfropfenstromfermenter betrieben werden. Ein Nachgärer mit Gasspeicherdach sammelt die Gärreste aus beiden Strängen und leitet diese an das Gärrestlager weiter. Insgesamt beträgt das Fermentationsvolumen knapp 900 m³, verteilt auf sechs gasdichte Behälter und einen Lagerbehälter mit einem zusätzlichen Volumen von 180 m³. Die Verwertung des Biogases erfolgt über ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung 75 kWel. Überschüssige Strom- und Wärmemengen können in das Netz des DBFZ abgegeben werden. Für die Substratversorgung können Silagen auf dem Gelände der Anlage eingelagert werden. Als Einsatzstoffe kommen nachwachsende Rohstoffe, landwirtschaftliche Reststoffe und tierische Exkremente in einer Größenordnung von insgesamt bis zu 2.000 t pro Jahr in Betracht. Besonderes Augenmerk wurde auf eine flexible Konfiguration der Anlage gelegt, erreicht wird dies durch ein komplexes Rohrleitungsnetz, welches nahezu beliebige Fermenterkombinationen zulässt. Zur exakten Bestimmung der Gasproduktionsmengen werden die Fermenter mit festen Behälterdächern ausgestattet, Entnahmestellen am Rohrleitungssystem und an der Gaserfassung ermöglichen die Probenahme und den Einbau von Messgeräten. Grundsätzlich ermöglicht die Anlage auch die spätere Installation einer Aufbereitungsanlage zur Bereitstellung von Biomethan im kleinen Leistungsbereich bis etwa 50 Nm³ pro Stunde.

Quelle: Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) (www.dbfz.de)

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